Review

Damien Lee war noch nie ein Meisterregisseur, man siehe sich nur mal den schlechten Lundgren Actioner " Agent Red " an. Dementsprechend fällt auch " Terminal Rush " enttäuschend aus. Dabei ist nicht das Drehbuch von Mark Sevi schuld, das Potential für einen ordentlichen B-Actioner ist durchaus vorhanden. Wobei man zu Lee´s Schutz auch sagen muss, dass das Budget ziemlich armselig war, daher lässt auch der Schnitt des Filmes arg zu wünschen übrig, leider nicht nur der. Auch für Hauptdarsteller Don Wilson war dies ein Absturz, nach richtig guten B-Actionern wie " Lion Strike " oder " Zero Control ".

Im Hoover Damm wird ein neuartiger Mikrochip für Waffensysteme von der Regierung gelagert. Diesen wollen sich die beiden Söldner Harrison Dekker (Michael Anderson Jr.) und Bartel (Roddy Piper) aneignen. Dazu besetzen sie mit ihren Mannen den Damm und fordern zusätzlich 20 Millionen Dollar für die Geiseln. Unter den Geiseln ist auch der Vater des Polizisten Jacob Harper (Don Wilson). Jacob will seinen Alten natürlich raushauen und schleicht sich durch ein unterirdisches Tunnelsystem in den Damm. Während die Regierung und das FBI Machtlos sind, dezimiert Jacob die Terroristen nach und nach, bis er sich zu Dekker und Bartel vorgearbeitet hat.

Welcher Trottel bewahrt schon einen neuartigen Chip in einem Staudamm auf ? Sonderlich wichtig scheint der Regierung das Ding ja nicht zu sein. Es sind zwar einige Wachen vor Ort, doch die scheinen die Ausbildung verschlafen zu haben und tragen zudem nur mikrige Pistolen. Das schreit ja förmlich nach einer weiteren Ausnutzung des " Die Hard " Konzeptes im B-Bereich, wobei die Kulisse des Staudamms noch das Originellste ist. Man dufte Teile des Films sogar am echten Hoover Staudamm drehen und damit prahlt das Videolabel MVM auch auf der Rückseite der Kassette, weil dort ein kleiner Teil von " Universal Soldier " gedreht wurde. Besser macht das " Terminal Rush " auf keinen Fall, aber ich halte es trotzdem für die Passende Kulisse.

Positiv erwähnen kann man auch den Score, der zwar recht eintönig, hin und wieder auch etwas heroisch klingt, aber immer die passende Untermalung zu bieten hat.
Leider zieht die schlaffe Story nicht mit. Überhaupt kommt das 90 minütige Vehikel nicht richtig in die Gänge, es dauert über eine halbe Stunde, bis Harper in Aktion treten darf. Obendrauf gibt es keinerlei neue Ideen, gar Wendungen. Die Terroristen erfüllen jegliches Klischee und stellen sich meist viel zu unprofessionel an, außer Bartel scheint Keiner Kampferfahrung zu haben. Das Aufkommen von Spannung ist hier schon mal unmöglich.

Oft ist sie der Trumpf solcher Filme, doch hier kann die Action nur bedingt überzeugen. Die Mischung aus Fights und Shootouts kann man als gesund bezeichnen, aber die Choreographien wirken lustlos. Der Bodycount geht in Ordnung, doch man steht immer nur steif in der Gegend herum und beschießt sich solange, bis endlich mal Einer umfällt. Viel zu unspektakulär sind auch die Nahkämpfe. Don zeigt einige Moves, aber die Gegner leisten kaum Widerstand und liegen meist schon nach dem ersten Schlag oder Tritt flach. Überzeugen kann nur der Kampf Don Wilson vs Roddy Piper. Zwar zu kurz, aber eindeutig der Höhepunkt der flauen Action. Für die schwachen Explosionen kann man dank des winzigen Budgets noch Verständnis haben.

Die Darsteller passen sich dem mäßigen Film gut an. Don Wilson, hier mit hässlicher Schmierfrisur, agiert passabel. Kaum Mimik oder Gestik, aber den Einzelkämpfer nimmt man ihm ab. Roddy Piper kann deutlich mehr, als er hier zeigt. Durch die komische Kriegsbemalung macht er zwar einen irrwitzigen Eindruck, aber als Guter gefällt er mir wesentlich besser.

Noch ein dicker Störfaktor ist die nebenbei laufende Liebesgeschichte. Jacob ist ein Navajo und will die Einöde nicht verlassen, doch seine Freundin, Frau, oder was auch immer ist schwanger und will dort nicht mehr leben. Dieser nervige Disput verzögert nur den Beginn der Action im Damm und ist offensichtlich ein purer Lückenfüller. Schon nervig, dass man jedem Actioner so einen dämliche Nebenstrang auf´s Auge drücken muss.

Dieser völlig lieblos und unspannend inszenierte B-Actioner ist nicht mehr als knappe 4 Punkte wert.

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