Review

Paparazzi - ursprünglich scherzhafte, heute negative Bezeichnung für sensationsgierige und aufdringliche Pressefotografen!

Darum dreht sich auch der gleichnamige Film von Paul Abascal. Ich fand das Thema sehr interessant, auch den Trailer äußerst ansprechend. Was sich mir dann als Film bot, war jedoch ziemlich ernüchternd.

Ich will jetzt zwar nicht davon sprechen, dass "Paparazzi" grotten schlecht ist, allerdings muss ich schon sagen, dass ich mir bei diesem Thema mehr erwartet hätte.

Der Film plätscher größten Teils mau vor sich hin. Es entsteht nur selten die große Action, die der Trailer verspricht. Mir ist es z.B. nicht ganz verständlich, wie auf einmal, der durch die Paparazzis bekannt gewordene Filmstar Bo Laramie so brutal und abgeklärt werden kann, dass er mehrere Morde auf sein Gewissen nehmen kann. Klar, wenn die Familie angegriffen wird, sind Menschen zu großen Taten fähig. Es ist allerdings schon sehr an den Haaren herbei gezogen, dass ein eigentlich "normaler" Mensch binne kürzerster Zeit zum Massenmörder mutiert.

Den Grund der Paparazzis, warum sie den Filmstar fertig machen wollen, wird mir auch nicht ganz ersichtlich. Es ist doch so, dass Stars und Paparazzis eine ungeschriebene Symbiose haben, denn es steht wohl außer Frage, dass beide Parteien von einander profitieren und sich gegenseitig brauchen. Die einen brauchen das Geld für die Schnappschüsse, die anderen die Schnappschüsse, um im Geschäft zu bleiben oder bekannt zu werden. Es ist wohl schon nervig, überall observiert zu werden. Wenn dies jedoch nicht der Fall wäre, dann würden sich manche "Stars" bald in der B- bzw. C-Klassigkeit widerfinden.

Am meisten an "Paparazzi" nervt mich, dass die Objektivität fehlt. Es wird die ganze Zeit nur auf dem "Beruf" Paparazzi rumgehackt und nur die schlechten Seiten - Ausnahmefälle - beleuchtet. Es wird nicht aufgezeigt, wie nötig Paparazzis für "Stars" sind. Es entsteht einfach ein völlig falsches Bild von diesem Beruf.

Völlig außer Acht gelassen wird auch die Tatsache, dass man als "Star" die Möglichkeit rechtlicher Schritte hat. Es entsteht das Bild, dass der "Star" den Paparazzis völlig ausgeliefert ist. Die Wirklichkeit zeigt hingegen, dass sich jeder Mensch, dem Ungerechtigkeit widerfährt mittels Gerichtsurteilen und polizeilichem Schutz auf sein Recht der Bewegungsfreiheit und der Verletzung der Privatsphäre pochen kann.

Paul Abascal hat sich auf ein Terrain gewagt, dass so oberflächlich betrachtet wohl schwer zu greifen ist. Man hätte tiefer gehen müssen, beide Seiten beleuchten müssen und dann klar stellen müssen, dass es Extrembeispiele gibt - Tot von Lady Di als Beispiel - wo einzelne Leute übertrieben haben. Pauschalisiert ist dieses Verlaufsschema aber eher als Schwachsinn zu werten.

Fazit:
Als Action-Reisser ist "Paprazzi" wohl kein schlechter Film. Wenn man aber ein Statment erschaffen wollte gegen den Beruf Paparazzi ist in diesem Film wohl einiges schief gelaufen und die Objektivität mit Verlauf des Films auf der Strecke geblieben. Hinsichtlich der Plausibilität der Taten des Bo Laramie wird es zum Teil schon ziemlich waghalsig und oft nicht mehr nachvollziehbar. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass ein "Star", dem die Polizei (Dennis Farina) so auf die Spur gekommen ist, auch wenn ihm schlimmes durch die Paparazzis widerfahren ist, so unbehelligt damit durch kommt...Es ist einfach Selbstjustiz, die in einem Rechtsstaat nicht geduldet werden darf! Es gibt auf der Welt schlimmere Verbrechen, die durch Selbstjustiz bestraft worden sind, was den "Richter" (auch Personen aus dem öffentlichen Leben) langjährige Gefängnisstrafen einbrachte!

5/10 Punkte

Details
Ähnliche Filme