Review

Unter der Regie des deutschstämmigen Roland Suso Richter entstand mit „The I Inside“ ein recht ordentlicher Vertreter des Thriller-Genres, der in vielen Aspekten zu überzeugen weiß, jedoch auch die ein oder andere Schwachstelle aufweist.

„The I Inside“ mutet nach längerer Betrachtung wie eine Verquickung der Filme „Memento“ und „The Butterfly Effect“ an, was auf den ein oder anderen Zuschauer befremdlich wirken mag, jedoch Fans des Genres gefallen wird. So finden wir uns zu Beginn des Films in einem Zimmer in einem kleinen Krankenhaus wieder, in dem der in der Nacht zuvor nach einem Auto-Unfall eingelieferte Simon Cable wieder erwacht und erkennen muss, dass er sich an die vergangenen zwei Jahre nicht mehr erinnern kann. Das ist der Einstieg in eine Geschichte, die zu gefallen, aber auch zu verwirren weiß. Nach und nach erfährt Simon durch Zeitsprünge, was in den zwei Jahren geschehen ist, an die er sich nicht mehr erinnern kann (oder erinnern will?).

Richter versucht, durch optische Effekte die Sprünge zwischen Gegenwart (das Jahr 2002) und Vergangenheit des Protagonisten (das Jahr 2000) dem Zuschauer näher zu bringen, was zu Beginn eher zu Verwirrung führt, nach einer gewissen Eingewöhnungszeit jedoch vom Publikum als „normal“ empfunden werden kann. Lediglich gegen Ende des Films erscheinen diese Sprünge vor allen Dingen wegen dieser visuellen Effekte als zu hektisch und führen den Zuschauer wieder zurück in den Zustand der Verwirrung, da es mit der Zeit schwieriger wird, zu erkennen, in welcher Zeit Simon sich gerade befindet. Sollte dies die Absicht Richters gewesen sein, so ist ihm dies über die Maße hinaus gut gelungen (nehmen wir einfach an, dass dem so ist und werten dieses Element als positiv).

Ein eher mittelmäßig gelungener Soundtrack bringt „The I Inside“ weitere Abzüge in der B-Note ein, da die Atmosphäre, die diesem Film angemessen wäre, des Öfteren durch musikalische Fehlgriffe gestört wird. Das Zusammenspiel zwischen visuellen und akustischen Elementen misslingt Roland Richter in zu vielen Szenen, sodass allein aufgrund dieses „Schönheitsfehlers“ eine Einordnung von „The I Inside“ in eine Reihe mit „Memento“, „The Butterfly Effect“, „The Machinist“ sowie anderen Filmen des Genres nicht erfolgen kann.

Ryan Phillippe, Piper Perabo und Sarah Polley spielen ihre Rollen durchweg überzeugend und bringen dem Film dadurch wieder den ein oder anderen Pluspunkt ein.

Richter hinterlässt den Zuschauer in einer Art bedrückender Ungewissheit, da er viele Fragen, die man sich mitunter während des Filmes stellt, unbeantwortet lässt. Gerade das ist es jedoch, was den Film zu dem macht, was er letztendlich auch ist: ein gelungener Psycho-Thriller.

„The I Inside“ schafft es, eine solide Grundatmosphäre aufzubauen, die den Zuschauern fesselt, aber nicht vollends in seinen Bann ziehen kann, sodass er zwar zu den besseren, aber nicht zu den besten Vertretern in der Riege der Psycho-Thriller zu zählen ist. Die interessante Rahmenhandlung sowie gute darstellerische Leistung der Hauptdarsteller stimmen versöhnlich und verleiten letztlich zu guten 7 von 10 Punkten.

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