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Sie haben einfach etwas. Diese kleinen, aber feinen Thriller, welche weder besondere Begeisterung hervorrufen noch sonderlich enttäuschen. Die Filmchen, die mit einer routinierten und gemächlichen Erzählweise den Zuschauer durchgehend am Ball bleiben lassen und am Besten noch von einem einzigen, wirklich wichtigen, Charakter, den ganzen Film tragen lassen. Dieses Schema verfolgt "Das geheime Fenster" eigentlich durchgehend und kann damit wirklich punkten. Vor allem der "einzige, wirklich wichtige," Charakter, wird von seinem Darsteller brillant rübergebracht.

"The Secret Window" basiert auf einer Kurzgeschichte vom Horror-Literatur-König Stephen King (die ich allerdings leider nicht kenne). Es gibt nette Storyelemente, eine verschlafene Kleinstadt, ne leicht verrückte Figur und viel Spannung!

Regisseur und Drehbuchautor David Koepp schafft es mit seinen wirklich tollen Aufnahmen (Nebelschwaden über dem Fluss verfehlen auch hier nicht ihre Wirkung), dem (selbst geschriebenen) guten Drehbuch und einem passenden Score, schnell eine knisternde und gekonnte Atmosphäre aufzubauen, die bis zum Ende hin nicht abbricht. Auf derbe Schockszenen und Gore-Effekte wird dafür verzichtet, es geht gemächlich zu, wobei es aber immer wieder einige Überraschungen gibt.

Hauptsächlich wird der Film aber vor allem von einem getragen: Johnny Depp. Seine Darstellung des heruntergekommenen, leicht zynischen Schriftsteller Mort Rainey ist einfach nur brillant! Mit Zottelfrisur, einem herrlichen Minenspiel, vielen frechen Sprüchen auf den Lippen und einigen schrägen Aktionen ist er zudem für viele gelungene Lacher zu haben. Man kann wohl sagen, dass es ohne Depp nur halb so unterhaltsam geworden wäre.

Auf die Auflösung des Ganzen hätte man sicherlich schon relativ früh kommen können, da es leider eine ziemliche 08/15-Lösung ist. Ich persönlich muss aber, zu meiner Schande, gestehen, dass ich erst dann drauf gekommen bin, als es der Zuschauer auch wirklich raus kriegen sollte. Sprich kurz vor Schluss! Zwar habe ich zwischendurch schon mal ab und zu daran gedacht, doch richtig schlüssig war ich mir nie. Vielleicht kann man das dann doch noch als guten Punkt für den Film werten!

Schade ist auch, dass das Ende des ganzen Treibens leider etwas müde geraten ist. Nachdem die Auflösung auf dem Tisch liegt, musste man wohl unbedingt noch ein paar schläfrige Minuten dazuspinnen, die dann so gar nicht mehr passen wollen. Ein etwas besseres Ende hätte man schon präsentieren dürfen! Aber na ja!

Fazit: Spannender und atmosphärischer kleiner Thriller, der vor allem durch seinen genialen Hauptdarsteller getragen wird, aber auch mit einigen netten Überraschungen und guten Ideen aufwarten kann. Leider ist die Auflösung des ganzen dann aber ziemlich "08/15" und auch das Ende enttäuscht. Trotzdem sei er allen empfohlen, die kleine, aber feine Thriller zu schätzen wissen!

Wertung: 7/10

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