Inhalt:
Im August 1945 neigt sich auch in Asien der 2. Weltkrieg seinem Ende zu.
Die Japaner halten noch einen Großteil Ostasiens besetzt, doch hat ihr größter Gegner, jenseits des Pazifiks, eine neue, furchtbare Waffe eingesetzt. Dies zwingt das japanische Empire in die Knie. Das für unmöglich gehaltene wiederfährt somit dieser stolzen Nation..., Japan muss kapitulieren.
Und Stalin will nicht zu spät kommen..., hinsichtlich der Verteilung der Kriegsbeute in Ostasien.
So besetzen die Sowjets den Norden Koreas und die Manchurei. Auch dort müssen die Japaner kapitulieren.
Und einen trifft dies dort besonders hart..., einen Mann, der als Geheim-Agent seinem Kaiser in der japanisch besetzten Manchurei diente..., Doshin So (Sonny Chiba).
Für Doshin ist die Kapitulation ein schwerer Schlag..., verbittert und trotzig sagt er zu sich: "Japan hat kapituliert..., aber ICH NICHT!"
Doshin So kehrt nach Osaka zurück..., in ein von den U.S.-Amerikanern besetztes, geschundenes Land..., Armut und Hoffnungslosigkeit haben die Menschen heimgesucht. Ähnlich wie im damaligen Deutschland existiert nur noch eine Schatten-Wirtschaft, die vom Schwarzmarkt geprägt ist.
In diesem Milieu bewegt sich Doshin So...., eine Gruppe von Waisenkindern, darunter 2 Mädchen, befinden sich in seiner Obhut.
Dabei ist auch der kleine Kimio, dessen Schwester, die schöne Kiku (Yutaka Nakajima)..., sich als Prostituierte ökonomisch über Wasser hält..., sie steht unter Doshin´s Schutz. Die betriebene Reis-Suppen-Garküche bietet ein gewisses Auskommen.
Doch da wird Kimio von einem Jeep der U.S.-Amerikaner angefahren.
Die G.I.´s fahren arglos weiter..., doch Doshin stellt diese Männer. Doshin verfügt über ein herausragendes Karate..., und verletzt diese Männer schwer.
Damit hat Doshin nunmehr, nachdem er verhaftet wurde, schlechte Karten.
Doshin droht durch die Besatzungsbehörden die Todesstrafe, zumindest aber mehrjährige Zwangsarbeit in Okinawa.
Doch Doshin hat Glück. Polizei-Chef Kobayakawa (Tetsuro Tamba) entlässt Doshin..., lässt ihn laufen. Kobayakawa erkennt das Potenzial dieses Mannes, dass Japan Männer wie ihn braucht.
Doshin entweicht nach Tadotsu auf der Insel Shikoku.
Dort baut Doshin So seine Karate-Schule auf..., lehrt dort den von ihm entwickelten Stil des "Shorinji kenpo".
Widerstand gibt es von den ortsansässigen Judokas..., doch mit denen wird Doshin leicht fertig.
Immer mehr Schüler schließen sich Doshin So an..., der diesen Menschen neue Hoffnung gibt. Unter ihnen sind Hiroshi Tomoda (Naoya Makoto) und dessen Schwester Miho (Etsuko "Sue" Shiomi). Außerdem noch Kentaro Otaki (Makoto Sato)..., ebenfalls ein Kriegsheimkehrer..., der verzweifelt seine Frau Masako (Akiko Mori) sucht. Otaki gilt für seine Familie als Gefallener...!
Die Schwarzmarkt-Yakuzas unter Führung des skrupellosen Akamatsu (Asao Koike) dehnen ihre Geschäfte von Osaka weiter bis nach Tadotsu aus.
Schon in Osaka hatte sich Doshin So mit diesen Verbrechern angelegt.
Versuche Doshin zu "kaufen" schlagen fehl..., und als die kleine Noriko, die Tochter des Nudelsuppenverkäufers, vergewaltigt wird..., Hiroshi Tomoda der rechte Arm abgeschlagen wird..., und später auch Otaki -der seine Frau zwar fand, diese ist aber wieder neu verheiratet, der neue Mann betrachtet Otaki´s Sohn als den eigenen- brutal von diesen Gangstern getötet wird...., ist das Maß für Doshin So voll....!
Doshin, er weilt in Osaka, als er die Waisenkinder besucht, und erleben muss, wie Kiku stirbt..., kehrt nach Tadotsu zurück.
Dort kommt es zum endgültigen, blutigen Show-Down gegen Akamatsu und dessen Schergen...........
Fazit:
Ein ganz starker, ein hervorragender, ein ungewöhnlicher Eastern, welcher hier von Noribumi Suzuki im Jahre 1975 im Anschluss an die Streetfighter-Trilogie Sonny Chiba´s für die Studios von "Toei" in Szene gesetzt wurde.
Vor dem ungewöhnlichen Hintergrund der japanischen Nachkriegszeit erzählt Suzuki die doch oft tragische Geschichte eines Mannes, der einst wirklich lebte: Karate-Meister Doshin So.
