Wenn man sich einen Horror-Thriller ansehen möchte, dann muss man meist damit rechnen, dass die im Film vorhandene Story, in den meisten Fällen, nicht ganz das Wahre ist. Meistens strotzen die Geschichten in solchen Filmen nur so vor Logiklücken und sind deshalb meist nur als Aufhänger zu sehen. Aber wenn der Film dann eine beklemmende Atmosphäre aufbauen kann, Spannung bietet und den ein oder anderen leckeren Gore-Effekt zu bieten hat, dann kann, selbst bei der blödesten Story, noch ein einigermasen akzeptables Endergebnis zu Stande kommen. Normale einfache Thriller allerdings, haben diese Chance nicht. Da es in diesen Filmen nun einmal, in aller Regel, nicht um Atmosphäre und Gore geht, sondern um den Thrill hinter der Geschichte, müssen diese Filme schon mit einer akzeptablen und nachvollziehbaren Story aufwarten können, um zu punkten. Und genau da fehlt es "Taking Lives" an allen Ecken.
"Taking Lives" bietet wohl eines der löchrigsten und hohlsten Skripte, die es in der letzten Zeit bei Hollywood-Filmen zu "bestaunen" gab. Die Geschichte um einen Serienkiller, der immer die Identitäten seiner letzten Opfer annimmt, strotzt leider nur so mit allerhand blödsinnigen Ideen, die nicht zu einander passen mögen. Das fängt schon beim Prolog an, in dem ein Killer gezeigt wird, der im ganzen Film dann nicht noch einmal auftauchen sollte. So gesehen absolut überflüssig. Dann noch einige hanebüchene Einfälle der ermittelnden Beamten, allen voran von Profilerin Illeana Scott, die sogar mit dem Killer ins Bett geht, und eine konfuse Wendung nach der Anderen. Hier wurde wirklich keinerlei Wert auf Logik oder Nachvollziehbarkeit gelegt, sondern der Zuschauer sollte einfach nur bei Laune gehalten werden und sei es mit den Brüsten von Angelina Jolie. Schade nur, dass der Zuschauer bis dahin schon jedwedes Interesse verloren hat, dem konfusen Mischmasch, aus Polizei-Thriller und Serien-Killer-Film, überhaupt noch zu folgen.
Schlimm zudem sind auch die vielen losen Fäden, die hier aneinander geknüpft werden und nicht zu einem akzeptablen Ende finden. So wird der Killer z. Bsp., nach einem Telefonat mit Illeana Scott, ausfindig gemacht, doch dem Zuschauer wird in keinster Weise gezeigt, was darauf hin eigentlich geschieht. Auf einmal befindet sich die Handlung schon 7 Monate in der Zukunft und läuft zum lahmen, völlig an den Haaren herbei gezogenen und durch und durch vorhersehbaren Ende auf. Und solche Story-Löcher gibt es leider zu Hauf.
Schade eigentlich, denn das Potenzial, zu einem spannenden Film, ist in den ersten Film-Minuten durch aus gegeben. Nach dem Prolog beginnt der Spannungsaufbau und wird eigentlich in einem erfreulichen Mase fortgesetzt. Zwar ist auch hier schon das ganze Treiben relativ konfus. Doch der mysteriöse Unbekannte (in einem Cameo: Kiefer "24" Sutherland) und so manches anfängliches Ereignis, geben doch erst einmal Rätsel auf und versprechen Spannung. Doch diese wird halt, wie schon erwähnt, ziemlich schnell wieder zu nichte gemacht und ist spätestens nach der konfusen Auflösung, die schon nach gut einer Stunde gegeben wird, völlig abhanden. Pech gehabt!
Was die Inszenierung angeht, wird ebenfalls Mittelmaß geboten, wobei der Einsatz von verschiedenen Farbfiltern, zu Erhöhung der Atmosphäre, vielleicht noch am besten gelungen ist. Da sie allerdings nur selten eingesetzt werden, können sie dann unterm Strich auch nicht allzu viel ausrichten. Die Musik ist dagegen ein ziemlich dröges Einerlei, was keinen Deut zur Atmosphäre geben kann. Und somit wird auch in diesem Punkt eher ein Trauerspiel geboten.
Abschließend sei noch erwähnt, dass sich, zu allem Übel, auch die Darsteller nicht gerade sonderlich anstrengen, aus dem eh schon verlorenen Thriller, noch etwas rauszuholen. Ethan Hawke und Kiefer Sutherland wirken beide ziemlich gelangweilt, wobei Sutherland eh nur einige Minuten zu sehen ist. Angelina Jolie legt dagegen wenigstens noch eine einigermaßen solide Arbeit ab, ist aber auch schon mal besser gewesen. Aber das hätte hier sicher eh nichts mehr genutzt!
Fazit: Einfallsloser und ziemlich konfus geratener Thriller-Einheitsbrei von der Stange, der durch sein total verlöchertes Skript, der größtenteils recht lahmen Inszenierung und den müden Darsteller-Leistungen, eigentlich in allen Punkten seine Zuschauer eher verärgert, als das er ihnen spannende Unterhaltung bietet. Höchstens einige Momente in der ersten Hälfte des Films und eine solide Angelina Jolie, können den Streifen vor noch größeren Abgründen bewahren. Dennoch ein Film, um den es nicht traurig ist, wenn man ihn nicht gesehen hat!
Wertung: 4/10 Punkte