Review

Inhalt:

China, nach der bürgerlichen Revolution von 1911. Ma San Fan (Wei Pai aka Wai Pak), gutaussehend und überheblich, ein junger Mann, der ein exzellenter KungFu-Fighter ist, den man "Die Wildgans" und "Der freche Kerl" nennt.

Ma rettet Captain Kao (Yeung Chak-Lam) vor dem diesen bedrohenden Boss Au (Frankie Wai Wang). Kao gibt sich gewogen, und Au geläutert. Später treffen diese Männer wieder zusammen.

Nunmehr legt sich Ma mit den Kreditbetrügern Boss Sha (Wong Ching aka Wang Ching) und dessem Bruder (Ma Chung-Tak) an. Die Brüder hauen den Vater (Baau Lok-Foo) der aparten "Phoenix" (Candy Wen Hsue-Erh) über´s Ohr. Ma kann das Geld wieder beschaffen, hat aber nun die Sha-Brüder als Feinde.

Ma sieht sich als "Ehemann" von "Phoenix", die ist allerdings davon wenig begeistert, und gibt sich spröde. "Phoenix"´Vater wird von den Sha-Brüdern zusammengeschlagen, das Mädchen gefangen gesetzt. Ma kann beide befreien, doch stirbt letztlich der Vater.

Ma will diesen Tod rächen, doch die Gangster stellen ihm eine perfide Falle. Kao tötet sich, Ma gelingt es indes zu entweichen, gerade als ihn Boss Au auch noch arglistig täuscht.

Ma will nunmehr an den Sha-Brüdern blutige Rache nehmen, hinter denen aber der äußerst gefährliche "Golden Sword" (Charlie Chan) steht.

Es kommt zum blutigen Show-Down, und zwischen Ma San Fan und "Golden Sword" zum gnadenlosen Duell auf Leben oder Tod...!

Kritik:

Meine -vielleich zu- hohe Erwartungshaltung an diesen Film wurde leider etwas enttäuscht.

"The Cheeky Chap" ist unter einigen Eastern-Fans im Internet ein Geheim-Tipp, zwar in keinem Ranking auftauchend, aber in den Fan-Foren wird er ein ums andere Mal genannt. Daher wurde ich erst auf diesen Eastern aufmerksam, der unter Kennern aber ziemlich unbekannt ist.

Im Jahre 1980 drehte also Regisseur Lee Wing Cheung aka Li Ying-Chang für die ja etablierten Studios von "Golden Harvest" in Hongkong diesen etwas komödial gehaltenen Eastern, der erst in den letzten 20 Minuten seiner Laufzeit richtig überzeugen kann, in denen dieser in seiner Dramatik und knallharter KungFu-Fightaction erst so richtig anzieht.

Zuvor aber, ist dies fast 80 Minuten lang ein fahrig bis schlampig inszenierter Streifen mit einer derart hanebüchenen, dürftigen Story, die ein episodisches Wirrwar ist, und fast schon etwas langweilig daherkommt. Spannung will nicht so recht aufkommen, zudem ist der "Held" jemand, der für den Betrachter wenig erschließbar ist. Überheblich und unnahbar, ein Mädchen einfach so mal für sich "ehelichend", ist die Figur die Wei Pai aka Wai Pak darstellt für den Zuseher kaum als Held greifbar. Tja, komisch irgendwie und kaum mit Worten zu beschreiben.

Das ist denn ein Manko, neben der fahrigen Inszenierung, die fast 80 Minuten lang kaum packend ist, und der lauen Comedy die nicht ohne Piss-Gag auskommt. Dabei ist "The Cheeky Chap" bildkompositorisch, sei es im Studio -fast ala Shaw Brothers, "Golden Harvest"s großer Konkurrent damals- oder in klasse gewählten Outdoor-Locations -unter strahlend blauem Himmel, in hell-klaren Bildern mit spezieller Farbgebung-, sehr ansehnlich, so kommt an sich eine starke Eastern-Atmosphäre auf.

Tja, wäre nur die Story kompakter und spannender in Szene gesetzt worden. Und der Held für den Zuseher erschließ- und greifbarer, mehr Identifikation bietend. Tja, wäre.

Wei Pai, aus dem Dunstkreis der "5 Venoms" Chang Cheh´s, spielt den Helden der hier stets im Zentrum steht, leider -wie oben erwähnt- mankobelastet. So sollte seine Figur wohl auch angelegt sein, was aber für den Zuschauer nicht identifikationsstiftend war. Immerhin ist er ein agiler, starker Kampfkünstler, der diesen Eastern actiontechnisch trägt und prägt.

Die Villains um Wong Ching sind genretypisch gezeichnet, böse und verschlagen. Und Haupt-Schurke Charlie Chan ist natürlich der gefährlichste und skrupelloseste unter den Bösewichten. Und er bietet sich mit Wei Pai einen geradezu furiosen Endfight, das Beste an "The Cheeky Chap".

Frankie Wai Wang sorgt für den Twist, erst dem Helden gewogen, ihn dann verratend, das macht Wai Wang recht solide. So wie alle im Cast recht solide agieren. Yeung Chak-Lams Figur des Kao soll wohl so ein bisschen der väterliche Freund des Helden sein, das bleibt allerdings ziemlich unausgegoren, und unter seinen Möglichkeiten. Da hätte man mehr draus machen können, vielleicht sogar müssen, das hätte die Story sicher runder gemacht.

Die weibliche Rolle hat die aparte Candy Wen Hsue-Erh, eigentlich eine Actrice der Shaw Brothers. Sie ist niedlich, aber nicht besonders attraktiv, gibt sich spröde, und so ist denn die eingebaute "Love-Story" zum Helden denn auch eher an der Oberfläche bzw. unausgegoren und somit zu vernachlässigen. Auch hier hätte man für die eher schwächliche Storyline mehr rausholen müssen.

Was bleibt, ist das, wofür man sich "The Cheeky Chap", eine der weniger guten Eastern-Produktionen von "Golden Harvest" -die ja für die größten Erfolge von Bruce Lee standen-, als eingefleischter Eastern-Fan ansehen kann: Die KungFu-Fightaction. Auch sie kommt wie die Dramatik erst nach und nach und zum Ende hin, richtig in Gang. Aber dann lässt man´s krachen!

Die Fightaction rockt, klassische Techniken, starkes KungFu. Und das Finale, blutige, kernige und dynamische KungFu-Fights. Ich würde sogar das Super-Duell Wei Pai vs. Charlie Chan mit zu den besten Endfight-Duellen im Eastern-Sektor zählen. Ein packend-knallharter Zweikampf, ein dramatisch-blutiger Pas de Deux des KungFu, das konnte denn etwas entschädigen.

Der letzte Eindruck ist immer der Frischeste, doch kann man einen Film ja leider nicht anhand seiner letzten 20 Minuten bewerten. Ist denn "The Cheeky Chap" fast 80 Minuten lang eher schwächelnd, reißen die letzten 20 Minuten, die es echt in sich haben, den Film noch auf eine mittlere Bewertung hoch, immerhim.

5/10 (die letzten 20 Minuten 8/10!)

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