Asso beginnt damit, dass Asso (Adriano Celentano) & Silvia (Edwige Fenech) ausgiebig knutschen. Die Frischvermählten knutschen fast den ganzen Vorspann durch. Nur zwischendurch lassen sie mal kurz voneinander ab, Asso durchbricht die vierte Wand & blickt in die Kamera, grinst schmierig-blöd & sagt: "Ja, ihr würdet hier gerne an meiner Stelle schubbeln, ha?" Gott! Ich hasse den Arsch jetzt schon. Und der Film hat noch nicht mal richtig angefangen.
Mit den Celentano-Klamotten wurde ich ja damals schon nicht warm & daran hat sich 40 Jahre später auch nichts geändert. Im Grunde ist der Humor ja ähnlich wie bei den Terence-Hill- oder Jean-Paul-Belmondo-Komödien, doch während Hill ihn spitzbübisch-sympathisch & Bébel ihn lässig-sympathisch rüberbringt, empfinde ich es bei Celentano bloß ätzend-unsympathisch. Aber selbst Hill & Belmondo in Top-Form hätten viele der öden Gags nicht retten können.
In einer Szene schubst Asso seine Frau grob weg & als sie sich beklagt, dass sie fast gestolpert & aufs Maul gefallen wäre, meint er (sinngemäß): Damit kann ich gut leben. Ein liebenswertes Kerlchen, nicht? Nicht! Zu diesem Zeitpunkt ist der Asso übrigens bereits tot. Der Asso war nämlich ein so leidenschaftlicher Zocker, dass er sogar in der Hochzeitsnacht pokern wollte. Mit dem Ergebnis, dass er das Spiel gewinnt, aber sein Leben verliert. Ha! Jetzt schubbelt er nicht mehr.
Der "Witz" ergibt sich dann daraus, dass Asso noch nicht in den Himmel darf & als Geist herumwandert, unsichtbar für alle, bis auf Silvia, die kann ihn sehen. So guckt das Dienstmädchen (Elisabetta Viviani) einmal durchs Schlüsselloch & sieht Kleidungsstücke schweben, woraufhin sie geschockt schreit & ihr die Haare zu Berge stehen. Unfassbar lustig & lustiger wird’s ehrlich gesagt auch nicht mehr. Ein Glück! Wäre es noch lustiger, ich müsste glatt schmunzeln.
Aber es ist natürlich nicht alles schlecht, kann es gar nicht sein, ist da doch Edwige Fenech & Edwige Fenech braucht eigentlich gar nichts zu tun, außer zu sein. Und sie ist. Und wie sie ist. Sie strahlt in elegantem Fummel, sie entzückt im Hochzeitskleid, sie räkelt sich im Negligé im Bett, sie hat eine Hochwirbelnder-Rock-Szene à la Marilyn Monroe, sie duscht hinter Buntglas & schließlich hat sie Erbarmen & gönnt uns Pöbel eine blanke Brust.
Wieso eine Klassefrau wie sie in so einen ekelhaften Macho verschossen ist, wissen wohl nur die Drehbuchautoren. Vielleicht hat die Silvia ja einen "Knick in der Tulpe", wer weiß? Der Song beim Begräbnis ist cool, bei Celentanos Geiger-Szene musste ich fast grinsen, das Ende ist nicht so verkehrt & Sylva Koscina schaut auch mal vorbei & plappert (dt. untertitelt) italienisch. Um Asso adäquat beurteilen zu können, muss ich die Mathematik bemühen.
Story (am Plot liegt’s nicht, der hat Potenzial): 6/10
Umsetzung (vermurkst & lahm): 2,5/10
Logik (wird mit Füßen getreten): 2/10
Humor (welcher Humor?): 1/10
Effekte (nette Unsichtbarkeit-Tricks): 5/10
Musik (die Nummer beim Begräbnis reißt’s raus): 5/10
Schauspiel (Lee Strasberg weint): 3/10
Sonstige Qualitätskriterien (Blutfontänen: 0; Explosionen: 0; Titten: eine): 1,66/10
Adriano Celentanos Figur (Sprüche klopfender, seine Angetraute mies behandelnder Macho, der Coolness & Lässigkeit mit Schäbigkeit & Arschlochigkeit verwechselt): -1/10
Edwige Fenech (egal in welcher Rolle, sie hat Klasse, sie hat Stil, sie ist bezaubernd, sie ist eine Göttin): 10/10
3,52/10