Review

Durch George Lucas wurde Hauptdarsteller Warwick Davis (Willow, Rückkehr der Jedi Ritter) eine Berühmtheit. Der kleinwüchsige Schauspieler schlüpft hier in die Rolle eines Leprechauns. Diese irischen Gnome sind normalerweise freundliche Wesen und erfüllen Wünsche, doch unser "Leprechaun" ist das Böse in Zwergengestalt. Ein wirklich netter Einfall, den Mark Jones hier hatte. Desweiteren bietet er mit der jungen Jennifer Aniston (Bruce Allmächtig, Der gebuchte Mann) einen optischen Leckerbissen. Für Aniston ist "Leprechaun" nicht nur die erste Hauptrolle in einem Spielfilm, sondern auch ein Sprungbrett für ganz nach oben. Mit "She´s the One" hatte sie es dann entgültig geschafft, aber schon hier ringt sie sich eine gute Leistung ab.

Tory Reding (Jennifer Aniston) zieht mit ihrem Vater J.D. (John Sanderford) in ein heruntergekommenes Landhaus. Mit Hilfe von Nathan (Ken Olandt), dem geistig zurückgebliebenen Ozzie (Mark Holton) un dem kleinen Alex (Robert Gorman) wollen sie die Bude schnell wieder in Schuss bringen. Im Keller stoßen sie auf eine große Holzkiste, ausversehen entfernt Ozzie das vierblättrige Kleeblatt. In der Kiste hatte der Vorbesitzer einen bösartigen Leprechaun eingefangen und dessen Gold gestohlen. Ozzie und Alex haben das Gold gefunden und versteckt, der Leprechaun will es natürlich zurück und geht dabei über Leichen.

Wie schon erwähnt sind diese Gnome den Menschen normalerweise freundlich gesinnt und entstammen einer irischen Sage. Mark Jones macht aus diesem Fabelwesen einen bösartigen Killergnom, der sogar Spass am Töten hat. Ausserdem ist der Leprechaun ziemlich geldgierig und dreckige Schuhe hasst er wie die Pest. Hundert Goldmünzen nennt er sein Eigen und wehe es fehlt eine. So erzählt uns Jones erst eine kleine Vorgeschichte, wie der Leprechaun in die Holzkiste verbannt wird. Nur durch ein vierblättriges Kleeblatt ist er dort gefangen, doch er ist unsterblich und zehn Jahre später kann er endlich das hölzerne Gefängnis verlassen.

Seine einfache aber charmante Story erzählt Jones mit viel Pepp und ohne Lücken. Die sympathischen Charaktere sind schnell eingeführt und bleiben keine Abziehbilder, zudem bleiben alle am Leben, denn der Leprechaun findet andere Opfer. Ein Ladenbesitzer, nebst einem Polizisten fallen ihm zum Opfer. Der Bodycount bleibt sehr niedrig, doch ein wenig Blut gibt es auch hier zu sehen. Ernst nehmen kann man das Ganze natürlich nicht und das ist auch die größte Schwäche des Films. Höchstens beim Mord am Polizisten wird es ein bisschen gruselig, doch ansonsten verläuft "Leprechaun" spannungsarm und recht vorhersehbar.

Jones tendiert eher in Richtung Komödie, so funktioniert der Humor sehr gut, auch wenn echte Brüller ausbleiben. Aber wenn der Leprechaun mit einem Dreirad oder einem Go-Kart herumfährt kann man ein Schmunzeln nicht zurückhalten. Reimen und Schuhe putzen gehört auch zu seinen Hobbys, ausserdem erweist er sich als äusserst hartnäckig. Er wird angeschossen, bekommt ein Auge herausgestochen, es wird auf ihn eingeprügelt, doch der Gnom steckt alles weg und terrorisiert Tory, Nathan, Ozzie und Alex im abgelegenen Landhaus. Das Gold geben sie ihm zwar zurück, doch Ozzie hat eine Münze verschluckt, so lässt der Leprechaun nicht locker.

Ein paar Patzer hat der Plot auch intus, zum Beispiel warum der Leprechaun nicht Torys Jeep lahmlegt, oder warum er mit seinen Fähigkeiten nicht selbst sein Gold finden kann. Die Maske hat auf jeden Fall tolle Arbeit geleistet. Er sieht nicht direkt furchteinflößend aus, doch schon ein wenig garstig mit seinen großen Händen und scharfen Fingernägeln, oder seiner runzligen Haut. Seine Klamotten sind der letzte Schrei und Davis agiert einfach spitze. Auch die restlichen Darsteller schienen ihren Spass gehabt zu haben.

Ein diebischer Spass, nicht nur für Horrorfans. Auch wenn das Ganze vorhersehbar verläuft und es an Spannung mangelt, so ist Mark Jones hier ein kleiner Clou gelungen. Warwick Davis ist in Hochform, den anderen Darstellern kann man auch keine Vorwürfe machen. Ein wenig blutig, humorvoll und mit viel Charme erzählt und das ohne jegliche Durchhänger. Ein DTV-Erfolg, der fünf Sequels nach sich zog.

Details
Ähnliche Filme