Review

„Octagon“ erweist sich als mieses, zusammengestückeltes Vehikel für den damals noch jungen Chuck Norris.
Gleich zu Beginn wird gezeigt, wie eine Gruppe von Menschen zu einem Ausbildungslager von Ninjas gekarrt wird. Die Jungs und wenigen Mädels werden dort ausgebildet, was im Verlauf des Films immer wieder zwischendurch gezeigt wird. Dabei werden die antiken Meuchelmörder durchaus faszinierend dargestellt, z.B. als zwei ehemalige Adepten des Camps einen Botschafter ausradieren.
Dann treffen wir Scott James (Chuck Norris), der mit seinem besten Kumpel A.J. (Art Hindle) ins Theater geht. Scott kann bei der Sängerin Nancy (Kim Lankford) landen, doch als er mit zu ihr nach Hause geht, werden sie von Ninjas überfallen. Scott kann diese zwar per Kick und Handkante wegputzen, allerdings wird Nancy trotzdem ermordet. Norris ist schlecht wie immer und lediglich die halbwegs gelungene Klopperei kann etwas überzeugen.

Erst widerwillig macht sich Scott auf die Suche nach den Hintermännern des Attentats. Dabei trifft er immer wieder auf Leute, die auf die ein oder andere Weise mit den Ninjas verbunden sind und kommt einer Söldnertruppe auf die Schliche, die ihre Mitglieder bei dem Ninja-Meister Seikura (Tadashi Yamashita) ausbilden lässt – und dieser ist Scotts Bruder...
Selten habe ich einen Film mit einer derart wirren und zusammengestückelten Handlung gesehen. Mit jedem Handlungsstrang, egal wie unnötig, scheint der Drehbuchautor den Film krampfhaft auf etwas mehr als 90 Minuten gestreckt zu haben. Dabei sind viele Plots und Figuren unnötig, wie z.B. Lee Van Cleef an Kopfgeldjäger und Kumpel von Scott James, der immer kurz auftaucht und ein wenig nicht gebrauchte Hilfe leistet. Die Rolle scheint nur da zu sein, um Van Cleef in den Film zu bekommen.
Ebenso unklar und unlogisch ist die Motivation vieler Figuren. Warum legen sich A.J. und Scott für eine Frau ins Zeug, die sie nur einen Abend kannten, warum lassen sich die Söldner von den Ninjas trainieren, obwohl sie diese hassen (was vor allem am Ende klar wird), warum sitzen die Leibwächter der reichen Frau nicht in ihrem Wagen, teilweise ist sie sogar ohne sie unterwegs usw. Das Ganze ist ziemlich wirr und ermüdend und von Spannung gar nicht erst zu reden.

Diesem beknackten Teil des Films steht ca. 15 Minuten recht gutes Gekloppe am Ende gegenüber, wenn Norris aufräumt. Der Showdown ist im Gegensatz zum Rest des Films wirklich gut inszeniert und bietet einige wirklich gute Fights, teilweise auch mit verschiedenen Ninjawaffen. Die wenige Action davor kann man vergessen, da unspektakulär und teilweise schlecht gemacht.
Norris ist in dieser Hauptrolle mies wie kein zweiter und kann beinahe als Anti-Schauspieler bezeichnet werden. Auch die anderen Nullnummern sind sehr schlecht in ihren beknackten Rollen. Lediglich Lee Van Cleef verleiht dem Film ein wenig klasse, aber da hilft nix mehr.

Wirrer Blödsinn mit gutem Showdown; selbst hartgesottene Genrefans sollten sich das Ansehen überlegen. Allenfalls für Norris-Kompletisten und absolute Ninjafilm-Freaks geeignet.

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