„Terminal Rush“ mag keine B-Offenbarung sein, ist jedoch immerhin besser als vieles andere, was Royal Oaks in seiner Schaffenszeit verbrochen hat.
Zu belagerndes Objekt dieser „Die Hard“-Variante ist der Hooverstaudamm, der von einer Horde von Terroristen eingenommen wird. Man nimmt das Sicherheitspersonal als Geiseln, droht mit Sprengung des Damms und verhandelt mit den Behörden. Business as usual also, wobei der Staudamm als Schauplatz nur anfangs etwas neues zu sein scheint, denn von innen sieht er genauso aus wie Hallen aus Filmen wie „Mission Open Fire“ oder „Deadly Takeover“.
Unter den Geiseln befindet sich jedoch auch der Vater von Deputy Jacob Harper (Don ’The Dragon’ Wilson), der das Taktieren des FBI nicht abwarten kann. Also verschafft er sich über einen alten Bautunnel selbst Zugang zum Damm und räumt im Alleingang mit dem Verbrechervolk auf...
Awards gewinnt „Terminal Rush“ sicher nicht, doch es handelt sich um B-Action der alten Schule, bei der das meiste noch handgemacht ist. So kommt wenigstens Flair auf, zumal Regisseur Damian Lee sein Handwerk halbwegs versteht und das Geschehen teilweise echt dynamisch wirkt – trotz des merklich schmalen Budgets. Die Fieslingsriege bleibt leider recht gesichtslos, abgesehen von dem psychopathischen Killer Bartel (Roddy Piper), der stets mit seltsamer Gesichtsbemalung rumläuft (den Grund dafür bleibt „Terminal Rush“ dem Zuschauer leider schuldig).
Problematisch hingegen ist die Tatsache, dass das Script für „Terminal Rush“ mal wieder mit der heißen Nadel gestrickt wurde und sich die Ungereimtheiten nur so aneinander reihen. So spricht der Obermotz mal davon mal gleich sechs, dann doch nur eine Geisel zu exekutieren, das FBI gefährdet das Leben der Anwesenden auf skandalöse Weise usw. Zudem fährt „Terminal Rush“ auch noch eine ganze Reihe ausgelutschter Stereotypen auf, darunter auch die Tatsache, dass die Geiselnahme nur Deckmantel für ein anderes Unternehmen ist. Lediglich ein paar überraschend gute Plottwists (Stichwort Verräter) hält „Terminal Rush“ parat, wenngleich ein paar davon zu früh enthüllt werden.
Die Action kann das wenig innovative Script leider nicht so wirklich ausgleichen, da es einfach zu wenig davon gibt und Damian Lee ausgerechnet hier wenig Akzente setzen kann. Die Shoot-Outs haben einen hohen Bodycount, lassen aber ein wenig den Elan missen, die Explosionen sind etwas mau gemacht. In den Fightszenen kann man sich immerhin an der Flexibilität Wilsons freuen, der mal wieder einige spektakuläre Moves zeigt. Ganz nett ist das Aufeinandertreffen von Wilson und Piper, Martial Arts contra kraftvolles Geprügel, wenngleich man aus der Begegnung deutlich mehr hätte machen können. Enttäuschend hingegen der ebenso spannungs- wie actionarme Showdown.
Schauspielerisch hingegen bewegt sich das Ganze auf solidem B-Niveau, wobei Don ’The Dragon’ Wilson mit seinen üblichen drei Gesichtsausdrücken durch den Film kommt. Der Rest ist ganz ordentlich, nur von Roddy Piper könnte man mehr erwarten. Der ist Killer ganz OK, aber sarkastische Humor seiner sonstigen Rollen fehlt leider.
Alles in allem ist „Terminal Rush“ trotz des löchrigen Scripts noch halbwegs passabel für den Genrefan, da die vorhandene Action ganz nett ist und das Flair stimmt. Unterer Durchschnitt, aber mit mehr Budget und einem besserem Drehbuch wäre mehr drin gewesen.