Inhalt:
China in den 1920er Jahren, an einem Küstenort in der Provinz Hebei. Cheung Da Gong (Henry Yu Yang) ist ein junger Mann und ein herausragender KungFu-Fighter.
Er ist unstet, zieht umher, um vor allem Schutzgeld-Erpresser zum Kampf zu stellen, und diesen das Handwerk zu legen. Er verdient seinen Lebensunterhalt als KungFu-Kämpfer, auch bei Preis-Kämpfen, als Leibwächter und um Ladenbesitzer vor Schlägern zu schützen.
Auch hilft er einem bedrängten Mädchen, der schönen Jun Suen ("Susanna" Au-Jeung Pui-San), die sich daraufhin in ihn verliebt.
Da erreicht Cheung ein Brief seiner Familie. Er soll zu dieser zurückkehren, sein Vater liege im Sterben.
Auf dem Sterbebett bittet sein Vater ihn, zu Hause zu bleiben, die Landwirtschaft des Vaters zu übernehmen, und vor allem nie mehr zu kämpfen.
Cheung entspricht dem Willen seines Vaters, er lebt nunmehr zusammen mit seiner Mutter und seiner Schwester (Nancy Sit) auf der Farm des Vaters und führt das Leben eines Landwirts.
Eine Verbrecherbande, angeführt vom skrupellosen Wong (Tien Feng), versucht, das Land Cheung billig abzukaufen. Doch dieser weigert sich beharrlich.
Wongs oberste Schergen sind nicht zimperlich: Pai (Fong Yau), genannt "White Fan", und Li (San Kuai), genannt "Black Fan".
Diese Erhalten Verstärkung durch einige starke KungFu-Fighter (u.a. Fung Hak-On, Lee Chiu, Lee Hang, Jackie Chan).
Sie setzen Cheung massiv unter Druck, bedrohen und belästigen ihn beharrlich. Doch Cheung bleibt standhaft.
Dann wird der Verwalter (Kenneth Tsang) Cheungs brutal zusammengeschlagen und schwer verletzt. Und schließlich fallen Cheung´s Schwester und Mutter, sowie der Verwalter einem Brandanschlag grausam zum Opfer.
Cheung -den die Gangster unter den Brandopfern wähnen und für tot halten- entdeckt die Leichen. Und er schwört den Mördern blutige Rache.
Cheung will Wong und seine Schergen aufspüren, während die Gangster Jun Suen in ihre Hand bekommen, sie misshandeln, sie soll im Bordell der Bande arbeiten, und die Chefin (Mang Lee aka Suzy Meng Li) des Etablissements soll sie unter deren Aufsicht nehmen.
Cheung´s Rachefeldzug beginnt, zunächst ist "Black Fan" Li dran.
Als Wong mitgeteilt wird, dass Cheung nicht unter den Toten des Brandanschlages sein kann, erkennt er, wer ihm nach dem Leben trachten wird.
Und für Wong wird die Lage immer bedrohlicher: Cheung schleust sich in das Bordell der Verbrecher, und stellt alle Schergen zum Kampf, darunter "White Fan" Pai.
Schließlich kommt es zum gnadenlosen Show-Down, zum mit äußerster Brutalität geführten Duell zwischen Cheung Da Gong und Wong. Ein Kampf auf Leben oder Tod.
Kritik:
SO muss ein KungFu-Film sein! Ein Eastern der Spitzenklasse!
Im Jahre 1973, auf dem Höhepunkt der Eastern-Welle in Hongkong und auf der Welt, drehte Regisseur Fung Lung-Hsiang diesen eisenharten, dicht in Szene gesetzten Film, mit jeder Menge brutal-knallharter KungFu-Fightaction. Ein kerniger KungFu-Action-Knaller, richtig was für die Eastern-Fans.
In hell-klaren Bildern, in typischen Indoor-Kulissen und erstaunlich gut gewählten Outdoor-Schauplätzen, erzählt die Regie einmal mehr eine Story um einen einsamen, harten Kämpfer ala Bruce Lee, der Rache nimmt an den Mördern seiner Familie.
Immer wieder gern von den Fans des Genres gesehen, und hier strikt-stringent und doch mit Nuancen umgesetzt.
Doch hat "The awaken punch" eine für einen solchen KungFu-Film geradezu astronomische Länge von sage und schreibe 102 Minuten. Kommen da nicht bei einer doch recht einfachen Geschichte Längen auf?
Sollte man meinen, doch die Regie nimmt sich bewusst Zeit, Zeit die genutzt wird, die Handlung atmosphärisch zu verdichten und die Story mit hoher Intensität und Sorgfalt zu inszenieren.
