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Pierre David machte sich vor allem als Produzent einen Namen, anfangs in Kooperation mit David Cronenberg, später vorwiegend im Bereich B-Action. Zweimal führte er auch Regie, bei „Scanner Cop“ und bei „Shadow Killer“.
In L.A. ist der Serienkiller William ’Lucian’ Morrano (Tobin Bell) auf Opfersuche, wobei er seine Opfer nicht nur tötet, sondern auch noch seine Präparatorenkenntnisse an ihnen ausprobiert. Nur Profilerin Selby Younger (Kim Delaney) kann den Psychopathen analysieren – so gut, dass er eines Nachts in ihre Wohnung eindringt. Doch Selbys Freund, der Polizist Cole Grayson, kann ihr zu Hilfe eilen und Lucian ausschalten. Soweit der nicht wahnsinnig originelle, aber gekonnt inszenierte Auftakt, der erst mal alle Hauptfiguren vorstellt und gleichzeitig schon etwas Thrill bietet.
Der krebskranke Lucian wird jedoch nicht direkt hingerichtet, sondern in einer Art Koma gehalten und für Medikamententests genutzt. Allerdings ist das Koma nicht so tief wie die Ärzte decken und Lucian büchst aus, um sein Spiel mit Selby aufzunehmen...

Nach „Das Schweigen der Lämmer“, aber immerhin noch vor „Sieben“ entstanden ist „Shadow Killer“ Image Organizations Beitrag zur Serienkillerfilmwelle der 90er Jahre. Großartige Innovationen darf man freilich nicht erwarten, aber die kleine B-Filmschmiede versucht immerhin gute Hausmannskost zu präsentieren, die solide unterhält. Auf ein gewisses Maß an Klischees muss man sich gefasst machen, so tappt die Polizei mal abgesehen von den Helden völlig im Dunkeln, einen übereifriger Klatschreporter ereilt das Schicksal fast aller übereifrigen Klatschreporter im Serienkillerfilm und natürlich ist mal wieder ein Mutterkomplex schuld daran, dass Lucian fortweg Leute massakrieren muss.
Aus den bekannten Zutaten kreiert Pierre David jedoch einen netten Film, der zwar keine neuen Spannungsrekorde aufstellt, jedoch durchweg kurzweilig ist und auch ein solides Maß an Thrill bietet. Der Psychopath wählt seine Opfer nun natürlich vor allem aus Selbys Bekanntenkreis aus, was dem Cop vs. Killer Wettstreit noch weiteren Drive gibt und es kommt zum Duell beider Intelligenzen. Ein paar nette Twists hat „Shadow Killer“ auch parat, vor allem kurz vor Schluss kann er noch mit ein paar unerwarteten Wendungen aufwarten, welche die Geschichte noch ein klein wenig interessanter gestalten.

Gleichzeitig muss man jedoch auch sagen, dass „Shadow Killer“ nichts präsentiert, was man nicht in ähnlicher Form schon mal gesehen hat. Die Präparatorenkenntnisse sind ein netter Einfall, jedoch hatte betrieb bereits Norman Bates dieses Hobby in „Psycho“. Auch Action oder anderweitige Schauwerte gibt es nicht im Übermaß, die Mordszenen sind kleine Spannungshöhepunkte, aber auch nicht allzu zahlreich, sodass es „Shadow Killer“ dann rotz seiner handwerklichen Qualitäten schlussendlich am gewissen Etwas fehlt, um sich von der Masse an Serienkillerstreifen abzugrenzen.
Immerhin ganz interessant ist die Tatsache, dass Tobin Bell hier bereits knappe zehn Jahre vor Start der „Saw“-Reihe bereits als Serienkiller zu sehen ist, doch als Fiesling besetzte man ihn stets gern. Die Rolle hat er auch drauf und spielt sie ziemlich charismatisch. Gary Hudson ist OK, in Actionrollen jedoch besser aufgehoben, während Kim Delaney in der weiblichen Hauptrolle auf gutem B-Niveau agiert. In einer kleinen Nebenrolle ist auch Pam Grier zu sehen, die aber keinerlei Akzente setzen kann.

Alles in allem ist „Shadow Killer“ also weder ein Reinfall noch ein echter Geheimtipp. Gut inszeniert, relativ spannend, aber gleichzeitig nur mäßig originell und ohne größere Schauwerte. Solides Mittelmaß, aber mehr auch nicht.

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