Review


Inhalt:

China zur Zeit der Ming-Dynastie (1368 - 1644), die sich einmal mehr in einer Krise befindet.
Der Prinz-Regent (Kao Yuen), ein blutjunger, unerfahrener Thronfolger, ist in Gefahr...! Ein skrupelloser Adelsherr..., ein örtlicher Fürst, der sich "Baron" (Ma Chi) nennt, will den Prinzen in die Hand bekommen, um selbst zum König der Provinz zu werden.

Seine Verbündeten sind der Polizei-Lieutenant (Lung Fei), ein weiterer Adelsherr (Yee Yuen), und sogar die Mönche des buddhistischen "Red Lotus"-Tempel sind auf der Seite des "Baron". Diese agieren mit ihren gefürchteten "Kampf-Glocken"!

Die Schergen des Usurpators wagen den direkten Angriff auf die Residenz des Prinzen..., doch dessen Leibgarde, tapfere Kämpfer, können das Schlimmst vereiteln, und der Prinz kann mit wenigen Getreuen flüchten!
Später jedoch fällt der Prinz in die Hände des "Baron", und wird im "Red Lotus"-Tempel gefangen gesetzt.

Nun treten befähigte Kämpfer auf den Plan: Die KungFu-Amazone und Schwert-Lady Hung Wu (Chia Ling aka Judy Lee), der in Blau gewandete KungFu-Fighter Lu Chi (Tung Li)..., und später kurz auch der Bruder von Hung Wu, der KungFu-Kämpfer Siu Ching ("Dorian" Tan Tao Liang).
Auch ein stets trunkener Bettler (Su Chen-Ping) ist auf Seiten der Helden.
Es kommt zu etlichen Kämpfen und Intrigen..., und schließlich wagen Hung Wu und Lu Chi die Befreiung des Prinzen.

Im "Red Lotus"-Tempel kommt es zum Show-Down..., zum Kampf zwischen Hung Wu und Lu Chi gegen alle Schergen des "Baron".....!


Fazit:

Im Jahre 1976 drehte Regisseur "Karl" Liao Chiang-Lin diesen insgesamt schönen, weitestgehend spannenden, klassischen Eastern, der jedoch sein durchaus vorhanden gewesenes Potenzial leider nicht voll ausschöpft.

Eine üppige Ausstattung, schöne Kulissen und Kostüme, keinesfalls sehr kostengünstig wirkt dieser Eastern, der somit eine starke Atmosphäre mitbringt.
Die Story ist eine ganz Typische..., oft in Eastern-Filmen umgesetzte: Ein Prinz auf der Flucht vor einem Usurpator, der Prinz wird gefangen gesetzt..., und taffe KungFu-Helden wollen ihn raushauen, und kämpfen gegen die Bösen.
Fertig.
Alles mit vielen Fights, und prominenten DarstellerInnen, alles angerichtet für ein Eastern-Fest...?

Tja, nicht ganz.
Einiges ist tricky, statt ganz auf klassische KungFu-Techniken zu setzen, die im Streifen aber zum Glück überwiegen. Nach etwas über einer Stunde verliert die Regie zudem etwas den Handlungs-Faden, verliert sich manches in Personenfülle, Intrigen und Scharmützeln. Aber auch hier läuft sich das dann noch zurecht.
Nach dem Endfight, ist der Schluss dann etwas unbeholfen und hanebüchen..., der trunkene Bettler albern, und die Szenen mit dem "Transport-Adler" und dem Raben der Yee Yuen die Augen aushackt, sind eher peinlich, da mit billigen Attrappen gearbeitet wurde.

Außerdem ist Tan Tao Liang, der Super-Legfighter hier nur Gast-Star mit einem sehr kurzen Auftritt und einer schnellen Kampf-Sequenz..., da hätte man mehr draus machen müssen. Wenn nicht nur Chia Ling und Tung Li den Tempel geentert hätten, sondern ein KungFu-Triumvirat mit den beiden und außerdem noch TTL..., tja, hätte.

Das sind denn doch einige Mankos..., die verhindern, dass "Story in Temple Red Lily" sein ganzes, ja mögliches, Potenzial ausschöpft.
Denn dieser Eastern überzeugt an sich durchaus, durch die Ausstattung, einen guten Story-Ansatz, die Örtlichkeiten, einen prominenten Cast, und die KungFu-Fights, die voller agiler Körperbeherrschung mit viel Leg-Fighting, kernig, rasant und hart sind, wenn denn die Action auf klassisches KungFu, Technik und auf ausgefeilte Choreogaphien setzte. Das ist ein klasse Potenzial, das leider nicht ganz ausgereizt wird.

Die KungFu-Action überzeugt, agile Körperbeherrschung, klassische Techniken, rasante Choreographien mit Drive, und ein brachiales Dubbing unterstreicht die knallharten Kampf-Szenen.
Hätte man die einzelnen Tricky-Sachen weg gelassen -die "Kampf-Glocken" der Mönche wirkten erst wie diese "fliegenden Guillotinen", sorgten für Abwechselung, waren aber auch irgenwie klobig-..., Tan Tao Liang im Endfight mit rangelassen, dafür den trunkenen Bettler weg gelassen, ein noch besserer Eastern wäre entstanden.

Die Helden sind eh zudem noch überraschend spärlich eingesetzt: Chia Ling die Fight-Amazone, mit starkem KungFu, auch wenn der Umhang manchmal im Weg war. Ohne diesen, wären ihre Kampfszenen mit Sicherheit mit noch mehr Drive gelungen.
Tung Li, der Mann an ihrer Seite, cool, lässig, fast zu sehr. Fast drohte er einzuschlafen, doch dann dreht er noch richtig auf.

Die Szenerie gehört fast mehr dem Umfeld des Prinzen, den Kao Yuen in sehr ruhigem, gesetzten Stil spielt. Und die Villains haben ebenfalls die meiste Screen-Time.
Ma Chi spielt den Usurpator, ein Grey-Hair-Villain wie aus dem Bilderbuch, jedoch ohne Action-Szene. Er vergnügt sich mit blutjungen Gespielinnen, und das Komplot leitet er fast nebenbei nach dem Motto "wird schon gut gehen, bald bin ich King!".

Yee Yuen und Lung Fei müssen die Drecksarbeit für ihren "Baron" übernehmen, skrupellos, böse wirken sie natürlich, und so fighten sie gegen die Helden, zeigen auch hier ihr starkes KungFu.
Tan Tao Liang ist eher Gast-Star dieser Produktion, und das ist ein Manko, wenn man ihn schon im Cast hat, müssen mehr Fights mit ihm da rein.
Gast-Star ist außerdem noch mein Schwarm Chiu Ting (Chao Ting), sehr kurz als Kammerdienerin. Die reife, vollbusige Darstellerin Chiu Ting, immer gerne von mir gesehen in einem Eastern. Auch ihr Auftritt hätte länger sein können/sollen.

"Story in Temple Red Lily"..., insgesamt spannend, teuer ausgestattet, prominenter Cast, eine routinierte Story die sich nach unnötigen Längen und Schlenkern noch zurecht läuft..., und harte, rasant-intensive KungFu-Action -lässt man die Mätzchen außer acht-.
Einige Mankos waren vermeidbar..., ohne sie hätte der Streifen sein ganzen Potenzial ausgeschöpft. What a pity..., ein bisschen schade. Da war mehr drin.

6/10.

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