Das macht "The awaken punch" schon irgendwie besonders und hebt diesen Streifen doch etwas vom all zu routinierten Rache-Eastern-Schema ab.
Der Betrachter bleibt am Ball, eine einfache Story, eine intensiv-sorgfältige Inszenierung und eine Regie die mit feiner Klinge alles umsetzt.
Dazu solide und überzeugende Darstellungen, und vor allem reelle, knallharte Fight-Action, der Eastern-Fan ist in seinem Element.
Henry Yu Yang ist hier der typische Antiheld, der einsame, harte Fighter ala Bruce Lee. Aber das ist kein Bruceploitation-Movie, Henry Yu Yang setzt eigene Akzente, auch wenn das Rollenbild an Bruce Lee´s Antihelden-Figuren angelehnt ist. Die eisenharten KungFu-Actioner Bruce Lee´s waren in jenen frühen 1970er-Jahren eben maßgeblich für das Hongkong-Kino, daran orientierte sich auch dieser Streifen und das solide-gekonnt.
Und Yu Yang ist ein starker KungFu-Fighter, der sich durch sein Rollenbild und diesen Film wühlt und prügelt.
Die Villains sind natürlich bitterböse veranlagt, und harte Gegner, die dem Antihelden alles abverlangen. Fong Yau und San Kuai als so feige wie verhaltensgestört-finstere Schergen und Duell-Gegner für Yu Yang. Das machen die richtig gut. Ein spezielles Make-Up verleiht Fong Yau zudem eine geradezu dämonische Aura.
Lee Chiu, Lee Hang, Jackie Chan -mit Mini-Rolle und blutjung- und -mit etwas größerer Rolle- Fung Hak-On, komplettieren das Bösewicht-Ensemble um den Haupt-Villain und sorgen vor allem für weitere Fight-Action-Gelegenheiten in diesem hammerharten Film.
Tien Feng, durch zahllose KungFu-Filmrollen -oft als väterlicher Beistand des Helden oder als Villain- gestählt, ist hier der oberste Bösewicht. Tien Feng spielt all seine Routine aus, bleibt scheinbar cool, als sich die Schlinge um den Hals seiner Figur immer enger zusammenzieht. Doch die Nervosität wächst, und als er keinen mehr vorschicken kann, kommt es zum mit größter, brutaler Intensität geführten, gnadenlosen End-Duell.
Erstaunlich, dass es einige weibliche Rollen hier gibt, die die Geschichte durchaus mittragen: "Susanna" Au-Yeung Pui-San sogar als Freundin des Helden, der für Romantik allerdings keine Zeit hat. Sie ist niedlich, doch hat der Antiheld kein Auge für sie. Schließlich wird ihre Figur entführt und es droht die Zwangsprostitution. Ihre undankbare Rolle spielt "Susanna" angenehm unaufgeregt.
Nancy Sit als Schwester des Antihelden und Mang Lee als Puff-Chefin in einer besonderen Rolle. Ohnehin verlagert sich der Teil des Films vor dem Show-Downgeschehen in das Bordell der Gangster, fast entsteht da ein Neben-Plot ala Puff-Drama. Auch das eine spezielle Nuance in diesem Eastern.
Mang Lee kann als taff-coole Bordell-Chefin tatsächlich Akzente setzen, ihre Mädels sind attraktiv, und sie selbst auch. Ja, ich würde sie nur dann von der Bettkante schubsen, wenn für mich der geilste Dreier den es geben kann in Aussicht stünde: Mit Jana Azizi und Athing Mu.
Also mir gefielen Mang Lee und ihre Girls, attraktive Chinesinnen mit dem gewissen "Etwas".
Das Wichtigste ist natürlich die KungFu-Fightaction. Und "The awaken punch" ist voller knallharter, tempogeladener und dynamischer KungFu-Fights. So reelle wie technisch-visuell einladende KungFu-Fightaction, die Intensität lässt die Fights überaus brutal wirken, die zahlreichen Fights, zumeist Duell-Kämpfe aber auch zum Ende hin 1vs5-Fights, machen "The awaken punch" zu einem KungFu-Hit, zu einem intensiven, extra harten KungFu-Actioner für die wahren Eastern-Fans.
Der Endfight, mehrteilig, ist natürlich hochintensive KungFu-Fight-Action-NonStop-Total, hammerhart.
Ziemlich gut. Sollte jeder echte Eastern-Fan gesehen haben.
8,5/10.