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Vorsicht ! S P O I L E R !!!!

Hier haben wir innerhalb kürzester Zeit das nächste Remake eines Horrorklassikers. Das TCM Remake hatte mir ziemlich gut gefallen aber trotzdem war ich doch skeptisch gegenüber DOFD da sich das Original zu einem meiner Lieblingsfilme zählen kann. Na ja, fangen wir an.

Auch hier verschlägt es mehrere Menschen, darunter eine Krankenschwester, ein Cop, ein schwangeres Pärchen und andere, in ein (fast) verlassenes Einkaufszentrum umlagert von hunderten von Zombies. Kontakt zur Außenwelt gibt es nachdem die Nachrichten eingestellt wurden keinen mehr. Außer dem Besitzer eines Waffenladens der sich gegenüber verbarrikadiert hat scheint es keine Überlebende zu geben. Nach einiger Zeit entschließt sich die Gruppe mit Bussen zu einem Hafen durchzukämpfen um mit einem Boot, welches einem der
eingeschlossenen gehört, auf eine Insel zu fliehen, in der Hoffnung dort sicher zu sein.

Von Anfang an legt der Film ein gehöriges Tempo vor. Man verfolgt die Krankenschwester (Sarah Polley) von ihrer Arbeit nach Hause, sieht sie kurz mit einem kleinen Mädchen sprechen, dann vergnügt sie sich mit ihrem Freund unter der Dusche während sich im Fernsehen die Nachrichten über merkwürdige Geschehnisse häufen.
Am nächsten Morgen steht das kleine Mädchen im Schlafzimmer und der Mann fragt ob sie in Ordnung ist und nähert sich der kleinen. Das Make Up hier ist sehr gelungen und unheimlich da dem Mädchen komplett die Lippen fehlen. Als man das sieht greift sie sofort an und beißt dem Mann in den Hals und reißt, als sie von der Krankenschwester weggezogen wird, ein Stück Fleisch heraus. Der Mann verblutet und verwandelt sich sofort in einem Zombie. Mit Mühe entkommt die Frau und sieht nun das ganze Chaos. Überall werden die Menschen angegriffen, Häuser stehen in Flammen und Sirenen jaulen überall. Panisch flieht sie mit dem Auto (wobei es noch einige nette Ideen gibt) und endet nach einem weiteren Angriff (diesmal von einem Menschen) an einem Baum. Erst dann kommt der sehr gelungene und mit herrlicher Musik (wie im Film etliche Titel passend eingesetzt wurden) unterlegte Vorspann.

Der Beginn fetzt. Er ist sehr spannend inszeniert, deutet einen düsteren Ton an und überzeugt auch durch die sehr gute Kameraarbeit.
Wo ich schon mal bei der Kameraarbeit bin. Leider kommt zum Ende auch die verwackelte SOLADAT JAMES RYAN Kamera zum Einsatz in Verbindung mit schnellen Schnitten. Aber es wird zum Glück nicht überstrapaziert wie im, meiner Meinung nach schwachen, 28 DAYS LATER. Sonst kann man eigentlich nicht über die Führung der Kamera meckern, hat der Film doch im Gegenteil einige schöne Einstellungen zu bieten.

Positiv fällt weiterhin die Stimmung des Films auf. Der Situation angepasst gibt es nur wenig Humor im Film. Bis auf einige Szenen wie sich die Leute in der Mall vergnügen (war ja auch schon im Original) oder das Spiel mit dem im anderen Gebäude eingeschlossenen Andy, bei dem
Karten hochgehalten werden mit Berühmtheiten die Andy dann in der Meute der Zombies ausfindig macht und die ähnlich aussehenden abknallt, bleibt der Film ernst und für einen Studiofilm ziemlich kompromisslos. Dazu gehört auch die Geburt eines Zombiebabys und die folgen.
So bleibt der Film bis zum Schluss düster und Hoffnungslos für die Beteiligten.

