Review


Inhalt:

Japan, eingangs der 1930er Jahre. Das faschistische Regime in Tokyo hat beschlossen, seine Macht in China weiter auszubauen, der Norden des "Reichs der Mitte" befindet sich de facto bereits in ihrer Hand.
In der Manchurei soll der Klientel-Staat "Mandschukuo" entstehen, faktisch von Japan beherrscht, aber mit einem genehmen Marionetten-Kaiser an der Spitze.

Dieser Marionetten-Kaiser des japanischen Klientel-Staates "Mandschukuo" soll niemand anderes sein, als der letzte chinesische Kaiser der manchurischen Qing-Dynastie, Pu Yi. Dieser wurde in Peking (heute Beijing) einst im Zuge der bürgerlichen Revolution im Jahre 1911 abgesetzt, und die Qing-Dynastie gestürzt.
Pu Yi, ein zur Naiivität neigender Träumer und Schwächling, führt im Norden Chinas, in Tientsin (heute Tianjin), das Leben eines Playboys.

Yoshiko (Chia Ling aka Judy Lee), die Tochter des Prinzen Shu und Agentin des "Kokuryukai"-Rings, soll für die Japaner Pu Yi in die Manchurei verschleppen..., ihn nach Mukden (heute Shenyang) bringen, um dort zum Kaiser des neuen "Mandschukuo" zu werden.
Falls sie scheitert, schwört Yoshiko "Seppuko" zu begehen...!

Yoshiko gelangt nach Tientsin -wo auch der "Kokuryukai"-Ring eine Basis hat- zusammen mit ihrem Bodyguard (Chin Kang)- gibt sich eine neue Identität als Geisha in einem japanischen Etablissement, und nimmt den Tarn-Namen "Mariko Asoka" an.
Ihre Verbindungsmänner seitens des japanischen Geheimdienstes ist dessen Chef-Agent (Lung Hsiung) vor Ort, und seitens des Militärs Lieutenant Yoshida (Miao Tien).

Yoshiko´s Mission ist äußerst gefährlich. Eine chinesische Widerstandszelle will verhindern, dass Pu Yi in die Manchurei verschleppt wird um dort als Marionetten-Kaiser der Japaner installiert zu werden.
An der Spitze der anti-japanischen Kräfte steht der KungFu-Fighter Tong Shao-Pai (Chang Yi).
Aber auch der eigene Geheimdienst insistiert gegen Yoshiko!
Und auch der Ex-Mann (Tien Yeh) von Yoshiko taucht zu allem Überfluss noch auf.

Es kommt zu etlichen Intrigen und Kämpfen.
Und ausgerechnet der Geheimdienst-Chef fällt Yoshiko in den Rücken...!
Schließlich kommt es zum brutalen und blutigen Kampf um Pu Yi, und dieser fällt in die Hände der japanischen Agenten.
Pu Yi soll nunmehr nach Mukden verschifft werden. Doch noch sind nicht alle Messen in diesem Drama gesungen!

Kurz vor Auslaufen des Schiffs kommt es zum Show-Down, zum gnadenlosen Kampf auf Leben oder Tod.....


Fazit:

Im Jahre 1976 drehte Regisseur Ting Shan-Hsi diesen weitestgehend spannenden, actiongeladenen und ziemlich ungewöhnlichen Eastern für die Studios von "Ta Hsing Motion Picture Co., Ltd" auf Taiwan.
Ungewohnt ist der historische Background in diesem Eastern..., und die Heldin ist eine Japanerin -im Film-.
Pu Yi, der letzte chinesische Kaiser aus der manchurischen Qing-Dynastie..., eine schillernde Figur der Geschichte..., und sein Schicksal beschäftigte die Filme-Macher oftmals und weltweit..., erwähnt sei hier nur Bertolucci´s "Der letzte Kaiser".

