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Regisseur Richard Donner konnte mit „Das Omen“ einen referenzwürdigen Horrorstreifen erstellen, denn bis dato hatten nur wenige das Kind beim Namen genannt: Damien ist der Sohn des Teufels! Was seinerzeit die Zuschauer in hohem Maße schockierte, wird heute nur noch müde belächelt werden. Auch wenn der Streifen seine Momente hat, mit dem drei Jahre zuvor entstandenen und thematisch ähnlich gelagerten Exorzisten kann er nicht mithalten.

Das Neugeborene der Thorns ist gestorben. Kurzerhand entschließt sich Vater Robert zu einer anonymen Adaption, ohne es seiner Frau mitzuteilen.
Das Kind wird Damien genannt und wächst wohlbehütet auf, doch an seinem fünften Geburtstag nimmt sich das Kindermädchen das Leben. Als kurz darauf ein Priester in Vater Roberts Leben tritt und ihm weismachen will, Damien sei der Sohn des Teufels, ist dieser nicht zu überzeugen. Als ihm aber ein Fotograf mit mysteriösen Informationen begegnet und letztlich seine Frau unter merkwürdigen Umständen stirbt, beginnt er zu handeln.

Die Story bietet Unterhaltung von Anfang bis Ende, auch wenn sie relativ unausgegoren daherkommt und mit einigen Logiklücken behaftet ist. Spätestens, wenn das „fremde“ Kind fünf Jahre alt ist, würde eine Mutter wohl schon mal misstrauisch werden, eine Kinderfrau, die niemand gerufen hat und auch noch einen Höllenhund mit anschleppt, würde auch jeder sofort wieder rauswerfen und auf die vagen Vermutungen eines Fotografen würde ich auch nicht gleich eine halbe Weltreise in Kauf nehmen.
Ist aber alles nicht so drastisch, denn der Streifen kann mit ein paar sehr gelungenen Szenen aufwarten. Bei Attacken von Pavianen und Höllenhunden wird für Spannung gesorgt und den atmosphärischen Höhepunkt bietet die Szene, in der der Priester sich einem zunehmendem Unwetter ausgeliefert sieht, zur Kirche flüchtet und dort durchbohrt wird.
Die größte Überraschung des Streifens erfolgt aber durch den plötzlichen Tod des Fotografen. Ich denke, hier haben die Macher von „Final Destination“ gut aufgepasst.

Hauptdarsteller Gregory Peck hat wenig zu tun, außer einen knistigen Gesichtsausdruck durch die Gegend zu tragen, Lee Remick mimt die überaus fürsorgliche Mutter (mit schicksalsschwangerer Synchro versehen) und Damien wurde ideal besetzt, denn dem Balg schwingt immer etwas höchst Debiles mit.
Der Score von Jerry Goldsmith ist gut komponiert, passt aber nicht unbedingt immer zum Geschehen und wirkt oftmals zu pompös, ein paar Bombastchöre weniger hätten´s auch getan.

Seinerzeit hat das Thema „Teufel im Kind“ neue Akzente setzen können, ein mutiger Ansatz, dem heutzutage viele Streifen dankbar sein müssen. Wenn auch ein paar Schwächen innerhalb des leicht unausgegorenen Drehbuchs zu verzeichnen sind, einem Wegweiser gebührt ein gewisser Respekt. Und unterhaltsam ist´s auch heute noch.
7 von 10 Punkten

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