Review
von Leimbacher-Mario
Feinde des zukünftigen PotUS
Wenige Film Noir-Stoffe wurden öfters immer wieder neu aufgelegt als „The Killers“. In den 60ern war Don Siegel als Hollywoods Actionregisseur der Stunde an der Reihe dem gut geölten Grundgerüst neues Leben einzuhauchen, dieses Mal in Farbe, jedoch grimmiger und maskuliner denn je. Erzählt wird von zwei Auftragskillern, die sich nach dem Intro wundern., warum ihr Opfer sich nicht gewehrt hat und wer sie eigentlich engagiert hat…
„Der Tod eines Killers“ bietet leuchtende Technicolorfarben, aber eine betonharte Geschichte. Sexy Frauen, die schneller fahren als die größten Machos. Es gibt dreckige Shootouts, ungeschminkte Gewalt und staubige Autorennen, Lee Marvin in Topform und einer weiteren Paraderolle. Sogar einen künftigen US-Präsidenten in wütend und stoisch (Reagan). Da kann man für einen spannenden Krimiabend null meckern. Es gibt vielleicht einige noch bessere Versionen des Stoffes, doch auch Siegels Try ist stark, eigen genug und aller Ehre wert. Die Geschichte ist in seinen Grundzügen und Themen eh legendär und zeitlos, die lange Sequenz für Racingfans ist urgewaltig und die schmutzigen, zu der Zeit noch kommenden Jahrzehnte, schimmern schon hier mehr als deutlich durch. Sauber, rein und fein ist hier nur noch wenig. Es wird geraucht, geflirtet und getötet. Eiskalt und ekstatisch. Siegel war hier definitiv in seinem Element und der richtige Mann am richtigen Ort. Selbst wenn vor allem Siodmaks filmischer Ursprung von '46 wohl ewig unerreicht und das wahre Meisterwerk bleibt. „Der Tod eines Killers“ ist dennoch gnadenlos effektiv, konzentriert und entertaining. Gutes Doppel mit dem sehr ähnlichen "Point Blank". Den TV-Ursprung merkt man null.
Fazit: die unterschätzteste der vielen „The Killers“-Versionen und -Variationen? Don Siegel versieht den Stoff hartgekocht und dreckig einen Anstrich, dem selbst der schärfste Zahn der Zeit kaum etwas anhaben kann. Karg und stark!
P.S.: Die deutsche 4K-Disc ist uneingeschränkt empfehlenswert und gibt den Film in einer unfassbaren Bildquali wieder, die ihn in grandiosen Farben und einer exzellenten Schärfe zeigt, wie es bei Filmen aus den 60ern bis vor Kurzem noch kaum vorstellbar war. Runde Sache!