Im normalen Leben eine erfolgreiche Geschäftsfrau, verwandelt sich Lulu Wong bei Bedarf in Silver Hawk, eine Superheldin, die mit High-Tech und Kung-Fu der Unterwelt das Fürchten lehrt. Die Polizei hat immer öfter das Nachsehen, und so wird Inspektor Ren beauftragt, Silver Hawks Identität zu lüften und sie dingfest zu machen. Doch auch das Verbrechen bleibt nicht untätig: Der machthungrige Wolfe hat einen Wunderchip entwickelt, mit dessen Hilfe Menschen in kürzester Zeit zu willenlosen Werkzeugen werden. Von der Polizei verfolgt, muss Silver Hawk nun ihr ganzes Können zeigen, um Wolfe rechtzeitig das Handwerk zu legen...
Silver Hawk ist ein eher schwacher Beitrag des modernen Hong Kong Popcorn Kinos. Die Geschichte um eine moderne Wohltäterin mit Superequipment, die die bösen vertrimmt und niedliche Pandas in ihrer Freizeit rettet, hört sich so ziemlich nach der Adoptivtochter von Batman und Robin Hood an. Auch das ganze Gedöhns um ihre Geheimidentität erinnert eher an Figuren aus Marvel Comics. Auch bei den Darstellern wurden einige Ovalaugen rekrutiert, sind mit Michael Jay White und Luke Goss zwei mehr oder weniger bekannte Wessies mit dabei, irgendwie riecht hier alles so ein wenig nach Anbiederung an den internationalen Markt, als nach asiatischer Herzensblutarbeit.
Was allerdings (leider) übernommen wurde ist der doch mehr als gewöhnungsbedürftige typische Fernost Humor. Silver Hawk ist nicht nur ein reiner Action Film sondern hat auch eine spaßige Note, zumindest meinten das die Herren Autoren und Regisseur. Aber wirklich zum schmunzeln bringen einen diese infantilen Späßchen die dem müden Auge dargeboten werden kein bisschen, ganz im Gegenteil, diese Comic Relief Figur des Computer Hackers Kid ist hauptsächlich dazu da einem die Nervenstränge zu belasten. Über solche Charaktere mag man sich in Schanghai Nord vielleicht ja totlachen, aber mir ging der Typ durchgehend mächtig auf den Zylinder. Auch der Look des Streifens ist ungewöhnlich, alles wirkt entweder mal poppig bunt und gen Ende dafür eher unterkühlt steril, als würde da getestet werden wollen, wie viele Teile des Farbspektrums das Kameraequipment aufzunehmen in der Lage ist.
Selbst die Darsteller können da nicht wirklich überzeugen. Michelle Yeoh macht auf Dauergrinsen und spielt sonst auf Sparflamme, Luke Goss bekommt seinen Bösewichts Part ebenfalls nicht wirklich hin. Die einzigen denen man einen akzeptablen Job attestieren kann, sind einerseits Michaei Jay White (hat aber auch nicht viel zu tun) und die Kinderdarsteller in den immer wiederkehrenden Flashbacks aus Hawks Vergangenheit.
Der einzige Grund warum man einen Blick auf dieses Hi Tech Machwerk werfen kann sind die Kampfszenen, die sehr variabel und zum Glück recht zahlreich eingebaut wurden. Yeoh ist für ihre 40+ immer noch verdammt beweglich und hat auf dem Martial Arts Sektor einiges auf dem Kasten. Viele der Fights kann man getrost als Kampfballett bezeichnen, speziell in der Eröffnungsszene und besonders im Lagerhaus mit den Jungs die von oben Bungeeboxing versuchen.
Silver Hawk könnte ein ganz guter Film sein, wenn nicht immer diese blöden Szenen zwischen den Fight Einlagen wären, sobald die Handlung von der Faust zum gesprochenen Wort übergeht, wird’s ziemlich lau im Kakao und von HK Perlen a la A better tomorrow ist dieses Produkt locker eine Ozeanbreite entfernt.
4/10