Hinter „Cover Up“ steckt ein recht talentiertes B-Team (u.a. „Hero“-Regisseur William Tannen als Autor und der gefragte Vic Armstrong als Stunt Coordinator und Second Unit Regisseur), doch leider lässt das Ergebnis viel Potential ungenutzt.
Schon der Auftakt ist durchaus nett, könnte aber noch aufregender sein: Einige Unbekannte, teilweise in US-Uniformen klauen etwas aus seiner Armeebasis in Israel, töten einige Marines und lassen zwei Bomben detonieren. Alles solide gemacht, doch nicht fetzig genug, um das Interesse für das Folgende so wirklich anzustacheln.
US-Journalist Mike Anderson (Dolph Lundgren) reist daraufhin nach Israel, um zu ermitteln. Das dortige US-Militär erklärt eine Terrorvereinigung namens ’Schwarzer Oktober’ verantwortlich, doch Mike forscht nach. Von seinem Freund Jeff Cooper (John Finn), dem Verantwortlichen, erfährt er, dass das geklaute Päckchen wertvoll sein muss, aber sein Inhalt ist auch Jeff nicht bekannt. Für die Wichtigkeit spricht jedoch die Anwesenheit des CIA-Mannes Lou Jackson (Louis Gossett Jr.), womit sich „Cover Up“ möglichst geheimnisvoll gibt.
Mike verfolgt die Fährten und scheint damit in ein Wespennest gestochen haben: Jeff wird kurz nach einem Gespräch mit ihm in die Luft gejagt und man versucht auch Mike zu ermorden...
„Cover Up“ hat wirklich schöne Schauplätze in Israel und Stimmung zu bieten, doch leider schwankt das Ergebnis halbherzig zwischen Politthriller und Actionreißer. Für einen Thriller ist das Ergebnis aber leider kaum spannend genug, denn es werden kaum Fährten gelegt und es gibt zu wenige Verdächtige (in den Credits haben insgesamt fünf Rollen Namen), also kommen nur wenige als Übeltäter in Frage oder es muss jemand sein, der anfangs gar nicht auftaucht. Bei der Enthüllung der Täter kann „Cover Up“ dann trotzdem sogar etwas überraschen, doch bis dahin ist der Film leider nur selten aufregend. Mike muss recht wenig ermitteln, oft treten die Verantwortlichen an ihn heran und geben ihm die Informationen preis. Macht er sich dann doch mal auf die Socken, übertreibt das Script es mit seiner Schläue (z.B. dass er beim bloßen Anblick eines Sackes Dünger hochkomplexe Schlüsse zieht).
Also wird die Ermittlungsarbeit immer wieder mit kleinen Anschlägen auf Mikes Leben aufgepeppt, eine kleine Verfolgungsjagd ist sogar auch noch drin, aber auch hier kann „Cover Up“ nie so richtig überzeugen. Trotz der Mitwirkung Vic Armstrongs sind die Actionszenen allesamt etwas bieder und unspektakulär, gerade Konfrontationen wie der Kampf mit dem Würger im Hotelzimmer sind enttäuschend schnell vorbei. Das Finale, zumindest der Part, in dem sich Mike verwundet durch die Straßen schleppt, ist dann dafür zu sehr in die Länge gezogen und lässt Drive vermissen.
Dolph Lundgren spult die Hauptrolle ganz gut herunter, hat aber schon wesentlich besseres geleistet. Ähnliches gilt für Louis Gossett Jr., der nach „The Punisher“ hier erneut mit Lundgren zusammenspielt, und seine übliche Rolle als knüppelharter Vorgesetzter verkörpern darf. John Finn und Lisa Berkely sind als weitere Personen mit etwas mehr Screentime OK, aber auch nicht einprägsam und der Rest der Darsteller hat nur verschwindend kleine Rollen.
Der Schauplatz ist hübsch, die Inszenierung OK, aber trotzdem ist „Cover Up“ nur unterer Durchschnitt. Zu lahm der Plot, zu unspektakulär die Action und mit nur wenig Überraschungen gesegnet, das reicht einfach nicht für gute B-Unterhaltung.