"Ich hatte letzte Nacht mit Ninjas zu tun und dachte, Du könntest mir vielleicht 'nen Tip geben, warum sie plötzlich hier auftauchen."
Amüsantes Norris-Frühwerk um Terroristen, die eigentlich Ninja sind, Mord, ein Ninja-Ausbildungscamp und eine kleine Familienfehde zwischen Brüdern. Worum es genau geht, kann ich nicht sagen, da die Story an sich schon wirr ist und zudem auch noch unzusammenhängend erzählt wird. Mittendrin als Goodguy brilliert jedenfalls unsere liebste Oberlippenbürste, Chuckman himself, mit (damals extrem) mediokrer Mimik und agilen Martial Arts.
Die Kämpfe sind dann auch recht gut abgefilmt, natürlich ohne das Tempo heutiger Film-Kloppereien zu erreichen. Auf die Laufzeit verteilt gibts leider auch recht wenig Action zu bestaunen; das konfuse Blabla hat insgesamt doch die Oberhand.
Der Streifen steigt jedoch galant ins Geschehen ein, nach fünf Minuten gibt's direkt eine blutigste Erschießung zu begutachten. Kurz darauf darf Chucky die ersten Ninja verkloppen. Dann folgt wie bereits erwähnt erstmal viel Gelaber um irgendwelche Intrigen, vergangene Morde, Ninjas, Kopfgeldjäger (Mr. Lee van Cleef) und nochmal Ninja. Nicht zu vergessen, die mehligen Geistesmonologe, welche Chuckman mit stupider Miene in sein Innerstes dröhnt und die der Handlung auch nicht so recht helfen wollen.
Neben einer kurzen Trainingssequenz, in welcher wir mal wieder naughty Norris' Körperbehaarung bewundern dürfen (remember Way of the Dragon), reißt das lange Finale im und ums Ninja-Camp einiges wieder raus; rasant und mit vielen Fights glänzend, schlägt hier das Herz des Handkanten-Nerds höher.
Wo wir grad bei diesem schnuckeligen Ninja-Camp sind, hier jagd ein Brüller den nächsten. Die Typen, welche da ausgebildet werden, sind nicht etwa grimmige Asiaten mit Tötungsdrang, sondern beschränkte Hinterwäldler-Dulleks! Auch hier weiß die lustige deutsche Synchro wieder einiges zu erheitern.
Ich glaube jetzt sogar zu wissen, warum der Film Octagon heißt: Eben dieses Camp ist anscheinend achteckig. Wow.
Insgesamt haben wir hier einen ziemlich billigen Schnellschuß mit hilfloser Regie und vermurkstem Drehbuch. Norris-Fans werden jedoch ihre Freude an diesem Beinahe-Trash haben. Van Cleef chargiert zwar ziemlich, hebt den Film aber noch ein, zwei Niveaustufen höher. Insgesamt, auch mit Blick auf die unterhaltsame Synchro, 6/10.
MovieMadness