Review

Max ist nicht der akademisch talentierteste Jüngling der Elite-Schule Rushmore. Er ist auch nicht der Schönste. Dennoch birgt in seiner Gegenwart etwas ganz Besonderes. Als Mitglied, Gründer oder Präsident von so gut wie jedem Schulclub ist er einer der bekanntesten und auch nervigsten Gestalten für den angeschlagenen Schuldirektor der Rushmore Academy. Dies soll sich noch verdoppeln, wenn Max ein Auge auf die junge, neue Schönheit des Lehrkörpers, Rosmary, wirft. Schnell wird klar, was der exzentrische fünfzehn-jährige Schüler seiner meeresbegeisterten Angebeteten schenken müsse, um ihr Herz zu erobern: Er würde den Sportplatz für sie in ein riesiges Aquarium verwandeln.

So langsam weiß ich wirklich nicht mehr was ich von Wes Andersons Filmen halten soll. Die gefeierten Tenenbaums und Rushmore fand ich ziemlich öde, während ich die eher schlechter beurteilten Streifen wie die Tiefseetaucher oder Bottle Rocket ziemlich spaßig fand. Anderson arbeitet gern mit dem gleichen Ensemble zusammen und so wundert es nicht das Bill Murray oder die Wilson Brüder wieder mit dabei sind und dabei die gewohnt souveräne Leistung abliefern.
Hier gehts um den Vorzeigenerd Max Fisher, der zwar aussieht wie Einstein Junior, aber sonst schulisch als auch kontaktmäßig wenig auf die Reihe bekommt. Das erste Problem was hier auftaucht ist das Max nun nicht gerade ein Sympathikus zum liebhaben ist, sondern eher in Richtung lästiger Klugscheißer tendiert. Anderon typisch werden die Figuren zwar sehr detailliert geschildert und durchaus mit hintergründigen Humor unterlegt, aber mit der Max Rolle konnte ich mich nun gar nicht identifizieren.
So dürfen sich er und sein anfangs noch wohlgesinnter Mentor Blume um eine Lehrerin streiten, in die beide doll verknallt sind und sich dabei gegenseitig bei jeder passenden Gelegenheit auszubooten. Viel mehr passiert da auch nicht. Das hat zwar seinen Charme und auch lustige Momente, aber auch die Anderson irgendwie anheftende Zähigkeit. Rushmore ist mit Sicherheit nicht jedermanns Geschmack, will er auch gar nicht sein, sondern abseits des Mainstreams eine Nische einnehmen. Wer die Tenenbaums mochte wird sich hier sofort heimisch fühlen, American Pie Jünger sollten aber den berühmten großen Bogen machen.
4/10

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