Ting Shan-Hsi nimmt sich dieses Stoffes also an..., und versucht hier nicht nur einen KungFu-Actioner entstehen zu lassen..., sondern auch ein mit diesem speziellen Abschnitt der chinesischen Historie als Background versehenes Drama zu erschaffen.
Das ist auch weitestgehend gelungen, auch wenn die Bilder-Wucht Bertolucci´s hier natürlich nicht erzielt wird, das Ganze natürlich vergleichsweise kostengünstig entstand.
Bemüht und weitestgehend strickt, strickt Ting Shan-Hsi also an diesem Eastern, der KungFu-Action und historisches Drama zu einer Symbiose zu vereinigen versucht.

So ist der Film denn durchaus spannend..., nur so zur Mitte hin plätschert das etwas dahin, bilden sich Längen durch Intrigen und Dialoge, dafür gerät dann im Action-Finale, als sich das Drama zuspitzt, einiges denn etwas ´drunter und drüber´.
Hier hätte mit mehr Bedacht die Regie denn eine ´feinere Klinge´ walten lassen können und müssen.
Das sind so die Mankos..., die "Lady Karate" denn hat, vielleicht auch haben muss..., denn KungFu-Actioner und historisches Drama als B-Eastern, geht wohl kaum ohne dass so ein Streifen schwächelt.

Lässt man das als Betrachter, vor allem als Eastern-Fan, hinter sich, kann jedoch "Lady Karate" als Actioner mit letztlich sich zurechtlaufender, insgesamt spannender Handlung, noch den Anhänger des Genres überzeugen.

Chia Ling (aka Judy Lee) ist hier die nicht immer taffe Heldin, die auch mitunter etwas labil wirkt. Im Kimono, als Geisha, als japanische Agentin, ist sie eine ungewöhnliche Heldin in einem chinesischen Eastern.
Sie agiert solide, und spielt variabel..., und vor allem in den Action-Sequenzen agil und kompromisslos. Eine insgesamt starke Performance von Chia Ling..., und mit "Lady Karate" konnte sie ihren Rang als eine der vorderen Eastern-Darstellerinnen der 1970er natürlich festigen.

Chang Yi ist hier ihr Gegenspieler, auch er agiert solide, ist aber als einer "auf der chinesischen Seite" nicht so der super-sympathische Top-Held, eher kalt kommt seine eher dezentrale Figur hier rüber.
Lung Hsiung ist als skrupellos-intriganter Ober-Agent, der der Heldin in den Rücken fällt, der eigentliche Villain hier, auch er meistert solide seine Rolle.

Die Gaststar-Liste ist lang und für eingefleischte Eastern-Fans prominent durchsetzt, Gesichter die jeder Genre-Anhänger kennt: Chin Kang, Sally Chen, Miao Tien, Hsue Han, Tien Yeh, Yee Yuen als japanischer Killer, und als Sahne-Häubchen oben auf... Shan Mao, der hier auch als Fighting-Instructor hinter der Kamera agierte.

Das bringt mich zur Action dieses Eastern..., rasante und knallharte Fight-Action, KungFu aber auch Schwertkampf und Feuerwaffen-Action..., wechseln sich munter ab.
Eine Fight-Sequenz war kernig-actiongeladen..., mit Schwertern gegen Feuerwaffen... und erinnerte an den Shaw Brothers-Hit "Die gnadenlosen Sieben" ("Seven men Army", siehe mein Review auf dieser website).
Chia Ling zeigt ein starkes KungFu..., die Fights sind knallhart und brutal.
Der Endfight indes, da geht es etwas drunter und drüber, auch schnitt-technisch. Natürlich soll die Action heftig und mit Drive versehen sein, aber etwas mehr "Ruhe" bei der Umsetzung, hätte diesen, den eigentlichen Endfight (vor dem Finale im Hafen von Tientsin) runder gemacht.

Kurzum, "Lady Karate" hat seine Schwächen..., ist aber insgesamt noch ein beachtlicher, ungewöhnlicher, harter und actionreicher Eastern, für die Fans des Genres und speziell von Chia Ling aka Judy Lee.
Knappe und etwas wohlwollende 7/10 Punkte kann ich für "Lady Karate" vergeben.

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