Review

Warum 2026 nochmal ein Review zu so einem alten Film? Nun Plaion hat es endlich geschafft den Film in HD zu veröffentlichen. Meine Meinung zum Remake ist tatsächlich gespalten, aber dazu später mehr -jetzt soll es ja ums Original gehen.

Was das Original gut macht ist der Spannungsaufbau. Die Atmosphäre, die von den Kindern ausgeht ist bedrohlich.

Woher die Bedrohung kommt ist vielschichtig. Einmal haben die Kinder besondere Kräfte, teilen sich wie die Borg in Star Trek im Kollektiv den Verstand (wie ein Supercomputer oder vielleicht AI?) Viele Vergleiche drängen sich auf und machen den Film immer wieder aktueller als man im ersten Moment meint. Evtl wollte man die Kinder auch als Einbruch ins Konservative zeigen. Die Kinder als eine Art militante Kommune, die gegen die Eltern und das System aufbegehrt. Ebenso unheimlich wie die Kinder ist tatsächlich die gezeigte Rolle der Frau, die wirklich in der Dorfgemeinschaft (weniger in der gehobenen Schicht) unterprivilegiert, ja unterdrückt gezeigt wird. Wobei die Unterdrückung wie erwartet zwar auch von den Männern ausgeht, aber ebenso von anderen Frauen, die auf "Sitte und Moral" achten. Auch Frauen können andere Frauen ausgrenzen und an den gesellschaftlichen Rand drängen - ein Umstand der heute gerne vergessen wird und hier glaubhaft dargestellt wird (ein großer Verdienst des Films).

Angedeutet wird auch das Potential der Kinder als entscheidende Superwaffe im Wettrüsten im Kalten Krieg. Auch ein Punkt der Sitzt und dem Film bis heute Relevanz verschafft.

Auf diese Art könnte man noch lange weiterphilosophieren - ein weiterer starker Pluspunkt für den Film. Ebenso zählen zu den Stärken des Streifens seine Darsteller. Alle wichtigen Rollen sind gut besetzt. Das gilt auch auch für die Kinder.

Kommen wir zu den Schwierigkeiten des Films. Beim ersten Mal ansehen war die Spannung seinerzeit zum Schneiden. Dies war grundsätzlich immer noch so, aber der Film begeht zum Schluss hin einige Drehbuchfehler, Die Lösung die Kinder per Sprengstoff (oder wie in der UDSSR per Raketenangriff) als Kollektiv umzubringen wird zu früh vorgegeben und verraten und dann auch noch unnötig an die Kinder durchgestochen. Dadurch wollen diese fliehen und zwingen die Hauptfigur zu einer Tat, die vermeidbar gewesen wäre, dadurch aber notwendig wird.

Das ist einerseits einer der spannensten Szenen im Film, beendet den Film aber auch abrupt - was unglücklich ist. Und damit kommen wir auch zum größten Problem des Films (noch vor dem ansonsten ordentlichen Drehbuch): dem Budget. Der Film ist bis auf die Außenaufnahmen sichtbar billig produziert - auch in Anbetracht der Zeit und im Vergleich mit vergleichbaren Produktionen.

Die verwendeten Modelle sind eine Frechheit. Ein gescheites Matte Painting oder ein etwas detailreicheres Model hätte es schön sein dürfen und auch in anderen Szenen sieht man wie wenig investiert wurde. Das macht den Film hinsichtlich Spannung nicht schlechter, mindert aber den Sehgenuss schon spürbar.


Abschließend kommen wir zum Bild bzw der Bildqualität. Die braucht sich jetzt auch nicht mehr hinter dem Remake verstecken, das aus meiner Sicht zwar den Vorteil hat in Farbe zu sein, aber die schlechteren Darsteller und einen Spannungsaufbau, der nicht mit dem Original mithalten kann.

Die Edition von Plaion ist in der UVP teuer mit 50 Euro, aber hat eine ausgefeilte Verpackung, ein tolles Booklet und immerhin zu beiden Filmen (Teil 1 und Fortsetzung) Audiokommentare. Der Rest der Extras ist eher Standard.

Lohnt sich die Box? Für Freunde klassischen Scifi- und Gruselfilms definitiv.

Behaltet aber im Kopf, dass das wirklich eine günstige Produktion war.

Ich gebe solide 7 Punkte für diesen passabel gealterten Klassiker mit etwas Anspruch.


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