Dadurch dass leider kaum auf die Charaktere eingegangen wird bleiben die schauspielerischen Leistungen dann auch auf einem normalen Standard ohne dass man etwas Negativ bemängeln kann. Für einen Horrorfilm ist das aber durchaus schon ein Kompliment. Sarah Polley spielt ihre Rolle realistisch ohne dass sie zur Kampfamazone mutiert. Ving Rhames liefert seine Standard Rolle als harten Mann, Matt Frewer (MAX HEADROOM) ist kurz zusehen, Jake Weber (U-571) ist die gute Seele der Gruppe, Kevin Zegers und Lindy Booth (waren schon in Wrong Turn ein Paar) sprechen das jugendliche Publikum an, Mekhi Phifer spielt wesentlich besser als in HONEY und natürlich gibt es ein kurzes wieder sehen mit Tom Savini, Scott Reiniger und Ken Foree. Von der Rollenverteilung ist natürlich alles vom Arschloch bis blonde Püppi vertreten aber ohne dass die Klischees unangenehm auffallen.

Kommen wir zur Gewalt. Ist der Film Brutal? Ja und nein. Definitiv sollte man keinen Splatter erwarten wie im Original. Aber das war ja wohl schon im vor raus klar, oder?
Nichts desto trotz ist der Film Hart und hat, denke ich, eine 18er Freigabe verdient(der Film lief bei der Pressevorführung im Original). Es gibt reichlich Kopfschüsse, einen platzenden Schädel, eine Kettensäge die einige Körperteile abtrennt und Kopfdurchbohrungen. Gedärme spritzen hier nicht aber man sollte nicht vergessen das DOTD ein größerer Studiofilm ist und
die Zeit der Splatterfilme schon eine Weile vorbei ist.
Für ein Regiedebüt ist der Film aber erstaunlich konsequent umgesetzt auch wenn man zum Schluss manchmal das Gefühl hat das unbedingt eine Laufzeit von knapp über 100 Minuten erreicht werden sollte und so ein paar Szenen weggefallen sind. Z.B. die Szene mit der Kanalisation wirkt irgendwie abgehackt.

Jetzt komme ich endlich zum Ende.
Als Remake kann der Film auf keinen Fall mit dem fast übermächtigen Original mithalten.
Dafür wirkt alles etwas gehetzt und die Charakterisierung der Figuren fehlt fast völlig. Vom Gewaltpegel her ist der Film bei weitem nicht so hoch hat aber genug um Horrorfans zufrieden zu stellen. Da der Film als Remake gesehen werden will muss er halt die Vergleiche zum Romero Film mitmachen. Auch einige CGI Effekte sind nicht ganz gelungen(es gibt nur wenige!), schadet den Film aber nicht sonderlich.
Sieht man DOTD aber als eigenständigen Film (so wie ich jetzt) kann er durchaus begeistern. Der Film hat mehr Action, gute Zombiemasken und erstaunlich harte Effekte für einen Mainstream Film.
Zum Glück Kopiert Zack Snyder nicht sondern bietet eigentlich eine komplett anders erzählte Story mit vielen neuen Ideen (wie der Transport der Lebensmittel per Hund zum anderen Gebäude und andere Szenen die ich nicht noch aufführe; hab schon genug verraten) und bietet dadurch Spannung und Überraschungen. Der Film hat genug eigene Ideen um alleine dazustehen. Das die Zombies wesentlich agiler sind wirkt dabei Gefährlicher und führt zu mehr Action.
DOTD schlägt Filme wie RESIDENT EVIL und 28 DAYS LATER um längen und ist der beste Zombiefilm seit Jahren.

Ich bin gespannt wie der Film bei dem Horrorfans ankommt. Bei der Vorführung gestern (12.3.04) war das Kino danach positiv überrascht; und es waren etliche Fans des Originals am Start. Alle hatten geringe Erwartungen (so wie ich) um am Ende zufrieden aus der Wäsche zu gucken. Wenn die Remakes weiter so gelungen sind wie TCM oder DOTD können gerne noch einige kommen.

8/10

P.S. Bloß sitzen bleiben! Den Abspann sollte man gesehen haben.

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