In düsteren Bildern, oft voller Beklemmung..., Schmutz und Elend aufzeigend, es regnet oft..., die Menschen sind arm, die Brutalität der Schwarzmarkt-Mafia setzt den Menschen zu und die Behörden sind korrupt..., mit diesen Mitteln also erzählt die Regie diese Geschichte.
Diese Story, in der ein Mann um das eigene Überleben kämpft..., um seine letzte Ehre, aber auch um das Leben einiger kleiner Waisenkinder, und einer verzweifelten, geschundenen Frau.
Japan nach dem 2. Weltkrieg..., am Boden. Ähnlich wie in Deutschland zum damaligen Zeitpunkt gibt es nur eine Schatten-Wirtschaft, die durch den Schwarzmarkt geprägt wurde. Die Menschen sind verzweifelt..., vielen ist die Hoffnung abhanden gekommen.
Noribumi Suzuki gelingt es, durch eine düstere Atmosphäre diese verzweifelte Lage des Landes und seiner Menschen visuell gekonnt umzusetzen..., setzt versiert dynamische Actionsequenzen und ruhigere, dafür dramatische und traurige Momente aneinander.
Ganz im Kontrast zur oft düster-beklemmenden Grund-Tendenz, stehen die Bilder aus der Kampfschule Doshin So´s, die vielen durch den Krieg Gestrauchelten neue Hoffnung einimpft...: In einem räumlich großzügigen, sonnenlichtdurchfluteten Innenhof einer Kampfschule vollführen Hunderte Schüler eine Massen-Kata! Es wirkt fast symbolisch... als wäre diese Kampfschule das "Licht der Hoffnung"..., für ein Land, dass seine Vergangenheit bewältigen und in eine neue Zukunft sehen muss.
Ein Symbol...., eine Botschaft fast, die die Regie hier dem Betrachter offensichtlich offenbaren will!
Sonny Chiba, Japan´s Action-Legende, ist hier in der Hauptrolle zu erleben, wer anders könnte das so spielen.
Verbittert..., verzweifelt, auch er. Er setzt das aber nicht nur in Wut und kämpferische Energie um..., sondern auch in Mitgefühl und Hilfsbereitschaft. So stehen eine Gruppe von Waisenkindern und eine junge, erschöpfte und auch ausgenutzte Frau unter seinem Schutz.
Und Sonny spielt das somit variabel, vor allem aber knallhart gegen seine Feinde..., er baut seine Kampfschule auf, verbissen und zielstrebig..., hilft, und attackiert, dies gnaden- und kompromisslos.
Ich würde sogar "The killing machine" als den besten Film bezeichnen, den Sonny Chiba gemacht hat.
Seine Partnerin ist hier Yutaka Nakajima..., gebeutelt und ausgenutzt wird sie hier. Eine tragische Rolle, die die junge Actrice hier so umsetzt, dass man als Betrachter einen Kloß im Hals hat.
Auch die anderen sind Gestrauchelte des Krieges..., Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit prägen auch diese Figuren.
Etsuko Shiomi hat hier nur eine Nebenrolle, zeigt ihre Verzweiflung aber auch ihren Selbstbehauptungswillen..., will ihren Bruder mitziehen, der sowohl psychisch als auch physisch stark gehandicapt ist. Und sie fightet wieder gewohnt agil!
An der Spitze der Villains -alles brutale, comicartig verzerrte Schläger und Halsabschneider- steht Asao Koike. Schmierig, so feige wie verschlagen..., er meint, alles und jeden kaufen zu können. Die Schmierigkeit steht ihm ins arrogante Gesicht geschrieben.
Eine bemerkenswerte Rolle als Spätheimkehrer spielt denn noch Makoto Sato. Er gilt als gefallen..., doch er lebt. Seine Frau hielt ihn für tot, hat neu geheiratet, und dieser Mann hält sich für den Vater des Sohnes von Makoto.
So steht denn seine Figur für ein Schicksal, welches eine weitere Problematik der Nachkriegswirren Japans beleuchtet: Die des Auseinanderreißens von Familien während des Krieges, vor allem in dessem Endphase.
Makoto Sato spielt denn diese Rolle mit der benötigten Intensität.
Da gerät die Action fast zur Nebensache. Doch rundet diese den gefälligen Eastern von Noribumi Suzuki erst richtig ab.
Knallharte, raue aber auch stilistisch-technisch beschlagene Karate-Fights..., intensiv-kompromisslos rechnet Sonny Chiba mit den Villains ab.
Viele Katas..., süperb im Schnitt und mit einer dynamischen Kamera werden die Karate-Fights hier auch visuell gut eingefangen..., und etwas Splatter gehört bei Sonny ja eh ins Repertoire.
Ja..., ein starker, ein kerniger und ungewöhnlicher Eastern, der visuell besticht, und seine Botschaft in nur erstaunlichen 83 Minuten an den Betrachter bringt! Richtig gut!
9,5/10!