Review

"Damien" ist ein recht öder Nachzieher zum Originalfilm, der zwar das Ablaufschema des Welterfolgs beibehält, ihm jedoch weder Spannung noch Tiefe abfordern kann.
Das Prinzip ist noch aus Teil 1 bekannt:
Damien ist jetzt ein Teenager, wohnt bei seinem Onkel, einem Industriellen und ist mit seinem Cousin auf der Militärakademie. Leider sind da auch noch einige nervige Neugierige oder lästige Christen, die an dem Geheimnis seiner Identität rütteln. Und die müssen natürlich weg.
Also stirbt ein jeder, der um Damiens wahre Existenz weiß, einen schrecklichen und filmwirksam interessanten Tod, damit der Zuschauer auch etwas zu sehen bekommt. Währenddessen wird Damien von Robert Foxworth und Lance Henricksen unterstützt und schon mal auf seine Karriere als Herr der Welt vorbereitet.
Und das wars...
An Damien kommt keiner ran, keiner seiner Helfer muß dran glauben, nur ein Guter nach dem anderen. Das ist die Grundidee hinter dem Ganzen. Zwischendurch schiebt man ein wenig Selbstzweifel und Schock rund um die Entdeckung der eigenen Identität bei dem Jungen ein, doch das Thema tippt der Film lediglich an, ohne ins Detail zu gehen. Möglich, daß auffiel, daß solcherlei Bestürzung oder Widerwillen bei Satans Sohn ein wenig komisch gewirkt hätten. Also wurde der Body Count erhöht, was die Qualität jedoch noch nie aufgewertet hat.
Was dem Nachzieher fehlt, ist der mythische Atem, den der erste Film umwehte. Wieder gibt es ein paar Ausgrabungsfunde, die das Schreckliche zeigen und auch die Dolche sind wieder mit dabei, doch daraus ergibt sich nichts. Zu schnell sterben die Beteiligten, so daß sich nie ein ernsthafter Gegner aufbauen kann.
Nicht einmal die Hauptrolle, immerhin William Holden, gibt mehr her. Der muß sich nur ständig gegen sämtliche Gerüchte verwehren, bis ihn die Realität in den Allerwertesten sticht.
So pendelt der Streifen zwischen Holden, den Intriganten, den Kindern und den Opfern unentschlossen hin und her, gewährt den Opfern aber beinahe die meiste Zeit, was den Wert des Ganzen schon ziemlich verdeutlicht.
Für Gore-Freunde wieder einmal relativ harmlos, dafür immerhin einfallsreich bei der Auswahl der Todesarten. Wie arm an Phantasie das alles ausgefallen ist, zeigt deutlich der Einbau eines besonders schrecklichen Todes, ähnlich dem des Fotografen Jennings im ersten Film. Es sollte ein Kracher sein, an den man sich erinnert, doch Wiederholung tötet nun mal auch die schönste Freude, auch wenn hier etwas mehr Blut und Eingeweide zu sehen sind. Der aufmerksame Zuschauer spürt natürlich die Absicht und das tötet jede Wirkung.
Nach Ansicht eindeutig ein Film, der auf der Stelle tritt und den Zuschauer in demselben Zustand zurückläßt, weil er direkt zum dritten Teil überleitet, wo das grausige Geschehen dann endlich sein wohlverdientes Ende findet.
Zäh, episodenhaft und ohne Nährwert (4/10).

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