Obwohl er hier schon eine stattliche Menge an Reviews zu dem Film gibt, will ich auch mal meinen Senf dazugeben.
Remakes sind schon seit Jahren eine der treibenden Kräfte in Hollywood, wenn es darum geht, Stoffe ins Kino und/oder auf den Heimmarkt zu bringen. Entweder eigene, mehr oder weniger lang zurückliegende US-Werke werden neu inszeniert, oder man plündert ausländische Filme und ihre Ideen, in der letzten Zeit vorzugsweise aus Asien oder Frankreich.
Hauptsächlich geht es darum, das Thema und die Story in die heutige Zeit zu transportieren, damit eine neue Generation von Filmbesuchern angesprochen und ordentlich Geld eingespült wird (wobei dabei wissentlich übersehen wird, dass diese die "alten" Werke auch kennen und schauen).
Zack Snyder ließ es sich also nicht nehmen, einmal Romeros Zombieklassiker "Dawn of the Dead" von 1978 zu remaken. Dabei folgt der Film dem Prinzip "Aus Alt mach Neu." auf prototypische Art und Weise und kann schon fast als Remake-Leitfaden gelten.
Snyder erweitert vieles aus dem Original, behält sich aber Anspielungen und die Grundidee ein. Der Figurenstamm wurde deutlich erweitert, mehr Tempo und Action fabriziert. Der Film ist greller, witziger, schneller geschnitten und die oligatorische Sex-Szene darf natürlich auch nicht fehlen.
Trotzdem, und das zeigt dieses Remake deutlich, ist das Original in den meisten Fällen die bessere Alternative. "Dawn of the Dead" in der 2004er Version ist ohne Zweifel gelungen, aber auch kein Knallerfilm.
Die Entscheidung, mehr Figuren in die Geschichte zu holen und diese wiederum zu straffen, ist modern, allerdings auch mit Problemen behaftet. Der Großteil der Charaktere bleiben entsprechend eindimensional und sollen auch nur den Bodycount in die Höhe treiben. Einige der Figuren sind unsympathisch, andere einfach nett, so dass die Sympathien leicht zu regeln sind, und wer draufgeht ebenfalls. Wirklich positiv in Erinnerung geblieben ist mir lediglich Ving Rhames als Cop Kenneth, der eine coole Ausstrahlung an der Tag gelegt hat. Die meisten anderen Figuren sind nicht der Rede wert. Das ist schon mal ein großer Unterschied zum Original.
Ebenfalls fällt die Atmosphäre hinsichtlich des Vorgängers ab. Während Romeros Streifen sich viel Zeit für Protagonisten und Situation nimmt, und trotz Splattereinlagen streckenweise subtil vorgeht, lässt Synder gar nicht erst viel Zeit verstreichen und seine Figuren marschieren schnurstracks zum Einkaufszentrum. Der Auftrakt des Remakes ist überaus gelungen und setzt einen spannenden Einstieg, aber danach dominiert eindeutig die Action und die ruhigen Momente, die den Schrecken, der über allen schwebt, verdeutlichen sollen, sind in der Minderheit.
Das ist prinzipiell nicht schlecht, denn Synder versteht es, ordentlich Tempo zu erzeugen und so den Zuschauer zu fesseln. Sein Remake dient vor allem der Unterhaltung. Ein paar nette Ideen präsentiert er dann aber doch, z.B. das Schachspiel oder die makabre Szene mit der Geburt.
Letztlich ist das Remake von "Dawn of the Dead" passend in das neue Jahrtausend geholt worden. Die adrenalinsüchtige Generation kommt dabei absolut auf ihre Kosten. Das ändert aber auch nichts daran, dass das Original besser war, weil origineller aufgebaut und auch besser geschauspielert. Bei dem Remake-Quatsch, der aus Hollywood sonst so nach Europa (zurück)-kommt, ist der Film aber schon eine kleine Offenbarung.