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"When there's no more room in hell the dead will walk the earth"

Nicht übel, Mr. Snyder! Nicht nur für ein Spielfilmdebüt ist „Dawn Of The Dead" beeindruckend ausgefallen. Das sich dabei Snyder ausgerechnet ein Remake eines Romero-Klassikers vorgenommen hat, na und, denn das Endergebnis kann sich so was von sehen lassen. Dabei hat Snyders Zombie-Streifen wirklich kaum etwas mit Romeros Vorlage gemein, außer dass sich die Überlebenden in einem Kaufhaus verbarrikadieren und gegen eine Heerschar von Untoten kämpfen.

Snyder drückt von Beginn an auf die Tube, was dem Film ungemein gut steht. Das Grauen setzt bereits in den ersten Minuten ein, als die Krankenschwester Ana vor ihrem Mann, der zum Zombie mutiert, da er selber von einem Zombiekind gebissen wurde, in panischer Angst von dannen flieht. Überall das blanke Chaos, Menschen rennen und... auch die Zombies. Von so flinker Natur hat man Untote selten gesehen. Es gibt ja wohl genug Nörgler, die gerade dies an Snyders Film kritisieren. Dabei ist es gerade diese Schnelligkeit, die perfekt in den Film passt, ihn ausfüllt und endlich mal dem arg verstaubten Subgenre neues Unleben einhaucht.

Das „Dawn Of The Dead" auch ansonsten ein Horrorfilm der neuen Generation ist, kann nicht geleugnet werden. Doch trotz einer zuweilen quietschbunten Optik und schnellen MTV-Clip ähnlichen Schnittfolgen ist ein düsterer Grundton stets präsent. Und im Gegensatz zu den neumodischen Teenie-Slasher-Filmen darf hier kaum unfreiwillig gelacht werden, wenn Pfähle durch Köpfe gebohrt oder mit einer Kettensäge Körperteile abgetrennt werden. Hier geht's blutig zur Sachen, ohne ins Lächerliche abzudriften. Die Schauspieler liefern dabei solide Arbeit ab, müssen allerdings auch nicht glänzen, die Show ziehen ohnehin die da draußen ab. Ob Snyders Gesellschaftskritik üben wollte - wie einst auch in Ansätzen Romero (Kaufhaus als Konsumtempel, die erzkonservative Ansprache eines Fernsehpfarrers über die Gründe der Seuche mit dem bekannten Romero-Zitat, der blanke Überlebenskampf in einer zerrütteten Gesellschaft usw.) sei dahin gestellt, und wenn, wird die Botschaft im allgemeinen Gemetzel wohl untergehen. Allerdings werden auch etliche Hardliner zugeben, schon härtere Kost konsumiert zu haben. Macht aber nichts.

Kaum zu glauben, dass Snyder das Insel-Finale erst nachdrehen musste, nachdem eine Testvorführung mit einem abrupten Ende der Fluchtsequenz beim Testpublikum durchfiel. Zu recht. Gerade dieser Schluss gibt dem Film ein würdiges, wenn auch grausiges Ende...

Fazit: Ein wahrlich feistes Stück Gammelfleisch! Auch ein junger Film kann schon ein Klassiker sein. Nach „300" wird's bestimmt noch einen Horrorfilm geben, ich jedenfalls bin wieder mit dabei.

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