In den 40er und 50er Jahren wurden in Hollywood viele Unterhaltungsfilme gedreht, die als „Eastern" im weiteren Sinne bezeichnet werden können. Kämpfe um Recht und Gesetz und Liebe waren die Themen der Filme, orientalische Schauplätze, Verfolgungen zu Pferd und Kämpfe mit dem Krummsäbel die obligatorischen Bestandteile. Stars oder eindrucksvolle Bilder und aufwendige Actionsequenzen suchte man aufgrund oftmals geringer Budgets vergebens. Auch Der Wüstenfalke fügt sich ganz in dieses Schema, ohne davon abzuweichen. Mit Ausnahme der Anwesenheit von Rock Hudson - damals allerdings noch an den Anfängen seiner Karriere - in einer Nebenrolle.
Die Geschichte gestaltet sich dabei leider als etwas überkompliziert. Prinzessin Sheherazade (Yvonne De Carlo), Tochter des Kalifen von Bagdad ist dem Schurken Prinz Murad (George Macready) versprochen. Doch der Widerstandskämpfer Omar (Richard Greene), genannt „Wüstenfalke", kommt ihm zuvor. Mit einer Intrige versucht Murat, den Kalifen im Kampf gegen Omar auf seine Seite zu ziehen. Eine wendungsreiche Handlung, an deren Konstruktion drei Drehbuchautoren mitwirkten, ist die Folge mit immer wieder ähnlichen Kulissen.
Die Interieurs der Paläste sind aufwendig gestaltet, auch die farbenprächtigen Kostüme und die Ausstattung wissen durchaus zu überzeugen. Doch variieren die Actionsequenzen meist sehr wenig. Die Choreografien bei den zahlreichen Säbelkämpfen gestalten sich als wenig abwechslungsreich und irgendwann beginnt das immergleiche Reiten durch die Wüste auch zu langweilen. Doch die Kabbeleien von Omar und Sheherazade sind kurzweilig, mit Aladin und Sindbad (!) hat Der Wüstenfalke auch zwei Gauner als witzige Sidekicks zu bieten. So schafft er am Ende das, was er will: unterhalten. Technisch und inszenatorisch solide, aber eben auch wenig glanzvolle Genre-Durchschnittskost.