Review

In den 70er Jahren entstanden zwei Filme, die damals wie heute ihre schockierende und aufrüttelnde Wirkung nicht verfehlten, bzw. verfehlen. Der eine ist Friedkins
„Der Exorzist“, der andere Donners „Das Omen“.
Zwar handeln beide vom Thema „Teufel“, jedoch wo „Der Exorzist“ teilweise reisserisch und ziemlich direkt den Zuschauer mit dem Thema konfrontiert, ist „Das Omen“ tiefgehender und subtiler – an die Substanz gehen jedoch beide!

„Das Omen“ hatte in Deutschland ziemliche Probleme mit dem Jugendschutz. Zwar ab 16 Jahren freigegeben, wurde die Trilogie indiziert und erst in den jüngsten Jahren wieder freigegeben. Dabei hat „Das Omen“ nur eine „wirkliche“ Splatterszene – die Enthauptung des Fotografen, welche durch ihre Aufnahmen aus verschiedenen Winkeln doch sehr direkt war. Auch die anderen Todesfälle sind graphisch, wenn aber eher mehr in ihrem Kontext erschreckend. Auch spielt sich insgesamt das Grauen eher im Kopf ab.

Die musikalische Untermalung von Jerry Goldsmith ist sehr intensiv und trägt zum hohen Maß zur dichten Atmosphäre bei; ähnlich wie bei Suspiria kaum die geflüsterten Worte „Witch Witch“ zu hören sind, so sind es hier dunkle, dämonisch anmutende Stimmen in den teuflischen Szenen, die tief ins Unterbewußtsein gehen. Und da gibt es einige von; eigentlich der ganze Film ist bis auf ein paar Minuten heiler Familienwelt düster, angsteinflössend und bedrohlich.

Und selbst in diesen paar Minuten anfänglicher Heile – Welt schwebt das satanische Damokles – Schwert über den Köpfen der Darsteller. Das gemeine ist: selbst in den nachfolgenden Szenen augenscheinlicher Stille und Normalität schwebt das Unheil stets über den Protagonisten.

So wird aus einem Tierparkbesuch ein Horrortrip, als z.B. die Affen das Auto angreifen – Wahnsinnsszene in ihrer Intensität nur von dem Besuch auf dem Friedhof überboten, auf dem unzählige Rottweiler versuchen Thorn und begleitenden Fotografen zu zerfleischen. Denn nur Tiere können augenscheinlich „das Tier“ registrieren. Mein Traumata vor Hunden habe ich seit „Das Omen“ weg; der Rottweiler ist so beängstigend und so bösartig und immer präsent...neben dem dämonischen Wirken Damiens.

Allen Darstellern voran weiß der kleine Damien „zu gefallen“. Naja eine beängstigende Darstellung eher. Niemals würde man denken, das eine solche Bedrohung von einem Kind ausgehen könnte, denn der kleine Mann ist für sein Alter vielleicht schon ZU ernst und zu wenig kindliche Freude ausstrahlend . Das er bedrohlich ist, denken auch nicht seine „Eltern“, Gregory Pack und Lee Remick – jedenfalls Anfangs nicht.

Auch darstellertechnisch sind beide sehr gut – Eltern im Zweifel ob der Identität ihres Kindes, was eigentlich nicht ihr Kind ist. Und zweifelnd, ob es überhaupt menschlich ist. Die Frage wird eigentlich durch das Auftreten des zweiten Kindermädchens beantwortet, deren erste Worte zu Damien sind, das sie für ihn da ist und ihn beschützen wird. Hier wird klar, das das Kind mehr als nur ein „Kind“ ist. Neben der Monstermagd Franca Struppi aus „Sado“ eine der intensivsten dämonischten Mimiken, die ich je sah. Sie kommt fast schon bedrohlicher als Damien daher, auch wenn sie nicht viel redet – „wenn Blicke...“

Fazit: „Das Omen“ ist ein Klassiker des modernen Horrorthrillers und bester Film der Reihe.

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