Die Kritik beruht auf dem Exklusiven Director´s Cut!
Zack Snyders apokalyptischer Horrorschocker "Dawn Of The Dead" ist die spektakuläre Neuverfilmung des gleichnamigen Horrorfilms von George A. Romero, jenem geistigen als auch inszenatorischen Schöpfer der legendären "Night/Dawn/Day/Land/Diary Of The Dead"-Reihe, von denen zumindest die älteren Werke bei den Fans des Genre nicht nur absoluten Kultstatus genießen, sondern auch ihren festen Platz im "Museum Of Modern Art" haben.
Wieder einmal stellt sich bei dem Remake eines Films dieses Formats und seines Stellenwertes in der Filmgeschichte die Frage, ob diese Neuverfilmung - abgesehen von den gewinnbringenden Apekten für das produzierende Studio - wirklich notwenig war und ob das Endprodukt als gescheitert oder gelungen anzusehen ist.
Im Zuge diverser Remakes von klassischen Horrorfilmen war es nur eine Frage der Zeit, bis auch "Zombies im Kaufhaus" (so einer der vielen deutschen Verleihtitel des Originals) eine Frischzellenkur erhielt, zumal Romero angesichts des Comebacks der Zombies plante seine "Dead"-Trilogie mit "Land Of The Dead" fortzusetzen, die dann ein Jahr nach "Dawn" in den Kinos startete.
Und besser konnte Romeros neue Zombie-Ära gar nicht eingeläutet werden, als mit einer temporeichen und nervenzerfetzenden Neuverfilmung, die den Zuschauern Appetit auf seine weiteren "Dead"-Teile machen sollte!
Beide Filme, produziert von den Universal Studios, hatten ein entsprechendes Budget zur Verfügung um sowohl Remake als auch Fortsetzung der Originalreihe entsprechend der heutigen Sehgewohnheiten anzupassen und aufzufrischen.
Das Resultat kann sich vor allem bei "Dawn Of The Dead" sehen lassen, der bis auf wenige Neuerungen der Handlung dem Original treu geblieben ist.
Die Zombies der Neuzeit sind natürlich schneller als die schlurfenden Untoten aus den vergangenen 60er und 70er Jahren, die teilweise computeranimierten Effekte wirken noch etwas ausgereifter und blutiger als zu Tom Savinis Zeiten und Romeros Sozialkritik an der konsumorientierten Gesellschaft wirkt im neuen Jahrtausend etwas überholt, wird aber mit dem nötigen Augenzwinkern in Szene gesetzt.
Das Budget wurde sorgfältig investiert, so dass sich sauber inszenierte Actionszenen und sorgfältig dosierte Splattereffekte die Waage halten und eine kleine Riege bekannter Darsteller für die nötige Starpower sorgt, wobei vor allem Ving Rhames ("MIssion: Impossible") Ken Foree aus dem Original in nichts nachsteht.
Jake Weber, Sarah Polley und Mekhi Phifer ergänzen das perfekt harmonierende Ensemble und verleihen ihren Rollen glaubwürdig Konturen, wobei vor allem im Director´s Cut die Vielschichtigkeit ihrer Charakter zum Ausdruck kommt.
Die Härte der dargestellten Brutalitäten wird durch kleine ironische Spitzen und humorvolle Momente gebrochen und Stars des Originals wie Tom Savini und Ken Foree erfreuen den Zuschauer mit Cameo-Auftritten.
Vom inszenatorischen Standpunkt aus betrachtet hat Regisseur Zack Snyder sehr gute Arbeit geleistet und ein glaubwürdiges Katastrophen-Szenario in Szene gesetzt. Auch die von Matthew F. Leonetti geführte Kamera überrascht durch wenige, aber umso ausgefeiltere Kameraperspektiven und beschert "Dawn Of The Dead" einige visuelle Höhepunkte.
"Wenn in der Hölle kein Platz mehr ist, kommen die Toten auf die Erde zurück" ist eines der bekanntesten Zitate aus dem Original und findet auch hier seine Anwendung.
Und wenn alle Zombies von dieser Qualität betroffen sind wie in Zack Synders Neuverfilmung, dann können noch hunderte dieser Kreaturen aus der Hölle ausgespuckt werden.
Und die zu Beginn gestellte Frage nach dem Sinn dieser Neuverfilmung und ob sie gelungen ist, kann nur mit einem doppelten "Ja!" beantwortet werden.
Fazit: ein Remake, dass weder besser noch schlechter ist als das Original, und vor allem eines, das die Filmwelt nicht unbedingt brauchte, aber auch nicht mehr missen möchte!
7 von 10 Zombies