John Huston inszenierte als (damals noch nicht vollends legendärer) Regisseur diese bittere Heistperle über einen Diamantenraub, der durch Gier, Polizeiarbeit und Unvorsichtigkeit erst für die bösen Beteiligten schief geht, als der Drops eigentlich schon gelutscht war. Besonders innovativ für die damalige Zeit: alles wird quasi ausschließlich aus der Sicht der Kriminellen erzählt und die Grautöne und raffinierten Charakterisierungen geben sich die Klinke in die Hand…
„Asphalt Jungle“ setzte damals Maßstäbe und zeigte neue Wege auf, war/wurde Vorbild von Kubrick bis Tarantino. Aus heutiger Sicht hat diese Faszination vielleicht auf Grund der Gewohnheit, der sehr monotonen Spannungskurve und seiner vielen „Kinder“ etwas nachgelassen, doch einen toughen und tollen Film können weder Zeit noch Schüler wirklich etwas anhaben. Hustons zurecht hochdotiertes Werk ist voller harter Typen und gleichzeitig enormer Ironie, Poesie und Allegorie. „Asphalt Jungle“ erinnert genauso an Caper a la „Rififi“ wie an den klassischen Film Noir, er hat deutliche Aussagen und Warnungen in Richtung „Kriminalität lohnt sich nicht!“, wirkt jedoch zum Glück nie predigend oder (schein)heilig. Mit einem gekonnten Blick für Details und einer erstaunlich authentischen und bodenständigen, gar menschlichen (!) Darstellung der Unterwelt und seinen Protagonisten macht „Asphalt Jungle“ eine Menge richtig und her. Und eine junge Marilyn Monroe in einer (zu) kurzen Nebenrolle ist die Kirsche auf der Torte aus Beton, Härte und tödlicher Gier. Bitter. Böse. Benommen. Beinhart. Diamanten, Diebstahl, Downfall.
Fazit: wegweisender und gehörig anziehender Heistmeilenstein - „Asphalt Jungle“ wird seinem Namen gerecht und ist ein hartgekochter Film Noir, der dem Zahn der Zeit stattgehalten hat. Der Anti-„Oceans“!