Review

Mal wieder tätigen wir einen Ausflug in den Bereich „Filme von denen man (zumindest ich) nicht genug bekommen kann“. Die Rede ist von Richard Donners „Das Omen“. Dieser Streifen jagte mir als „Kind“ (mit 13) eine Heidenangst ein und fesselt mich auch noch heute wie kaum ein zweiter Film des Horrorgenres.

Story:
Freude im Hause Thorne. Es gibt endlich Nachwuchs in Form des kleinen Damien. Anfangs ist das Glück vollkommen, aber nach dem 5ten Geburtstag häufen sich die mysteriösen Vorfälle. Mr Thonre muss feststellen das Damien der Sohn des Teufels ist.

Meinung:

Sicherlich fährt dieser Film im Fahrtwasser von „Der Exorzist“, aber letztendlich kann er sich mehr als behaupten gegen Friedkins (wirklich guten) Spuk. Außerhalb der christlichen Grundthematik gibt es nicht viele Ähnlichkeiten, was ich nun auch nicht weiter breittreten will.

„Omen“ fesselte mich bereits im Vorspann, da Jerry Goldsmith mit seiner wohl besten Arbeit bereits allein mit der Musik eine bedrohliche Atmosphäre schafft, die dann kurzzeitig nach den ersten Szenen aufgelöst wird um das Glück der Kleinfamilie zu zeigen, wobei allerdings immer noch eine leichte Mystik in der Luft liegt.

Nach einer Weile beginnen dann die mysteriösen Vorfälle und langsam, aber vor allem effizient wird die Spannungsschraube angezogen. Stück für Stück wird enthüllt das sich um Damien ein Geheimnis ragt, welches übernatürlicher Natur ist. Das Geschehen wird einem dabei in gleichzeitig dunklen, wie auch schönen Bildern präsentiert. So hat der verlassene Park, durch den ein Pfarrer flieht um Schutz vor einem aufkommenden Sturm zu suchen, eine Bedrohlichkeit, die andere Filme nicht einmal in Geisterhäusern, Kerkern usw. ansatzweise erreichen. Und als ob die Bilder und das Geschehen allein nicht schon genug Angst einflössen legt Goldsmith, mit dem bereits erwähnten Wahnsinns-Score, noch eine Schippe nach.
Die Kombination aus Bild, Aktion und Musik gipfelt auf einem alten Friedhof, auf dem Thorne herausfindet was mit seinem leiblichen Sohn passierte. Mir fällt spontan kaum etwas ein was mir derartig die Nackenhaare zu Berge stehen lassen hat.
Obwohl... doch.. da gibt es ja noch die Schlussszene in der der kleine Damien mit einem Lächeln irgendwo zwischen abgrundtief bösartig und kindlich unschuldig in die Kamera schaut – einfach und effektiv.

Zur 1a Regie und dem klasse Score gesellt sich dann noch ein Cast der durch und durch überzeugend wirkt. Besonders positiv fiel mir dabei Billie Whitelaw auf, die Damiens „Kindermädchen“ mit einer minimalen, aber vor allem diabolischen und wirksamen Mimik darstellt. Aber wie gesagt... die komplette Besetzung ist wirklich klasse..

Für mich handelt es sich schlicht und ergreifend um einen der besten Horrorfilme aller Zeiten und das obwohl er nicht wie ein typischer Horrorfilm gedreht wurde, sondern teilweise fast wie ein Drama erscheint. Auch auf blutige Effekte wurde verzichtet. Trotzdem (oder grad deshalb) sind die einzelnen Todesszenen in ihrer Wirkung sehr intensiv. Leider wird der Film von einigen auf eben diese Szenen beschränkt (vor allem auf den Pfarrer und den Fotografen). Diese Tatsache ist wirklich schade, da sich auch eine Geschichte abspielt, die wirklich zu fesseln weiss und genau an den richtigen Stellen nicht zu 100% alles erklärt, was wirklich nicht nötig ist, da eigentlich jeder die Zusammenhänge so wie sie im Film nun dargestellt werden verstehen kann. Nebenbei kann man einen Film auf „toterklären“, dann hätten wir zwar einen Film der dem Zuschauer wirklich alles bis ins kleinste Detail auseinanderpflückt, aber ich vermute stark, dass dadurch doch so einige Längen entstehen würden.

Klar hat der Film bei mir den großen Vorteil, dass ich gläubig bin. Ich bin mir sicher, dass der Film einige Leute, die nicht an Gott, Bibel und die Offenbarung glauben von diesem Film nicht im geringsten berührt werden.

FAZIT:
Spannend, klasse gespielt und mit einer starken Regie gekrönt schafft „Das Omen“ es noch heute bei mir eine Gänsehaut auszulösen. Es handelt sich um den besten Film, mit der Grundthematik „Teufel“, den ich je sah. Daran konnten weder „Angel Heart“, noch
„Der Exorzist“ oder irgendwelche anderen Streifen bis heute was ändern.
Die Skala wird gesprengt und eigentlich kann ich nicht genug Punkte geben.

Lange rede, kurzer Sinn: 10 von 10 Punkte für dieses wegweisende, über jeden Zweifel erhabene Meisterwerk

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