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Zack Snyder glückt – und das war für einen Skeptiker wie mich eine richtige Überraschung - sein DAWN OF THE DEAD Update ganz ausserordentlich. Romeros Seuche ist zurück, und die Symptome sind noch schwerwiegender. Wie schon in der ersten Anwendung dieser neuen Zombieformel in „28 Days Later“ sind die Untoten nun nicht länger wie eine sich langsam, jedoch unbeirrbar auf die Opfer zuschiebende Wand. They fuckin’ run. Wie die Deibel. Mit übermenschlicher Stärke. Da verliert sich jetzt vielleicht etwas die konsumkritische Metapher des Originals; aber hatte sich in den zweieinhalb Jahrzehnten nach Romero so mancher Nerd einzubilden begonnen, er stünde eine gute Chance, der schlurfigen Zombie-Apokalypse davonzulaufen, darf er sich nun eines besseren belehren lassen. Kein Entrinnen. Die in der Mall zusammengeschmissenen Überlebenden sollen noch deutlicher einen Mikrokosmos der sich nun zombiefiziert gegen die bruchsicheren Kaufhaustüren drängelnden Gesellschaft reflektieren; und neben den ordentlich freudemachenden Splattereien darf man feststellen, dass natürlich Snyders Augenmerk voll und ganz auf der unwahrscheinlichen Konstellation dieser diversesten Charaktere im Kaufhaus liegt. Da spiegeln vor allem immer noch gegenwärtige, urbane Rassenklischees innerhalb der Survivor-Gruppe eine Ahnung von der Rassismusallegorie, als die Romeros erster Zombiestreich „Night of the Living Dead“ angedacht war. Die Zombiemassen sind häufig nur wie ein Katalysator. Dafür seine Protagonisten hübsch blutig sterben zu lassen, bedarf er der angefressen Meute nicht immer. Die Überlebenden überleben sich selbst, nur durch ihr eigenes Zutun. Auf der vorbildlich ausgestatteten DVD ist der Film jetzt als unrated director’s cut veröffentlicht worden, natürlich noch um einiges drastischer als die beschnittene Fassung für den Big Screen. 9/10

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