George Romero, die alte Filmlegende,
brachte 2004 ein Remake des ersten Teils seiner "Dead"-Reihe heraus.
Besonders interessiert hat mich das damals nicht, doch zufällig konnte
ich in letzter Zeit diesen Film mir mal zu Gemüte führen.
Amerika - eine ganz normale Krankenschwester hat mal wieder viel im
Krankenhaus zu tun, wo niemand ihre Arbeit schätzt. Doch egal,
irgendwann geht auch sie nach Hause (obwohl schon einige Zeit nach
Feierabend, wohlgemerkt). Dort erwartet sie ihr Mann und sie verbringen
eine wunderbare Nacht. Bis jetzt ist ja alles recht normal. Geweckt
werden sie von einem Mädchen mit fehlenden Lippenpartien, das den Mann
der Krankenschwester sofort anfällt und dem sie die Halsschlagader
durchbeißt. Da spritzt natürlich so einiges Blut und es spritzt soviel,
dass der Mann keine Chance mehr zum Weiterleben hat. Der Anruf zum
Krankenhaus kommt nicht durch. Auf einmal steht der Krankenschwester
Mann jedoch doch auf - und fällt sie an. Durch das Badezimmerfenster
kann sie seinen gierigen Krallen entfliehen, die ihr Fleisch zu fassen
versuchen. Draussen erwartet sie jedoch kein besserer Anblick - überall
Chaos pur. Schnell ins Auto und nur weg. Doch wohin ? Später trifft sie
auf eine buntgemischte Truppe und verschanzt sich schließlich im
Einkaufszentrum. Doch werden sie dem Ansturm der Untoten dort ewig
standhalten können ? Und wann rettet sie endlich jemand ?
Filme
mit Untoten und Ähnlichem waren schon immer eher der Kategorie der
B-Movies zuzuordnen, doch bei diesem Film gab es schon ein großes
Budget, was man an den schon am Anfang beeindruckenden Totalen sieht,
die ein großflächiges Chaos auch durch überzeugende Effekte darstellen.
Zudem ist die bloße Anzahl der Statisten (OK, möglicherweise wurden
einige auch per Computer eingefügt, wonach das aber nicht aussah) oft
sehr beeindruckend und erinnert fast schon an Filme wie Troja. Ein
wenig hatte ich schon das Gefühl, der Film will sich von B-Movies sogar
abgrenzen, doch einige Szenen sind dann doch wieder sehr genretypisch.
Vom Spannungsbogen her war ich doch überrascht : Eigentlich ist der
Film vom Anfang bis zum Ende hin spannend. Durch die recht vielen
Hauptcharaktere und die gigantische Anzahl von Untoten kann nämlich
auch jederzeit etwas Unvorhergesehenes passieren, was dann auch ein
paar mal eintrifft (dieses Element hätte man jedoch durchaus öfter
benutzen dürfen). Auch weil das Szenario
Von-der-normalen-Welt-ins-Chaos auch sehr interessant ist, entsteht
keine Langeweile.
Ich bin nicht ein großer Genrefan, aber einige Vorlieben habe ich doch,
bzw. festgefahrene Ansichten. Und Eine davon ist : Keine rennenden
Zombies ! Zombies wanken ganz langsam voran. Manchen Kiffern ähnlich,
kümmern sie sich auch um nichts. Doch in Dawn of the Dead sind die
Zombies schnelle Jäger. Dass Untote überhaupt existieren, macht ja
eigentlich schon keinen Sinn, aber dass sie unendlich lange Herumrennen
können ? Dieser Gedanke ist mir nicht gerade sympathisch. Für mich sind
Zombies eher durch die Anzahl gefährlich, als durch ihr Verhalten. In
Dawn of the Dead sind die Untoten auch recht intelligent...was für mich
auch nicht viel Sinn macht. Gut, es wird nie aufgeklärt was die Untoten
zu Untoten macht, ein Virus oder was wird nie gesagt, aber dass sie nur
bestimmte Regionen des Gehirns benutzen...naja.
Überrascht hat mich doch die Charakterdarstellung : Sehr
unvorhersehbare Aktionen oft. Die Hintergrundgeschichten der Charaktere
werden teilweise bröckchenweise erzählt, teilweise auch nicht, was zu
Überraschungen führt. Meiner Meinung nach ist die Charakterdarstellung
teilweise doch sehr gut gelungen, leider mussten dann doch sehr
typische richtig dumme Charakterhandlungen ins Script, die das ganze
vermiesen und dem Film wieder einen Schimmer von B-Movie verleihen.
Diese klischeehaften Stellen und Handlungsstränge sind so dumm, dass
ich dem Film dafür einen Stern abziehe. Der Schluss, der auch ein wenig
einen Stilbruch darstellte, war ebenfalls völlig unnötig (ich meine den
zusätzlichen Bonusfilm, der in den Credits abläuft).
Die Action selber ist meist eher realistisch (OK, wann passiert sowas
im echten Leben ?), auf besonderen Style wie zum Beispiel bei John Woo
wurde nicht geachtet. Natürlich aber auf sehr viel Blut und
dergleichen. Es gibt zwar sicherlich widerlichere Filme, aber der
Blutgehalt hier dürfte doch einiges an Publikum verschrecken, wobei mir
dieser nie etwas ausmachte. Aber ich bin ja auch "abgehärtet",
schließlich muss ich jeden Monat eine Blutprobe machen.
Der Soundtrack her erinnerte mich etwas an die Inszenierung von
schlechten Akte-X-Folgen. Es wurde eher fröhlichere Musik verwendet,
die das Ganze etwas ironisch begleiten soll. Ein abgedroschenes
Stilelement, das niemand braucht. Deswegen gibt es auch hier noch einen
Punktabzug.
Bei den Schauspielern gibt es viele Gesichter, die ich noch nie sah.
Eigentlich alle. Sie haben ihre Sache überzeugend rübergebracht. An
dieser Stelle auch mal ein Lob an die Statisten, die für einen
Hungerlohn stundenlang in der Maske sitzen müssen, um dann unter Tonnen
von Gummi in der prallen Sonne Einstellung um Einstellung zu drehen -
für einen Hungerlohn.
Anspruch gibt es eigentlich auch nicht sehr viel in diesem Film. Warum
auf alle mit Lust auf lebendes Menschenfleisch herumlaufen, wird auch
nicht geklärt. Aber mir hat doch gefallen, wie nach und nach die ganze
Zivilisation um die letzten Überlebenden zugrunde geht - Fernseher und
so weiter.
Fazit :
Letzten Endes muss ich sagen : Genreinteressierte sollten sich den Film
ansehen, weil zum Beispiel die Totalen sehr beeindruckend waren und die
Ausführung auch sehr gut war. Allerdings gibt es doch einige Punkte die
nerven. Ich muss auch sagen, viel Potential wurde verschenkt : Der Film
hätte sicher der Überhammer werden können. So ist er eher ein Film für
einen unterhaltenden Abend.