Zack Snyder, der Regisseur des Remakes von Dawn of the Dead, kommt eigentlich aus der Werbebranche. So erscheint das Remake auch in Hochglanz und mit reichlich Tempo inszeniert. Diese Qualität lässt sich dem Film nicht absprechen, ob man ihn nun mag oder nicht. Und ob man ihn mag oder nicht, man muss Snyder dankbar für dieses Remake sein, denn so sollten Romero genug Finanzen für den 4. Teil seiner Zombie-Saga zur Verfügung stehen.
Da es sich um ein Remake handelt ist zumindest die Hintergrundstory ähnlich wie im Original. Eine Seuche unbekannter Herkunft lässt alle Toten und Gebissenen zu beißwütigen Zombies mutieren. Im Original jedoch ist das alles bekannt, d.h. die Seuche schon längst ausgebrochen. Im Remake beginnen wir aber von ganz unten.... . Auch der Schauplatz des Geschehens ist der Gleiche: Des Amerikaners liebstes Freizeitvergnügen – das Einkaufszentrum. Und hier retten sich Wenige und stoßen dort auf das nicht sonderlich gastfreundliche Sicherheitspersonal. Der Konflikt ist vorprogrammiert. Später stoßen noch ein paar weitere Überlebende hinzu und man startet einen gemeinsamen Fluchtversuch. Die Protagonisten sind grundsätzlich andere als im Original. Es gibt auch keine Rockerbande, die die Shoppingmall stürmt.
Um diesen Film zu kritisieren, darf man ihn nicht mit dem Original vergleichen. Sicher ist das Remake spannend und mit Tempo inszeniert, aber er schafft nicht die bedrückende Weltuntergangsstimmung des Originals zu erreichen. Das Remake wartet mit heftigen Splattereffekten auf, die aber hier zum Selbstzweck geraten. Hier fragt man sich natürlich erneut, warum das Original noch immer beschlagnahmt ist. Snyders Version schafft es nicht, den Zuschauer zu ängstigen, sondern lockt höchsten ein „Wow...cool....geiler Effekt“ hervor. Die Schwangerenszene und das Zombie-Baby überschreiten die Grenze der Geschmacklosigkeit. Problematisch ist das Fehlen der scharfen Sozialkritik, die das Original doch so auszeichnet. Klar, das Intro und der Satz „America always sorts its shit out“ transportiert die Interpretationsmöglichkeiten in die Post-September-11th-Periode. Aber diese Interpretationsmöglichkeit ist nicht ganz unproblematisch, denn vor wem beschützen die ach so entwickelten Amerikaner ihr Einkaufszentrum...vor den neidischen Unterentwickelten? Ich möchte Snyder gar nicht den absichtlichen Einbau dieses Modernisierungsparadigmas unterstellen, sondern nur aufzeigen, wie problematisch die nebensächlich eingebaute Sozialkritik sein kann, wenn die Paradoxie der Protagonisten nicht so klar gezeichnet wird, wie das im Original ist. Das Remake kennt einfach zu viele Helden....
Diese Kritik soll aber nicht abschrecken. Der Film ist ansonsten sehr gut inszeniert. Und wer Lust auf einen action- und spannungsreichen Splatter-Movie hat, kann getrost zugreifen. Der Film macht von der ersten bis zur letzten Minute Spaß, aber eben nur dann, wenn man die Erinnerung an Romeros Klassiker für ca. 90 Minuten ausschaltet.