Matthew Rhys spielt einen TV-Star, der in seiner Show "Tabloid" die dunklen Geheimnisse diverser prominenter Gäste aufdeckt. Eines Nachts trifft er jedoch auf zwei bekannte Porno-Stars und einen Mann, gespielt von John Hurt, der die drei zu sich nach Hause einlädt. Dort schlägt Hurt die beiden Frauen tot und läuft anschließend davon und nun hat der bekannte TV-Star selbst eine Leiche im Keller.
"Tabloid - Gefährliche Enthüllungen" ist in wirklich jeglicher Hinsicht ein solider, aber nicht sonderlich atemberaubender Thriller mit Ansätzen zur Medien-Satire. Die Story ist dabei durchschnittlich. Die ordentlichen Ansätze einer Satire werden leider kaum weiter ausgespielt, der Film hätte somit wirklich wesentlich schärfer und bissiger werden können. Stattdessen ist "Tabloid - Gefährliche Enthüllungen" eher ein Thriller, der mit seiner stereotypen, teilweise vorhersehbaren und höchstens mittelmäßigen Handlung, nicht sonderlich gut unterhalten kann. Die Charakterkonstruktion ist dabei ganz gut gelungen und vor allem bei dem Wandel der Hauptfigur vom erfolgsfixierten Moderator, hin zum seelischen Wrack, das mehr und mehr über seine moralischen Grundsätze nachdenken muss, wird gut dargestellt. Die finale Auflösung ist zwar unvorhersehbar und einigermaßen sinnstiftend, aber wirklich gelungen ist sie nicht, da sie einfach zu unwahrscheinlich ist. Die Story ist alles in allem solide, aber nicht sonderlich beeindruckend.
Regisseur David Blair, der bisher kaum durch größere Produktionen in Erscheinung treten konnte, leistet bei der Inszenierung mittelmäßige Arbeit. Er schafft es zu keinem Zeitpunkt eine dichte Atmosphäre aufzubauen, womit "Tabloid - Gefährliche Enthüllungen" leider nur mäßig unterhalten kann. Das Erzähltempo hält er dafür aber so hoch, dass der Film wenigstens nicht langweilt. Auch bei der Inszenierung fehlt der nötige Biss, der aus diesem Werk eine gute Satire hätte machen können und für einen Thriller ist der Film einfach zu langweilig. Die Filmmusik fällt kaum auf, ist also auch nicht sonderlich spektakulär gelungen und verhindert somit ebenfalls den Aufbau einer gespannten Atmosphäre. Die Wendungen sind einigermaßen geschickt platziert und vor allem zum Ende hin, wenn sich die Hauptfigur einige moralische Fragen stellen muss und schließlich in seiner eigenen Show ein Geständnis ablegt, kann Blair wenigstens einen Ansatz von Dramatik aufbauen. Alles in allem ist aber auch die Inszenierung eher blass.
Matthew Rhys, der schauspielerisch bisher kaum in Erscheinung treten konnte, spielt ordentlich und stellt den charakterlichen Wandel seiner Figur gut dar. Vor allem in der ersten Hälfte fehlt aber auch ihm der nötige Biss, um den sarkastischen Blick auf die Medien zu unterstützen. Mary Elizabeth Mastrantonio, die bisher mit "Scarface", "Die Farbe des Geldes" und "Abyss" auf sich aufmerksam machen konnte, spielt die skrupellose Produzentin der Show ordentlich und zeigt wenigstens ansatzweise den nötigen Sarkasmus für diese Rolle. Mit John Hurt konnte wenigstens ein richtig namenhafter Darsteller verpflichtet werden, der seine zwielichtige Rolle sehr gut löst und nach "Midnight Express" und "Der Elefantenmensch" wieder zur alten Hochform aufläuft. Der Cast ist alles in allem ordentlich.
Fazit:
Mit einer soliden Story, die durchaus sarkastischer hätte sein können, einer eher mittelmäßigen Inszenierung und einem ordentlichen Cast ist "Tabloid - Gefährliche Enthüllungen" eine nicht wirklich lohnende Mischung aus Medien-Satire und Thriller, ist aber auch kein Totalausfall.
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