„Gaudi in der Lederhose“ ist ein billig hin gerotzter Erotikstreifen ohne jeglichen Esprit oder die harmonische Atmosphäre, die das Vorbild („Liebesgrüße aus der Lederhose“) noch so prägnant auszeichnete. Mit dieser liebevoll inszenierten Kultreihe hat vorliegender Schund nichts gemeinsam und wird selbst dem eingefleischten Genrefan nicht schmecken.
Die kaum auszumachende Geschichte ähnelt einem schlechten Pornofilm und reiht lieblos eine Sexszene an die andere, beinahe völlig ohne Anschlüsse oder Erklärungen. So ist die Erotik nicht organisch eingebettet in den Handlungsrahmen sondern bestimmt diesen. Unglücklicherweise beweist Regisseur Jürgen Enz, verantwortlich für knapp zwanzig weitere unbekannte Sexklamotten, zeigt sein Unvermögen indem er die Erotikszenen beinahe schon abstoßend gestaltete. Neben den gewohnt schrullig unattraktiven Männern fehlen die nötigen hübschen Mädchen mit natürlicher Ausstrahlung, leider besetzte man hier übergewichtige Durchschnittsfrauen, Enz bietet seinem Publikum nicht einmal was fürs Auge. Und das obwohl er einen Großteil der Laufzeit auf unästhetische, doch recht explizite Sex-Szenen nutzt.
Zum Glück dauert das Ganze nicht viel länger als eine Stunde, dennoch schafft es der Film nicht so etwas wie einen Unterhaltungsfaktor zu entwickeln. Zu platt sind die erbärmlichen Wortwitze, der bayerische Akzent entbehrt hier jeglichem Charme und klingt oftmals sehr unverständlich. Technisch bietet sich dem Zuschauer ein grenzenloses Fiasko, von ungünstigen Kameraperspektiven und unsauberen Schnitten über verwackelte Bilder bis hin zu langweiligen Kulissen lässt man kein Fettnäpfchen aus und punktet nicht einmal mit den obligatorischen Naturaufnahmen. Selbst diese sind spärlich vorhanden und trotz des eigentlich malerischen Alpenhintergrundes seltsam nichts sagend.
Auch die Schauspieler fügen sich mit ihrer katastrophalen Leistung in das Gesamtbild ein, das winzige Ensemble bietet weder hübsche Mädchen noch bekannte Gesichter. Alle Darsteller machen einen gelangweilten Eindruck, keine Spur von der Spielfreude eines Peter Steiner oder Franz Muxeneder. Dasselbe gilt für die austauschbare Hintergrundmusik, die nur aus beliebigem volkstümlichem Gedudel besteht.
Fazit: Finger weg von diesem Film und lieber zu den Werken mit Peter Steiner oder Ingrid Steeger greifen. Wer denkt „Schulmädchen-Report“ sei ein schlechter Film, der sollte sich zum Vergleich mal „Gaudi in der Lederhose“ antun. Ganz übler Shit.
01 / 10