Und weiter geht's mit den Remakes. Diesmal muss George A. Romero's Zombieklassiker aus den 70ern dran glauben. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. "Wenn in der Hölle kein Platz mehr ist... kommen die Toten auf die Erde zurück!"
Inhalt:
Eine Seuche, die Menschen in blutrünstige Zombies verwandelt, breitet sich unaufhaltsam über das gesamte Land aus. Einige Überlebende verbarrikadieren sich in einem Einkaufszentrum, welches schon bald von einigen Hundert Untoten belagert...
Die Geschichte hält sich in ihren Grundzügen recht eng ans Original. Allerdings gibt es auch einige Änderungen. Die Zombies sind viel agiler und flinker unterwegs als in der Vorlage. Das mag wohl eine Anpassung an die Neuzeit sein, in der man sich eh kaum noch Zeit für eine wirklich stimmungsvolle Atmosphäre nimmt. Andererseits ist diese Veränderung als gelungen zu bezeichnen. Denn was der Film in Sachen Endzeitstimmung der 70er Version hinterher hängt, macht er (zumindest in den Actionsequenzen) mit ordentlich Tempo wieder wett. Auch das Make Up der Zombies ist um einiges blutiger und fieser ausgefallen. Des Weiteren wurde die Rockerbande gestrichen und es gibt ein Zombiebaby zu bewundern. Auch beginnt der Film ruhig im Alltag einer Krankenschwester; es wirkt ein bisschen soapig. Aber das hat sich nach wenigen Minuten auch erledigt und man stellt den Zuschauer vor vollendete Tatsachen, sprich: die Apokalypse.
Die Charaktere selber sind nicht besonders tiefgründig, dafür meist recht sympathisch. Schauspielerisch wird hauptsächlich auf unbekannte Gesichter gesetzt; Ving Rhames dürfte aber zumindest Tarantinofans ein Begriff sein. Die Leute machen auch das Beste aus der Rolle und versauen die Inszenierung nicht. Auch gibt es einen witzigen Auftritt Tom Savinis und des Predigers aus Romero's Version. A propos; Witz besitzt der fast durchweg ernste Film auch. Das äußert sich meist in zynischen Bemerkungen oder auch mal durch das Verhalten der Untoten. Das Ganze wirkt aber nie albern. Großartig zB die Promi-Name-Sequenz. ("Der sah aber gar nicht wie Burt Reynolds aus....":))
Erfreulich auch, dass es in dem Genre wieder ordentlich Gore zu sehen gibt. Schon der Beginn bietet einige schöne Sequenzen. So richtig derb wird's in den letzten 20 Minuten wenn die restlichen Überlebenden sich gen Hafen aufmachen. Prima Splattereinlagen, die allesamt handwerklich klasse gemacht sind. Überhaupt gibt es nicht viele CGI-Effekte zu sehen und das ist gut so (dafür erkennt man einige aber als solche). Das Blut spritzt literweise, auch Kettensägen oder Äxte kommen zum Einsatz und (das wohl einfachste Mittel einen Zombie loszuwerden) es gibt Headshots en masse. Aber auch zwischendurch gibt's immer mal wieder einige mehr oder minder eklige Szenen.
Auch der Soundtrack war spitze. Sehr stimmungsvoll waren die Stücke von Johnny Cash. Weiter gibt es noch ein paar rockige Töne und einen klassischen Score zu hören. Gut arrangiert und getimet war auch die Kameraarbeit; vor allem in der Anfangssequenz, wenn Ana im Auto durch den halb zerstörten Vorort brettert. Auch der Schnitt war gut platziert und es ist für ein paar Schockszenen gesorgt. Sehr schön sind auch die Anfangs- & Endcredits anzusehen.
Soweit alles prima. Leider erreicht der Film nie so eine beklemmende Endzeitatmosphäre wie seine Vorlage. Zwar wird der Film nicht langweilig, aber eine etwas straffere Inszenierung hätte ihm nicht geschadet. Aber das könnte man von der alten Version auch behaupten.
Fazit:
Sehr guter moderner Zombiefilm, der leider nicht ganz so dicht wie RomerosS Fassung ist. Dafür bekommt man ordentliche Splattereinlagen und eine mehr als brauchbare Inszenierung. Einige neue Ideen machen den Streifen auch für Fans des Klassikers sehenswert. Wer das Genre mag wird gut bedient.