Kurzkritik zu Zack Snyders Remake von "Dawn of the Dead"
gesehen habe ich die US-Kinoversion, die so auch bei uns erscheinen soll.
Ich muss sagen, die ersten Minuten dieses Films haben mir Angst gemacht, nein, nicht im positiven Sinne, sondern die Angst, wieder einmal Geld für einen lausigen US-Ramsch ausgegeben zu haben. Grund für die Beunruhigung: der Film legt so los, wie es zeitgenössische Horrorfilme vor ihm schon verbockt haben - Schocks ohne Pause, nur sind die nicht auf bizarre Sets oder gruslige Make-up Effekte zurück zu führen, sondern einzig und allein auf das ständige Umschalten zwischen totenstille und extremer Lautstärke. Nach zehn Minuten zischender Zombies ist das THX-Ohrensausen sicher, mir geht das echt zu weit, klar erschrickt man, wenn einem der Schall durch Mark und Bein jagt, aber da waren mir die guten alten Elektroschocks unter den Sitzen viel lieber, die hinterlassen wenigstens keine Kopfschmerzen. Aber es ist eben ein moderner US-Film und die können es eben nicht besser (offenbar), also weiter: Die Aufnahmen sind recht nett, die Zombie-Outfits okay, die rennen nun aber durch die Gegend, anstatt vor sich hin zu wanken. Sinn davon: man kann viel mehr laute Schocks und Gags in den Film packen, na ja. Vom ersten Moment an ist der Film trotz an sich ernster Thematik weitgehend als Komödie angelegt - kein Joke! Jeder zweite Dialog ist als Ironie oder Dumpfbacken-Komik geschrieben, die Charaktere sind dermaßen klar abgesteckt, dass man im Grunde jeden beliebigen Schauspieler hätte einsetzen können. Einzig wirklich zündender Gag ist der Typ auf dem Dach, echt sehenswert, Leute! Was am meisten auffällt ist allerdings, dass der Film nichts weiter ist als der typische Amateur-Zombiefilm mit übermäßig gigantischem Budget, denn es fällt schon arg auf, wie Snyder versucht, jede bemerkenswerte Szene des Originals mit irgendwas zu toppen. Es gibt eine Kopf-Explosion, wahrscheinlich exakt so viele Kopfschüsse wie im Original und der zusätzliche Einsatz von diversen Sägen ist nur noch Mittel zum lustigen Zombie-Schlachten-Zweck. Die Folge: in den ernstesten Szenen des Films( Baby und vor allem der Bus-Unfall am Ende ) riefen beim Kinopublikum weitgehend Lachanfälle aus. Irgendwie - na ja, was soll man dazu sagen? Dynamisch ist das ganze, blutig auch, Computereffekte kaum, der Schluss ist lausig und gleich mehrere der Charaktere gehören rausgekürzt. Die Gastauftritte waren ja zu erwarten, werden aber extrem lustlos und nervig abgespult, der arme Ken Foree bekam nicht mal eine neue Drehbuchzeile...
Trotz allem, wenigstens brutaler als der mistige "Resident Evil" oder nicht?
Die Unrated-DVD kommt hoffentlich bald, dann bin ich im Heimkino mit den Kumpels noch mal dabei, und da kann ich ja den Ton etwas leiser drehen...ich Weichei ich...
Servus