Review

Nach dem optisch gut gemachten, aber dennoch etwas blutleerem "The Texas Chainsaw Massacre" von Marcus Nispel kommt mit "Dawn of the Dead" ein weiteres Remake eines Horror-Klassikers. Ich selber habe das Original noch nicht gesehen und daher lasse ich irgendwelche Vergleiche einfach mal, sondern möchte nur den Film bzw. das Remake selber besprechen.

Eine unbekannte Seuche tötet die Menschheit und verwandelt sie in Zombies, die von ihrem Hunger auf Fleisch getrieben Jagd auf die noch nicht infizierten Menschen machen. Zusammen mit einigen anderen Überlebenden suchen die Krankenschwester Ana (Sarah Polley) und der Cop Kenneth (Ving Rhames) Schutz in einem Einkaufszentrum. Die Untoten beginnen nun die Zuflucht der Menschen zu belagern...

Die hierzulande noch recht unbekannte Sarah Polley (Go!) spielt den weiblichen Hauptpart dieses Remakes. Wirkt sie Anfangs noch etwas hilflos, so wächst sie während des Filmes durch die Umstände über sich hinaus. Ving Rhames (Dark Blue) ist als abgehärteter Cop unterwegs, der seinen Bruder sucht. Außer Mekhi Phifer (8 Mile) als werdender Vater und Tom Savini (From Dusk Till Dawn) in einem Gastauftritt als Sheriff tummeln sich ansonsten recht unbekannte Gesichter in dem Film herum.

"Dawn of the Dead" ist so geworden, wie ich mir "Resident Evil" gewünscht hätte. Denn hier wird nicht gekleckert, sonder geklotzt. Den Zombies werden die Köpfe regelrecht in Stücke geballert und auch ansonsten hat man nicht mit blutigen sowie harten Szenen gespart. Dennoch bleibt der Film einigermaßen spannend. Unter den Menschen im Einkaufszentrum befinden sich unterschiedliche Charaktere. Das sind z.B. der Drogendealer, der reiche Yuppie, der Macher-Typ und die Beschützergefühle weckende Frau. Daraus ergeben sich dann auch interne Konflikte.

Allerdings hätte man sich auch einige Szenen sparen können. Dazu gehört die ganze Schwangerschafts-Story. Stattdessen hätte man die beiden Charaktere auch einfach so umlegen lassen können und man hätte mehr Zeit für andere Sequenzen gehabt. Andererseits hat mir jene Szenen mit dem Typen auf dem Dach des Waffengeschäfts sowie dessen Promi-Shooting gefallen. Da hätte man ruhig noch mehr Promis wegballern lassen können statt bloss Jay Leno und Burt Reynolds. Doch leider leben Hans Eichel und Daniel Küblböck nicht in Amerika.

Schön ist auch zu sehen, wie sich die unfreiwilligen Mall-Bewohner die Zeit vertreiben. Die einen drehen ihren eigenen Porno, andere stählen ihre Muskeln oder kleiden sich neu ein. Dennoch stellt das Einkaufszentrum für die Überlebenden keine dauerhafte Lösung da, sodass man zu einem sicheren Platz gelangen will, wie etwa eine Insel.

"Dawn of the Dead" ist der perfekte Film für einen Halloween-Abend (ist ja bald wieder) und ein gelungenes Remake eines Horror-Streifens aus den 70ern.

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