Review

Wer würde seinem Kind nicht die Holzpuppe eines potentiellen Serienmörders schenken? Vor allem wenn diese noch Pinocchio heißt und von einem Typen namens Gotto (Lewis Van Bergen) selbst geschnitzt wurde. Man beachte die Ähnlichkeit mit Gepetto, was für ein Einfall von Kevin Tenney (Peacemaker, Brain Dead), der hiermit eine wirkungsvolle Alternative zum Schafe zählen entwickelt hat. Ein gähnender Versuch im Fahrwasser von "Chucky - Die Mörderpuppe" zu schwimmen, doch schon im Auftakt ist ersichtlich, was uns hier erwartet. Normalerweise präsentiert man dem Publikum einen spannenden oder blutigen Anreiz, doch stattdessen sehen wir Vincent Gotto wie er seinen Sohn samt Holzpuppe im Wald begräbt. Natürlich noch möglichst nah an der Straße, damit ihn ein junger Deputy auch entdeckt.
Dass mit der Puppe etwas nicht stimmt ist offensichtlich, eine richtige Erklärung für die Ereignisse gibt es leider nicht. Ausgerechnet Verteidigerin Jennifer Garrick (Rosalind Allen) bekommt den Fall um Gotto aufs Auge gedrückt, angeblich soll er mehrere Kinder ermordet haben. Und gerade jetzt hat Jennifers Tochter Zoe (Brittany Alyse Smith) Geburtstag, also schenkt man ihr kurzerhand die Holzpuppe, während Gotto hingerichtet wird.

Nun kann man natürlich spekulieren, ob Gottos Geist in die Puppe gefahren ist, oder ob sie einfach nur einen schlechten Einfluss auf Kinder hat und sie animiert diese Morde zu begehen. Drittens bleibt auch nicht ausgeschlossen, dass Pinocchio wirklich lebt. Doch anstatt sich damit zu beschäftigen, konzentriert sich Tenney lieber auf andere Unzulänglichkeiten. Beispielsweise etliche Streitereien zwischen Mutter und Tochter, Jennifers Probleme im Job, oder ihre Beziehung zum Landschaftsgärtner David (Todd Allen). Natürlich hat Jennifer eine Scheidung hinter sich, weswegen Zoe in regelmäßigen Abständen zum Psychologen Dr. Edwards (Aaron Lustig) muss. So hangelt man sich hier von Dialog zu Dialog, die Holzpuppe verkommt zur Nebensächlichkeit und ein wenig gemordet wird erst im letzten Drittel. Natürlich will Zoe niemand glauben, dass Pinocchio lebendig ist und Tenney versucht uns ständig zu verunsichern, ob dem nun wirklich so ist. Mal bewegt er beim Sprechen seine Lippen, dann plötzlich wieder nicht und überhaupt strahlt dieser Holzkopf keine Bedrohung aus. Die Puppeneffekte sind sehr mäßig, da verwandelt sich Holz schon mal in Gummi und dann musste man ihm in der deutschen Synchro auch noch so eine lächerliche Stimme geben.

Eigentlich würde man nichts verpassen, wenn man die erste Stunde komplett vorspult, denn da darf Jennifers Lover die Treppe runterstürzen und das Kindermädchen wird mit einem Schürhaken erschlagen, übrigens die einzige etwas blutige Szene im Film. Im Finale kommt dann tatsächlich etwas Grusel auf, denn draußen tobt ein Gewitter, Jennifer ist mit ihrer Tochter allein im Haus und Pinocchio ist mächtig sauer. Die Szene mit dem Durchstechen der Türe hat man mal schnell bei "Chucky" abgekupfter, inklusive Durchstechen der Hand, was Jennifer nicht mal zu schmerzen scheint. Doch Tenney scheint hier selbst nicht richtig gewusst zu haben, auf was er eigentlich hinaus will, denn der Ausgang der Geschichte lässt uns völlig ratlos zurück.
Dabei sind die Darsteller gar nicht mal schlecht, besonders Rosalind Allen (C2 - Killerinsect, Kinder des Zorns 2) als gebeutelte Mutter. Nur Kinderdarstellerin Brittany Alyse Smith ( verkörpert Zoe) kann echt an den Nerven zehren.

Lässt sich mit einem Wort beschreiben, nämlich "Schlaftablette". Anstatt endlich zum Wesentlichen zu kommen bei dieser Minimalstory, verzettelt sich Tenney in Geschwätzigkeit. Die Darsteller machen ihre Sache gut, doch bis endlich etwas passiert liegt der Zuschauer schon im Tiefschlaf. Desweiteren gibt es nicht mal eine Erklärung, der Zuschauer muss hier selbst spekulieren, was denn nun geschehen ist. Ein wenig gruselig wird es erst im Finale, doch bis dahin ist es ein weiter Weg, somit kann man sich diesen Puppenhorror sparen.

Details
Ähnliche Filme