Weil in der Hölle kein Platz mehr ist, kommen die Toten auf die Erde zurück und zwei handvoll Überlebende verschanzen sich in einem Einkaufszentrum, um dort nach einem Ausweg aus der Misere zu suchen.
1978 drehte George A. Romero einen Zombiefilm namens "Dawn of the dead" (deutscher Titel "Zombie"), der dieses Subgenre prägte wie kein zweiter und zu Recht einer der ganz großen Klassiker des modernen Horrorfilms ist.
Natürlich blieb solch ein Klassiker in Zeiten des US-Remakewahns nicht unverschont und 2004 wurde unter der Regie von Zack Snyder ein Neuverfilmung des Themas abgekurbelt, wobei man nicht einfach das Original modernisierte, sondern zum Großteil eine neue Handlung schuf. So gibt es zwar ein paar unterschiedliche Überlebende, viele Zombies und der Schauplatz des Einkaufszentrums ist auch geblieben, aber ansonsten sind inhaltliche Vergleiche zum Original eher spärlich möglich. Als kleine Referenz an den Klassiker gibt es jedoch unter anderem Auftritte von Tom Savini, der damals die Effekte kredenzte, Ken Foree, der die Hauptrolle inne hatte und hier als Geistlicher den bekanntesten Satz von "Zombie" verkündet und ein Wiedersehn mit dem alten Hubschrauber, der hier kurz durchs Bild flattert.
Der Film kommt relativ schnell zur Sache und nach einer kurzen Einführung der weiblichen Hauptfigur taucht schon der erste Zombie in Form eine Kindes auf, welches ihren Mann vernascht, der zügig ebenfalls zum Untoten wird und die Flucht der Frau zur Folge hat. Dann kommen nach und nach die weiteren Überlebenden wie der schwarze, toughe Polizist (Ving Rhames), eine Liebespaar (u.a. Mekhi Phifer) mit schwangerer Frau und ein komischer Kauz hinzu, man flüchtet ins Einkaufszentrum, trifft dort noch drei überlebende Sicherheitsleute und der Rest des Films wird damit verbracht, ums Überleben zu kämpfen und einen Ausweg aus der Bedrohung zu finden.
An sich sind das gute Voraussetzungen für einen spannenden Zombiereigen, doch es gibt einige Dinge, die meiner Meinung nach nicht so recht gelungen sind, um einen solchen zu schaffen. So wirkt vieles für mich wie Stückwerk und es wird teilweise von einer bedrohlichen Szene zur nächsten gehuscht, ohne dass diese sinnig ineinander übergehen bzw. eine Entwicklung der Figuren zu bemerken ist, wobei diese durch an sich schauspielerisch fähigen Darsteller durchaus möglich gewesen wären.
Auch schafft es der Film nicht das aufzubauen, was das Original von 1978 so stark machte, nämlich eine dichte oder gar klaustrophobische Atmosphäre. Vielmehr ist alles arg laut ausgefallen und es stehen im Wesentlichen Action und Humor (Zombiebaby, dicke, von einem Mann gespielte Zombiefrau, Promizombieabballern) im Vordergrund.
Keineswegs verstecken muss sich der Film in Sachen Effekte, denn diese sind äußerst gelungen und es gibt allerhand saftige (Kopf-)Schüsse, durch Rüben getriebene Holzspieße und sogar Kettensägen kommen zum Einsatz, wobei man hierbei größtenteils auf good old handmade effects zurückgriffen und den Computer öfter mal ausgelassen hat.
Bei der Umsetzung der Zombies bin ich geteilter Meinung. Die sonst eher für ihre Behäbigkeit bekannten Wesen sind in dieser Neuverfilmung schnellen Fußes, was stellenweise für nette Verfolgungsjagden sorgt, mir unterm Strich aber die klassisch torkelnden Untoten lieber sind. Optisch machen sie nicht so viel her, da sie nicht das vermoderte Aussehen haben, was daran liegt, dass die Wesen nicht lange vor sich hin gammeln, bevor sie wieder auferstehen, sondern nach einem Biss aus dem Mensch sofort so ein Vieh wird.
Insgesamt ist "Dawn of the dead" zwar löblicher Weise kein reiner modernerer Abklatsch des Urfilmes, sondern bietet neue Ideen und Ansätze, doch als Fan des klassischen Zombiefilms vermisst man Atmosphäre und die typische Untotenstimmung, die hier für laute Action geopfert wurde.