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Ungleich Roger Corman und Russ Meyer, den großen Meistern des Trashkinos der 60er und 70er Jahre dürfte Denis Sanders nur wenigen Insidern ein Begriff sein. Nachdem er sich an den TV-Serien „Route 66" und „Preston & Preston" schon als Regisseur verdingte, zog es ihn später zu einigen Ausflügen in das Genre des Trashfilms. Dass dabei mit Filmen wie „Invasion der Bienenmädchen" durchaus passabler und kurzweiliger Schund entstand, soll hiermit erwähnt werden.

Die Story um seltsame Experimente - Gen-Mutationen mit Bienen, deren Fruchtbarkeit darunter leidet - welche dann gekreuzt mit Menschenweibchen die männliche Bevölkerung einer Kleinstadt dezimieren, ist kruder Unfug, weiß aber gerade durch einige haarsträubende Elemente zu unterhalten.

So offenbart sich die ganze inhaltliche Schwachsinnigkeit in den manchmal einschläfernden, da zu langen, oftmals pseudowissenschaftlich-absurden Dialogen und - wenn Sanders der Meinung war, dass sein Film mal wieder etwas Erhellendes benötigt - sinnloser Nacktheit. Schließlich erfordert es ja die Handlung, dass die Männer mit den Frauen kopulieren und dadurch sterben. Freilich haben diese - nennen wir es mal so - Erotik-Szenen jugendfreien Nackedei-Charakter und überschreiten nie die Grenze zu einem anderen, exploitativen Genre, welche ebenfalls ab den 70er Jahren mit allerlei entblößter Haut die Welt eroberte. In den stärksten Momenten (die Sequenz, als man die Apparatur und die Verwandlung ausführlichst zu sehen bekommt) erinnert „Invasion der Bienenmädchen" gar an die Science-Fiction-Trash-Movies der 50er Jahre und bezieht gerade aus dieser Naivität, mit welcher dabei vorgegangen wird, seinen Reiz. Während nun der Film an sich im Endergebnis eher durchschnittlich denn brillant geworden ist, so fällt doch besonders die minimalistische, fast schon witzige Musikuntermalung mit obskuren Sopran-Gesang auf, welche unmissverständlich klar macht, dass man dieses weitestgehend harmlose und billig heruntergekurbelte Machwerk nicht ernst nehmen sollte.

Fazit: Phasenweise unterhaltsames, phasenweise langweiliges Trash-Movie, welches fehlendes Budget durch den Einsatz von möglichst viel nackter Haut und Pseudowissenschaftlichkeit zu kaschieren versucht. Dass „Invasion der Bienenmädchen" dennoch weitgehend zumindest unterhaltsam ist, ist der offenkundigen Naivität und dem Bekenntnis vom Nonsense geschuldet. So rettet der trashige Charme dieses an und für sich tumbe Machwerk doch noch halbwegs.

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