Review

Nach TCM ist dies das zweite Remake eines Horrorkultklassikers innerhalb kurzer Zeit und weitere sind bereits in Planung. Das ist ja klar, dass jedesmal die "der-ist-nicht-so-gut-wie-das-Original-Leute" kommen bevor sie den Film überhaupt gesehen haben. Aber ich finde man sollte sich den Film unabhängig vom Original anschauen und ihn nicht schlechter bewerten bloß, weil das Original so überragend ist.

Der Anfang ist auf jeden Fall sehr gelungen. Wie plötzlich sich die ganze Welt umkehrt, ist schon gut inszeniert worden. Zunächst sieht man ein glückliches Paar in einer wunderbaren Nachbarschaft und im nächsten Moment ist alles voller Zombies. Ich möchte aber an dieser Stelle nicht zu viel verraten, deshalb gehe ich direkt zum Haupttteil des Films über.

Als unsere Hauptdarsteller das Einkaufszentrum erreichen stabilisiert sich die Lage erstmal, da keine Zombies hineinkommen können. Im Einkaufszentrum entfacht aber ein Machtkampf zwischen den Menschen. Der Film ist auch hier noch sehr interessant und zwischendurch gibts immer mal wieder kleinere Brutalitäten (meistens Kopfschüsse) zu sehen.

Eine Frauen ist dann dazu gezwungen, ihr Kind in diesem Einkaufszentrum zur Welt zu bringen. Diese Szene ist meiner Meinung nach total idiotisch und soll wohl schocken. Für mich stellt diese Szene auch den Zeitpunkt dar, an dem der Film beginnt schlechter zu werden. Es passiert irgendwie nichts Neues mehr. Man kämpft sich durch Massen von Zombies, in dem man sie haufenweise abknallt und schließlich versucht man von dem Einkaufszentrum zu flüchten. Besonders störend fand ich es, dass der Film hier mehr und mehr zu einem Action-Baller-Film mit Zombies wird. Auch die blöden Witze und Macho-sprüche häufen sich, was in einen so dramatischen Teil nicht hineingehört. Dadurch wird die bedrohende Atmosphäre nur abgeschwächt.

Wie in 28 Days Later, wo mich das sehr gestört hat, haben wir es auch hier wieder mit rennenden Zombies zu tun. Bei Dawn of the Dead wirkt das allerdings wirklich gut und auch das Make-up steht den Zombies. Trotzdem gefallen mir langsame Zombies besser. Das wirkt irgendwie unheimlicher und außerdem müssen die so sein.

An Brutalität gibt es hier Einiges zu sehen, aber auch nicht übermäßig viel (verglichen mit dem Original ist das harmlos). Ein Zombie-Kopf wird mit einem Holzpflock durchbohrt, einem anderen explodiert der Kopf und eine Kettensäge kommt zweimal zum Einsatz. Dazu gibt es den ganzen Film durch hunderte von Kopfschüssen. Viel mehr ist es nicht.

Übrigens hat Tom Savini einen Kurzauftritt und gibt sich wie immer leicht irre und cool.

Nun doch ein paar Vergleiche mit dem Original: Im Remake passiert es nicht wirklich dass die Zombies plötzlich die Oberhand gewinnen und über die Hilflosen Menschen herfallen. Man sieht die Menschen zwar öfters vor ihnen flüchten, aber sie haben stets eine Waffe zur Hand. Hier ist das Original vom Spannungsverlauf her viel besser aufgebaut. Zunächst ist alles unter Kontrolle, Ruhe kehrt ein und dann gerät alles aus den Fugen und die Zombies fallen über sie her.
Die Gesellschaftskritik des Originals ist kaum vorhanden, allerdings muss man dazu sagen, dass der Director's Cut von Romero auch wesentlich länger ist. Beim Remake hat man halt einfach mehr auf Action gesetzt.

Also kann man sagen, dass Dawn of the Dead 2004 ein gelungener Zombiefilm ist, der in der zweiten Hälfte aber stark nachlässt. Verglichen mit Romeros Dead-Trilogie hat der Film keine Chance, aber auf jeden Fall ist er viel besser als 28 Days Later oder auch ältere Billig-Zombiefilme.

6/10 Punkten

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