Review

Nach dem guten "Der Knochenjäger" freute ich mich darauf Angelina Jolie (Alexander) erneut als Ermittlerin zu sehen. Allerdings wurde ich größtenteils enttäuscht.

In Kanada wird eine verstümmelte Leiche gefunden. Da die kanadische Polizei nicht weiter kommt, holt man sich FBI-Agent Illena Scott (Angelina Jolie) zur Hilfe. Laut deren Analyse ist der chamäleonartige Killer ein "Identitätsräuber" und eignet sich das Leben seiner Opfer an. Bei ihren Ermittlungen stossen Scott und die Polizei auf den Kunsthändler John Costa (Ethan Hawke), der Zeuge eines weiteren Mordes wurde...

Angelina Jolie ist hier als Illena Scott zu sehen, die in der Romanvorlage von Michael Pye allerdings Grace Vanderholt heißt. Mit Jolies Darstellung der FBI-Agentin kann man sich zufrieden geben. Ethan Hawke spielt Anfangs noch den ängstlichen Hosenpisser, verwandelt sich aber nach seiner wahren Identifikation zu einer skrupellosen Sau, die einem dann schon besser gefällt. Da ich mir den Film auch wegen Kiefer Sutherland (24, Young Guns) angeschaut habe, wurde ich ziemlich verarscht. Obwohl Sutherland seinen Part recht gut spielt, kommt er nur in zwei kurzen Szenen als vermeintlicher Mörder vor. Die beiden Quoten-Franzosen Tcheky Karyo (Bad Boys) und Olivier Martinez (S.W.A.T.) kommen in ihren Rollen als frankokanadische Cops ebenfalls etwas zu kurz.

"Taking Lives" wurde von D.J. Caruso gedreht, der auch einige Folgen der erfolgreichen Cop-Serie "The Shield" inszeniert hat. Allerdings sieht man dem Film an, dass Caruso eben kein David Fincher oder Ridley Scott ist. Und wo wir schon bei Ridley Scott sind: Lange Zeit galt sein Bruder Tony Scott (Last Boy Scout) als Regisseur. Auch wenn Tony nicht so talentiert ist, wie sein älterer Bruder Ridley, so hätte er aus dem Film doch noch mehr heraus holen können als Caruso. Jedoch war Tony Scott kurz darauf in Richtung "Mann unter Feuer" verschwunden.

Dann sind in "Taking Lives" einige Sachen ziemlich unlogisch. Statt, wie in Kanada eigentlich üblich, jemand von der RCMP (Royal Canadian Mounted Police) zu Hilfe eilt, sondern es unbedingt ein Besserwisser vom südlichen Nachbarstaat sein muss, der den Kanadiern auf die Sprünge hilft, ist dann mehr als unlogisch. Das sieht dann so aus, als wenn ausländische Polizeibehörden nicht ohne Hilfe der Vereinigten (imperialistischen) Staaten Amerikas auskommen würden. Aber die USA muss ja unbedingt wieder mal Welt-Bulle spielen... doch lassen wir das Thema jetzt mal!

Action gibt es in "Taking Lives" kaum und taucht auch nur vereinzelt auf. Der Action-Höhepunkt ist daher dann auch der Auto-Crash auf der Brücke. Dem Film muss man dennoch einen gewissen Grad an Spannung zusprechen, denn langweilig wird der Film beim erstmaligen Ansehen kaum. Hab ich was vergessen? Ach ja... natürlich die Erotik. Sicher, sicher... wenn Angelina Jolie mitspielt muss es natürlich auch eine Fickszene geben. Die sieht dann auch optisch anreizend aus, kommt aber nicht an Jolies Leistungen in "Original Sin" heran.

Insgesamt stellt "Taking Lives" einen passablen Serienmörder-Thriller da, der jedoch noch lange nicht an Meisterwerke wie "Sieben", "Jennifer 8" und "Roter Drache" heranreicht. Für jene die mal wieder eine halbnackte Angelina Jolie und einen einigermaßen spannenden Film sehen wollen, reicht "Taking Lives" dann aber aus.

Details
Ähnliche Filme