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"Ich hab die Geschichte nicht gestohlen!"

Für den Schriftsteller Mort Rainey (Johnny Depp) steht eine Scheidung bevor. Seine Frau Amy (Maria Bello) hat sich bereits von ihm getrennt und mit Ted Milner (Timothy Hutton) eine neue Beziehung begonnen. In der Abgeschiedenheit seines Hauses in einem Wald versucht Mort einen freien Kopf zu bekommen. Eine Schreibblockade verhindert dies aber ebenso wie auch ein fremder Mann namens John Shooter (John Turturro), der Mort des Plagiats beschuldigt. Angeblich soll er die Geschichte "Das geheime Fenster" von Shooter gestohlen haben.
Shooter's Eingriffe in Mort's Privatleben werden zunehmend drastischer. Um sich ihm zu entledigen verspricht Mort einen Beweis für die Erstveröffentlichung zu erbringen. Gleichzeitig heuert er den Privatdetektiv Ken Karsch (Charles S. Dutton) an, denn Shooter war sich nicht zu schade Mort's Hund zu töten.

"Das geheime Fenster" basiert auf einer Kurzgeschichte von Stephen King, dessen thematisch ähnliche Werke "Misery" und "Shining" bereits einer Verfilmung gewürdigt wurden. Ähnlich diesen Titeln ist auch "Das geheime Fenster" ein eher traditionelles Werk. Unterschwellige Ängste und Horrorszenarien gehen vor knallige Schockeffekte und Gewaltspitzen. Leider zieht sich der Spannungsaufbau durch den ganzen Film. Erst das Finale kann mit einem gesteigerten Tempo und einer überraschenden Auflösung punkten.

Das Verwirrspiel ist sicher nicht originell aber routiniert erzählt. Zu einer unheilschwangeren Musikuntermalung bauen sich die wenig interessanten Figuren auf, visualisierte Wahrnehmungsstörungen sorgen für angenehme Einschübe bis ein toter Hund einen gewissen Ernst in die Handlung bringt.
Leider tritt "Das geheime Fenster" beim zähen Voranschreiten seiner Handlung häufig auf der Stelle. Die Kurzgeschichte gibt einfach nicht genug Stoff für einen abendfüllenden Film her, wodurch erzählerische Einschübe nur Längen verursachen. Auch aus logischer Sicht passen zahlreiche Situationen nicht zu dem überwiegenden Ernst der Geschichte.

Somit setzt "Das geheime Fenster" alles auf seinen unvorhersehbaren Schluss, der dem Film doch noch eine Nuance setzen kann. Fast schon übermäßig bösartig verdreht sich das bisher gesehene und Sympathiefiguren wechseln komplett durch, was durch die Stereotypen allerdings keine Steigerung bewirkt.

Dank Johnny Depp ("Fluch der Karibik"-Reihe, "From Hell") enthält der Film zumindest einen ansehlichen Darsteller. Seine schmuddelige und facettenreiche Performance hält "Das geheime Fenster" am Leben.
Auch John Turturro ("Transformers"-Reihe) macht seine Sache gut, während Timothy Hutton und Maria Bello ("Thank You for Smoking") eher einschläfernd wirken.

Zumindest das Ende von "Das geheime Fenster" ist konsequent, was man vom Rest weniger behaupten kann. Zu gemächlich ist der Spannungsaufbau, zu abgedroschen die eingebauten Situationen. Dank eines guten Hauptdarstellers rettet sich der Thriller mit seinen leichten Horrorelementen noch in das Mittelfeld.

5 / 10

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