Review

Meine Güte, was war das damals, Mitte der 80er, für eine Aufregung, als Das Omen erstmals ungekürzt im österreichischen Fernsehen lief! Es gab eine alarmierte Ansagerin, die den Film als "keinesfalls für Jugendliche" anpries und Diskussionsrunden, ob den jetzt endlich der totale Dammbruch im Fernsehen stattgefunden hätte und nur noch Schmutz und Schund über "unsere" Jugend hereinbrechen würden (nun, sie hatten schon recht, nur waren es nicht Horrorfilme, die das Fernsehen zu der Kloake gemacht haben, die es ist).
Naja, und dann kam DAS.
Ganz ehrlich, The Omen ist sicher kein unheißer Anwärter auf den langweiligsten "Horror"film der Filmgschichte. Inzwischen scheinen das auch die Zensoren eingesehen zu haben, sonst wäre er mitsamt seinen noch langweiligeren Nachfolgern kaum mit 16er Freigabe wiederveröffentlicht worden.
Waren im Exorzisten wenigstens noch ein paar interessante theologische Obertöne, so verkommt hier die Bibel zum fad schmeckenden Textlieferanten für einem Slasher, der zwar einen guten Effekt (David Warner und eine Glasplatte), sonst aber sogar hier Duzendware abliefert. Man bedenke auch, daß Omen nach dem Texas Chainsaw Massacre, Night of the living Dead und eben dem Exorzisten kam und somit auch der "jaaa, aber damals..!" - Faktor wegfällt.
Das satanische Kind war als Filmsujet immer schon ein bißchen peinlich, wenn man von den großen Ausnahmen wie The Innocents (Schloß des Schreckens) absieht, und mit einer solchen Cast ist man sonst auch verloren.
Bei Gregory Peck ist der letzte Rest Captain Ahab verschwunden, er holzt ebenso gelangweilt durch die Botanik wie ich mich vor dem Bildschirm fühlte und Lee Remick war nie interessant ("viel zu sexy für das Weiße Haus"? Mein Arsch!!). David Warner ist immerhin...David Warner!
Der Bedrohlichkeitsfaktor des satanischen Aspekts im Film wird wohl auch nur für bibelfeste Midwest-Amerikaner nachvollziehbar bleiben und somit steht man vor einem Gebilde, das noch nicht mal auf einem traditionellen Horror- Locus (jaaa, diese Doppeldeutigkeit ist gar nicht so unpassend) wie einem Friedhof sowas wie Grusel aufkommen läßt, weil die Hunde in Nahaufnahme ein bißchen sehr mechanisch wirken und auch das Set wackelt wie bei Eddie Wood - der aber immerhin für sowas wesentlich weniger Geld ausgegeben hat.
Blickt man kurz auf den Regiestuhl, kommt schon das "aha!", denn dort saß kein geringerer als der König des Mittelmaßes, Richard Donner. Dessen Filme sind nie ganz schlecht, aber auch nie irgendwie herausragend und somit symptomatisch für die Traumfabrik an der Westküste Nordamerikas: kostspielig langweilig.
Ich bekenne mich außerdem insofern schuldig, als eine Kritik zu The Omen einige Jahrzehnte zu spät kommt, den Film oder auch die Serie eh schon jeder gesehen hat und somit mein Geschwafel höchst redundant ist. Die meisten lieben den Film, ich finde ihn doof, 'nuff said!

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