Review

Mit dem zweiten Teil der Masutatsu Oyama Reihe landen wir im Jahre 1951. Oyama ist aus der Karatewelt verstoßen worden, fordert dennoch die eine Karateschule heraus. Der Leiter, Ryodoji, will sich jedoch nicht zu ihm herablassen und kämpfen: Kämpfe bis aufs Blut seien außer Mode, heute sei Karate ein Sport, der jungen Männern beim Erwachsenwerden helfen soll.
Die Zeitungen berichten über Oyama und schreiben in diesem Zusammenhang: "Ist Karate die Waffe einer Bestie?" Noch immer gilt Oyama also als Bedrohung der modernen Karatewelt.

Einmal mehr kehrt der einsame und orientierungslose Oyama zum Saufen in eine Kneipe ein. Er trifft auf Kimura, einen alten Bekannten aus Kriegszeiten. Aus ihm ist ein Gangster geworden, der Oyama das Angebot macht, für ihn zu arbeiten. Oyama willigt ein und verdingt sich nun als Schläger und Bodyguard. Auf der Straße trifft er in seiner neuen Tätigkeit (und in einem anachronistischen 70er-Anzug) auf ein Betrügerduo, das mit seinem Namen auf der Straße Geld macht. Er freundet sich mit beiden an und trainiert mit einem (Ohashy) Karate. Der andere sorgt in diesem Film für eine gewisse Ladung Comedy. Eines Tages kommt es in einer Bar, in der die beiden Betrüger als Kellner arbeiten und amerikanische Soldaten mit Japanerinnen tanzen, zu einem Streit, in dem Oyama wie im ersten Teil die Amis etwas aufmischt. Dort trifft er außerdem seine "Freundin" aus dem Bullfighter (Chiyako) wieder. Eine glückliche Beziehung kann jedoch nicht aufgenommen werden, da er sich ihrer Meinung nach selbst betrüge und Karate mehr liebe als sie.
Die Schlägerei mit den Amis wird Oyama von Kimura verübelt, was ihm das Leben kostet. Damit ist auch Oyamas Gangsterkarriere beendet und er wendet sich mit Ohashy dem Training zu. Hier tauchen plötzlich einige Killer (von Ryodoji geschickt) auf, die Oyama jedoch besiegt. Anschließend begegnet er einem alten Mann, um den die Luft herum zittert. Er kann sich ihm nicht nähern. Bei diesem Mann handelt es sich allen Anschein nach um den echten Oyama. Der Film-Oyama ist verwundert und bittet den Alten um Unterweisung. Oyamas Unfähigkeit, sich ihm zu nähern wird damit erklärt, dass er selbst zu stark sei und seine Reflektion in dem Alten fürchte. Über diese Worte wird meditiert.
Der Freund und Kumpane von Ohashy heiratet. Die Ehe ist jedoch nur von kurzer Dauer, da Ryodoji nach einem Streit über die Oyama-Angelegenheit mit seinem Bruder im Suff etwas die Kontrolle verliert. Die junge Gattin, die in der Bar, in der er sich besäuft, arbeitet wird von ihm bedrängt und sie stürzt aus dem Fenster und stirbt. Der verzweifelte Witwer will Rache, was ihm das Leben Kostet. Oyama verübt Vergeltung (die Szene erinnert stark an den Auftritt von Bruce Lee in der Karate Schule in "Fist of Fury"), was nun den Zorn des Bruders von Ryodoji nach sich zieht (ja, ja ... die Gewaltspirale).
Oyama begibt sich mit der Asche der toten Eheleute nach Hokkaido, um sie dort zu beerdigen. Am Bahnhof wird ihm jedoch die Tasche mit dem traurigen Inhalt gestohlen. Ein kleiner Junge (Rintaro) mit einem kranken Vater steckt dahinter. Oyama und Rintaro freunden sich an, da kommt es zu einen Unfall. Der Vater wurde von eiem stürzenden Baumniedergeschlagen. Leider hat er nicht genug Geld, um das Krankenhaus zu bezahlen. Um dem Jungen den Vater zu retten, lässt Oyama sich auf einen Kampf mit einem Bären für einen "Geschäftsmann" ein. Der Veranstalter will im Gegenzug die Krankenhauskosten begleichen. Sowohl Chiyako als auch der Bruder von Ryodoji erfahren von dem Kampf mit dem Bären. Chiyako begibt sich nach Hokkaido, um dem Kampf beizuwohnen. Das Duell mit dem Bären ist hart und blutig. Die Inszenierung im Wald ist grundlegend sehenswert, der Bär selbst leider weniger. Er wirkt etwas arg trashig, leider! Aber einen echten Bären auf Chiba zu hetzen wäre wohl auch etwas problematisch ... für beide Seiten. Gleich nach dem Kampf, den Oyama für sich entscheidet, reist Chiyako wieder ab, die Beziehung zu Oyama steht wirklich unter einem schlechten Stern. Hinzu kommt eine Herausforderung des bösen Bruders von Ryodoji. Sehr ergreifend ist die folgende Abschiedsszene von Rintaro. Verzweifelt und schreiend läuft er hinter Oyamas Zug hinterher und in letzter Verzweiflung, als er dem Zug nicht mehr folgen kann, legt er das Ohr auf de Schienen, um das Gefährt, mit dem sein Freund aus seinem Leben verschwindet, noch eine Weile hören zu können.
Es kommt zum Showdown, der in der üblichen Härte Chibas erfolgt. Leider erscheint dieser, in dem auf die Lehre des alten weiden Mannes zurückgegriffen wird (seht selbst), etwas kurz.

Dieser Teil ähnelt in der Grundstruktur schon sehr dem ersten, was nicht unbedingt schlecht ist. Etwas mehr Innovation wäre in dieser Hinsicht aber wünschenswert gewesen. Erneut gibt es eine Handwackelkamera (zu Beginn des Films). Außerdem sind einige Augenblicke nötig, um den (geringen) Comedy-Impuls, der durch den "Betrüger" ins Spiel kommt zu akzeptieren (ist aber sicherlich individuell sehr verschieden, wie das wahrgenommen wird). Als letzter Negativpunkt ist der Bär zu nennen, der wie bereits erwähnt etwas billig wirkt, was das Vergnügen aber nicht besonders schmälert.
Nun aber zu den Pluspunkten: Die Inszenierung wirkt etwas runder als im ersten Teil. Außerdem geht die Handlung etwas mehr unter die Haut (Tod des jungen Ehepaares und die Sequenz mit Rintaro). So ergibt sich letztendlich ein weitgehender Ausgleich im Hinblick auf mein Urteil über den Film.
Insgesamt liegt mit dem Bearfighter wie auch mit dem Bullfighter ein überaus hartes Drama mit viel Action vor. Zu einem makellosen Helden entwickelt sich Oyamas Leben auch hier nicht und die komplizierte Beziehung zu Chiyako unterstreicht Oyamas einsame und düstere Existenz.

Eine gelungene Fortsetzung, die tragische Elemente aber auch eine Menge Action in sich hat. Wer den Bullfighter mochte, der wird auch am Bearfighter seine Freude haben.

Details
Ähnliche Filme