In der Fülle der frühen Monster-Filme stellt Cat People eher eine Ausnahme dar, subtil, wenig effekthascherisch, mit Fokus auf dem Wesen hinter dem sogenannten Monster. Hier lässt sich viel interpretieren, was die Hintergrund-Thematik im Kontext seiner Zeit umso erstaunlicher macht. Verdrängte Sexualität, eventuell sogar Asexualität, so zumindest zwischen den Zeilen deutlich herauszulesen. Von Anfang an birgt die Hauptfigur eine geheimnisvolle Faszination oder faszinierende Rätselhaftigkeit, ohne aber den Stempel der seinerzeit typischen Femme Fatale zu bekommen. Sie verbindet etwas unterdrückt Gefährliches mit einer offenen Traurigkeit. Die Geschichte passt perfekt in das amerikanische Gefüge, die Angst vorm (hier europäischen) Fremden, vor dem was der eigene geringe Verstand nicht erklären kann, die hinter Machismus versteckte Angst vorm anderen Geschlecht und die absolute Oberflächlichkeit. Irena funktioniert nicht bezüglich der gesteckten Erwartungen, Irena wird ausgetauscht. So funktioniert die kapitalistische Marktwirtschaft unter den Stars and Stripes.
Die Inszenierung von Jacques Tourneur ist von gehobenem künstlerischem Wert und ein Grundstein für späteres poetisches Fantasie-Kino. Nicht zu erwarten, aber das Publikum liebte diesen besonderen Film und bis heute hat er seinen Kultstatus bewahrt.