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Der amerikanische Regisseur Zack Snyder tat sich in seiner Karriere ja vor allem durch wuchtig bebilderte Comic-Adaptionen à la "300" hervor. Sein visuelles Können bewies er aber auch im Remake eines der berüchtigsten und unter Genre-Fans am meisten verehrten Horror-Klassiker - dem Zombie-Schocker "Dawn of the Dead".

Im Gegensatz zu den meisten Remakes aus diesem Bereich gelingt ihm dabei eine absolut fesselnde und passend aktualisierte Neuauflage des Stoffs: Als eine unerklärliche Zombie-Epidemie über die Welt hereinbricht, verbarrikadiert sich eine Gruppe Überlebender in einem riesigen Kaufhaus. Nicht nur die unterschiedlichen Charaktere sorgen für Spannungen, auch immer wieder neue Attacken der Zombiehorden bleiben eine ständige Bedrohung.

Snyders Neuverfilmung orientiert sich am klassischen Zombie-Muster: eine Gruppe Überlebender, deren Kampf untereinander ebenso drastisch ist wie der gegen die Zombies. Das Original kürzt er dabei inhaltlich etwas ein und lässt seine Agierenden sehr bald das rettende Einkaufszentrum finden. Diese Verkürzung ist aber keinesfalls ein Schwachpunkt - im Gegenteil: Das hohe Tempo des Films erzeugt ein enormes Maß an Spannung, und das bereits von der Einleitung an. Es wird sich nicht lange mit Vorgeplänkel aufgehalten, schon nach wenigen Filmminuten bricht die erste Zombie-Attacke über die Hauptfigur Ana (stark gespielt von Sarah Polley) herein - einen krasseren Start kann man sich kaum denken. Innerhalb von Sekunden verwandelt sich ihr Partner in eine mordende Bestie und schleudert sie mitten in den knallharten Überlebenskampf. Mit hoher Schnittfrequenz, treibender, aber nicht zu penetrant eingesetzter Spannungsmusik und sehr eindrücklichen Bildern (etwa ein heftiger Auto-Crash samt Explosion aus der Vogelperspektive) erzeugt Snyder innerhalb kürzester Zeit eine Atmosphäre der völligen Zerstörung bekannter Strukturen.

Diese visuelle Kraft behält der Film durchgehend bei. Die Kamera wird sehr beweglich eingesetzt und findet immer wieder beeindruckende Bilder. Dazu passen die dunkle Farbdramaturgie und sehr drastische Splatter-Effekte, die zwar heftig und blutig sind, aber nie um ihrer selbst willen eingesetzt werden, sondern stets bittere Folge der Handlung sind. Dem Hardcore-Zombie-Fan werden durchbohrte Köpfe, durchgesägte Körper und blutrünstige Zombie-Attacken präsentiert, die mit hochgradig gelungenen Effekten inszeniert sind. Zusammen mit den gut gezeichneten Figuren und einer stringenten Handlung ohne allzu große Logiklöcher ist "Dawn of the Dead" damit einer der besten Genre-Beiträge seiner Epoche.

Auch fügt Snyder dem genialen Original eigene, gute Ideen hinzu. So sorgen etwa der sarkastisch eingesetzte Soundtrack und trockene Sprüche für eine Prise finsteren Humors, während auf der anderen Seite besonders garstige Ideen wie die Zombifizierung einer Schwangeren für geradezu surreal-düstere Szenen sorgen. Vom größten Pluspunkt gar nicht zu reden: Da die Zombies hier schnell rennen können, sind sie - im Gegensatz zur Vorlage - eine wirklich ernstzunehmende Bedrohung. Hochspannung, krasse Gewalteffekte und die geradlinige, aber keinesfalls dünne Story machen dieses Remake selbst zu einem kleinen Klassiker. Für Genre-Fans ein absolutes Muss!

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