Auf einer Müllhalde wird ein Transvestit ermordet aufgefunden. Der kauzige Kommissar Perrak (Horst Tappert) ermittelt im Hamburger Rotlichtmilieu.
Gangster: "Was war mit Toni?"
Braut: "Ich weiß nicht, von wem du redest."
Gangster: "Von Toni! Verstehst du: Tony! T wie Tunte, O wie Onanie, N wie Nutte..."
PERRAK von Edgard-Wallace-Regisseur Alfred Vohrer (DER ZINKER, DER HEXER, DER MÖNCH MIT DER PEITSCHE) ist ein kleines Kuriosum. Eine wüste Mischung aus Exploitation, Sleaze, Sittenreißer und Groschenkrimi. Und doch tatsächlich eine deutsche Produktion aus den schrulligen 1970ern mitsamt den Rohrkrepierern einer Klamotte. Horst Tappert, besser bekannt als DERRICK, als charismatischer, pragmatischer Kriminaler von der Sitte. Schwer zu glauben, wenn man Tappert nur aus der furztrockenen Vorabendkrimiserie kennt, doch der Toupetträger überzeugt mit süffisantem Humor und der Coolness eines "Kojak". Eine starke Performance in einer interessanten, aber unreißerischen Story. Pelzmäntel, Hornbrillen, Trenchcoats. Verfolgungsjagden durch das verschneite, verdreckte Hamburg fernab von Touristenmeile und Postkartenidylle. Im Rotlichtviertel warten SM, Bondage und ein Kerl auf einem Schaukelpferd. Ein Schwarzer namens Bimbo wird mit den Farben Schwarz, Rot und Gelb überschüttet. Das nennt man dann wohl "aktive Integration". Im Finale ein Spiegellabyrinth wie in DER MANN MIT DER TODESKRALLE oder DER MAN MIT DEM GOLDENEN COLT. Mit so viel Travestie und Schießereien definitiv zu schmuddelig für einen Fernsehfilm und das brave Nachkriegsdeutschland von Hansi Rosenthal und Wim Thoelke.
Gangster: "Mein Vater hat immer gesagt: Wenn du reden willst, red' mit dir selber, im Notfall mit 'ner Nutte und wenn's gar nicht anders geht mit dem lieben Gott. Aber niemals mit der Kripo."
Perrak: "Du weißt, was aus deinem Vater geworden ist!?"
Vielleicht nicht unbedingt der spannendste Krimi, wegen seinem hohen Schmuddelscharm und Horst Tappert, der einen auf New-Yorker-Bulle macht, aber durchaus sehenswert. Neben FLUCHTWEG ST. PAULI und ZINKSÄRGE FÜR DIE GOLDJUNGEN ein tolles Zeitdokument vom Hamburg der 70er. In Nebenrollen untergebracht u.a. Werner Peters (DER UNTERTAN) und Jochen Busse (7 TAGE, 7 KÖPFE).
"Harry, fahr schon mal den Wagen vor": (+)(-)(-)(-)(-)
"Perrak, übernehmen Sie!": (+)(+)(+)(+)(-)
Fazit:
IN DEN STRASSEN VON SAN FRANCISCO goes Hansestadt. Rau, trocken, herb.